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title: "Dr. Susanne Neumann vom Maritimen Cluster Norddeutschland betont Kurs Richtung Dekarbonisierung Stade; erste kommerzielle Wasserstoff-Anwendungen bis 2030"
sdDatePublished: "2026-05-05T14:08:00Z"
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Dr. Susanne Neumann vom Maritimen Cluster Norddeutschland betont Kurs Richtung Dekarbonisierung Stade; erste kommerzielle Wasserstoff-Anwendungen bis 2030

Maritime Kraftstoffe im Wandel: Zwischen technologischem Fortschritt und Marktrealität

Maritime Kraftstoffe im Wandel: Zwischen technologischem Fortschritt und Marktrealität

Eine Veranstaltung des Maritimen Clusters Norddeutschland in Stade gab spannende Einblicke

Der Abschied der maritimen Wirtschaft von fossilen Brennstoffen gilt mittlerweile als unumkehrbar. Doch wo steht die Branche aktuell in ihrer Transformation, wo geht es voran und wo hakt es noch? Diese Fragen standen im Fokus der ganztägigen Veranstaltung „Aus alternativ wird alternativlos: Maritime Kraftstoffe im Wandel“ am Montag (4.5) in der IHK Stade.

„Der Kurs Richtung Dekarbonisierung ist gesetzt. Entscheidend ist, wie schnell, wirtschaftlich und praxisnah wir diesen Weg gehen“, sagteDr. Susanne Neumannvom veranstaltenden Maritimen Cluster Norddeutschland (MCN) in ihrer Begrüßung.

Die Zeit „operativer Tricksereien“ sei jedenfalls vorbei, spitzteGeorg Fingerzu. Der Wissenschaftler, der an der Hochschule Wismar im Fachbereich Seefahrt, Anlagentechnik und Logistik forscht, zielte damit auf kurzfristig wirksame Maßnahmen wie das Fahren mit reduzierter Geschwindigkeit („Slow Steaming“) ab. Stattdessen plädierte er für die Beimischung von bis zu 30 Prozent Methanol zum konventionellen Kraftstoff als schnell umsetzbare, aber nachhaltige Abkürzung zur vollständigen Dekarbonisierung. Damit lasse sich der CO2-Ausstoß vergleichsweise schnell reduzieren. „Wir brauchen einfache Lösungen“, unterstrich Finger.

Die Rolle der deutschen Fischerei in diesem Kontext beleuchtete anschließendDr. Tim Dudeckvom Deutschen Fischerei-Verband. „Wir sind Teil der maritimen Wirtschaft und Teil ihrer Transformation“, betonte er. Für die unterschiedlichen Segmente dieser Branche schlug er differenzierte Lösungen vor. So sei HVO (hydriertes Pflanzenöl) sowohl für die deutsche Hochseefischerei als auch für größere Küstenfischer als kurzfristig umsetzbare Lösung eine sinnvolle Option. Die Zukunft sehr kleiner Fischerboote, wie sie typisch für die Stellnetzfischerei an der Ostseeküste seien, sah Dudeck dagegen in vollelektrischen Antrieben. In der Schleppnetzfischerei könnte zudem auch eine optimierte Fangausrüstung den Energieverbrauch und damit die Emissionen mindern, erläuterte der Transformationsberater.

Einen Perspektivwechsel bot dann der Beitrag vonLennart Seifert(ArianeGroup), der Anwendungen aus der Raumfahrt auf die Schifffahrt übertrug. Im EU-Projekt NavHys wird untersucht, wie flüssiger Wasserstoff – wie er bereits bei der Trägerrakete Ariane 6 eingesetzt wird – auch im maritimen Bereich genutzt werden kann. Technische Herausforderungen bestehen insbesondere beim Handling des tiefkalten Brennstoffs sowie beim Aufbau der notwendigen Infrastruktur. Dennoch erwartet Projektleiter Seifert erste kommerzielle Anwendungen bis 2030. „Zwischen 2025 und 2040 rechnen wir dann europaweit mit 30 Schiffen“, prognostizierte er.

Während am Vormittag vor allem technologische Ansätze im Fokus standen, verlagerte sich die Diskussion am Nachmittag auf den Markthochlauf alternativer Kraftstoffe. „Das Rennen der maritimen Kraftstoffe wird an Land entschieden“, betonte ModeratorHenning Edlerherr(MCN). Entsprechend kritisch wurde der bislang langsame Fortschritt bewertet. Ein Diskussionsteilnehmer brachte es norddeutsch klar auf den Punkt: „Wir müssen endlich aus dem Quark kommen!“Einigkeit bestand darüber, dass die Verfügbarkeit ausreichender Mengen alternativer Kraftstoffe entscheidend für den weiteren Fortschritt ist. Ebenso wurde betont, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung notwendig ist. Auch das Militär wurde vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage als möglicher Innovationstreiber genannt. Gleichzeitig äußerten mehrere Teilnehmer Kritik an komplexen regulatorischen Vorgaben und möglichen Wettbewerbsnachteilen durch europäische Sonderwege. „Wir brauchen einen konstruktiven Austausch zwischen Angebots- und Nachfrageseite bei den maritimen Kraftstoffen“, fasste Edlerherr zum Abschluss der Diskussion zusammen.

Das anschließende Networking wurde von den rund 60 Teilnehmern intensiv genutzt und unterstrich den Bedarf an weiterem Austausch in einer Branche mitten im Wandel.

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