Johann Rukeli Trollmann-Denkmal saniert in Dresden-Hellerau; neuer dauerhafter Standort hinter dem Festspielhaus Hellerau

Hellerau: Saniertes Trollmann-Denkmal erinnert an Opfer der NS-Rassenideologie

Hellerau: Saniertes Trollmann-Denkmal erinnert an Opfer der NS-Rassenideologie

Neuer Platz für ein wichtiges Erinnerungszeichen

Das Kunstwerk „9841 – Ein Denkmal für Johann Rukeli Trollmann“ ist nach umfassender Sanierung wieder zugänglich – und hat zugleich einen neuen, dauerhaften Standort gefunden: im östlichen Außengelände des Festspielhauses Hellerau. Das Denkmal erinnert an den deutschen Boxmeister Johann „Rukeli“ Trollmann, der 1933 den Titel im Halbschwergewicht errang und als Sinto während der NS-Diktatur verfolgt und ermordet wurde.

Johann Rukeli Trollmann war 1932 zwei Mal in Dresden und gewann hier zwei Boxkämpfe. Das Kunstwerk wurde 2012 von der Künstlergruppe BEWEGUNG NURR anlässlich der Premiere des Stückes „Open for Everything“ der Choreografin Constanza Macras geschaffen. Am 19. Oktober 2012 weihte Marc Lalonde, damaliger Vorsitzender des Ausländerbeirates Dresden das Denkmal zusammen mit Dieter Jaenicke, dem damaligen Intendanten von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, ein. Seitdem hat es sich zu einem festen Bestandteil der künstlerischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte von Sinti und Roma entwickelt.

Nach einer Schenkung an die Landeshauptstadt Dresden bleibt das Denkmal nun dauerhaft vor Ort erhalten. Im Winter 2026 wurde es im Auftrag des Amtes für Kultur und Denkmalschutz im Winter 2026 restauriert und neu im Kulturgarten hinter dem Festspielhaus platziert.

Wiedereinweihung des Denkmals am 6. Mai

Die Wiedereröffnung des Denkmals wird am Mittwoch, 6. Mai, um 18 Uhr mit einer öffentlichen Veranstaltung gefeiert. Unter dem Titel „Weit denken, weil das Denkmal schon steht“ laden HELLERAU und das Fachnetzwerk Antiziganismus

Antiromaismus Sachsen zu einem Abend ein, der aktuelle Fragen des Erinnerns und der gesellschaftlichen Verantwortung in den Mittelpunkt stellt.

Zur Eröffnung sprechen Gjulner Sejdi (ROMANO SUMNAL – Roma und Sinti in Sachsen e.V.), Carena Schlewitt (Intendantin HELLERAU) und Alekos Hofstetter (Künstlerbewegung BEWEGUNG NURR). Im Anschluss findet rund um das sanierte Kunstwerk ein Freiluftprogramm von Stefanie Busch (Künstlerin), Kathrin Krahl (Fachnetzwerk Antiziganismus

Antiromaismus) und Spirit of Bayon Dresden statt: mit Ausstellung, Siebdruck, Boxtraining, Hip-Hop, Audioinstallationen und Infomaterial. Außerdem wird der Dokumentarfilm „I am what I am“ gezeigt, in dem drei Generationen einer Sinti-Familie über ihre Erfahrungen mit Rassismus und ihre Verfolgungsgeschichte sprechen.

Die Veranstaltung ist Teil des Festivals „Make it Pop“ und wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

„Das Denkmal für Johann Rukeli Trollmann gehört zur Geschichte von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste. Das Kunstwerk hat immer wieder thematisch und künstlerisch zu verschiedenen Auseinandersetzungen mit der Geschichte der Sinti und Roma angeregt. Künstler und Besucher von HELLERAU nehmen dieses besondere Kunstwerk mit großem Interesse wahr. Die Sanierung und der veränderte Standort werden nun dem Kunstwerk als besonderes Denkmal in neuer Form gerecht.“

„Die Erinnerung an die Opfer der NS-Diktatur und die Aufarbeitung unserer Geschichte muss uns auch in der Gegenwart ein Anliegen bleiben, insbesondere da es kaum noch Zeitzeugen gibt und alte Rassismen und Stereotype gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit weiterhin existieren. Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, dass das ursprünglich temporär angelegte Kunstwerk in Erinnerung an den Boxer Rukeli Trollmann dank der Schenkung der Künstlergruppe an die Stadt im Jahr 2024 nun dauerhaft in Dresden bleiben und Zeugnis ablegen kann. Trollmann gewann in Dresden zwei Boxkämpfe, bevor er Opfer der NS-Rassenideologie wurde. Daran wollen wir dauerhaft erinnern in Verantwortung für unsere Geschichte.“

Die Künstlergruppe NURR schrieb zum Denkmal: „Ein an den Ecken abgesenkter Boxring. Kein Halt darin. In sich verschränkte Boxhandschuhe, die statt zum Angriff und zur Verteidigung als Fesseln dienen. Kinder lieben es, in diesen Boxring zu steigen und sich der Schwerkraft zu überlassen. Sie laufen hoch, aber die Neigung des Bodens lässt sie immer wieder herunterlaufen. Für sie ein Spiel.“Die Künstlergruppe BEWEGUNG NURR, bestehend aus Alekos Hofstetter, Christian Steuer und Florian Göpfert hat mit ihrer Skulptur eines stählernen Boxrings mit Betonoberfläche ein Denkmal für einen außergewöhnlichen sinto-deutschen Boxer geschaffen, dem im Nationalsozialismus nicht nur Erfolg und sozialer Aufstieg versagt blieben, sondern der Aufgrund seiner Herkunft verfolgt und schließlich ermordet wurde.

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