Junge Planerinnen und Planer besuchen De Zwarte Hond in Köln; Exklusive Einblicke in den Büroalltag eines internationalen Architekturbüros
JA* / Junge Planer: Ein Besuch bei „De Zwarte Hond“
Junge Planer: Ein Besuch bei „De Zwarte Hond“
„Wir sitzen als Architektinnen und Stadtplanerinnen an der Schlüsselstelle, um diese Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Diese Chance wollen wir nutzen. Eine einfache Lösung haben wir nicht, aber einige Strategien, die wir ausprobieren wollen.“ Mit diesen Worten begrüßte Matthias Rottmann, Architekt und Leiter des Büros von De Zwarte Hond in Köln am 29. April eine Gruppe junger Planerinnen und Planer zu einem „Hausbesuch“, den die Architektenkammer NRW im Rahmen der Kampagne „JA*
Empfangen wurde die Gruppe am Standort von De Zwarte Hond inmitten der Kölner Innenstadt – in einem großen, offen gestalteten Büroraum, in dem alle Mitarbeiter*innen gemeinsam arbeiten. Die Hierarchien seien auch dadurch sehr flach, denn jeder bekomme automatisch sehr viel von der Arbeit der anderen mit, erklärte Rottmann. Neben der Filiale in Köln unterhält De Zwarte Hond auch Büros in Groningen, Rotterdam und Berlin.
Matthias Rottmann erläuterte, dass sich De Zwarte Hond intensiv mit der Transformation und Aufwertung von bestehenden Stadtquartieren befasse. Dabei würden Ansätze verfolgt, die den Bestand nutzen, um lebenswerte, dichte und nachhaltige Räume zu schaffen. „Dinge, die lange bleiben, sollten wir mit viel Liebe bauen. Es ist doch ressourcenschondend, wenn man die Gebäude möglichst lange nutzen kann“, so Rottmann. Anstelle von isolierten Einzelbauten plädiere De Zwarte Hond dafür, größere „Ensembles“ zu denken. Dies schaffe Identität und ermögliche eine bessere Einbindung in das städtische Gefüge. Eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und sozialen Einrichtungen soll für lebendige und resilientere Quartiere sorgen.
Aktuell ist De Zwarte Hond auch am Forschungsvorhaben „Strategien und Instrumente zur Qualitätssicherung bei der Entwicklung neuer Stadtquartiere“ vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung und Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen beteiligt. Gemeinsam mit einem transdisziplinären Team aus Wissenschaft und Praxis sollen Fallstudien analysiert, Erfahrungswissen aus Planung, Genehmigung, Umsetzung und Betrieb gebündelt und konkrete Handlungsempfehlungen ausgearbeitet werden. De Zwarte Hond unterstützt dabei mit planerischer Erfahrung aus der Entwicklung komplexer und nachhaltiger Quartiere sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden.
Das Büro beschäftigt sich nicht nur mit dem städtischen Raum, sondern auch mit der Quartiersentwicklung auf dem Land. Mitarbeiter Niklas Gröhl stellte den jungen Planerinnen das Projekt „Neue Wohn- und Nutzungstypologien“ in Ostwestfalen Lippe vor, bei dem sechs Kommunen jeweils an einem eigenen Projekt arbeiten. De Zwarte Hond hat für jede der beteiligten Kommunen einen Lösungsvorschlag erarbeitet. Das Besondere daran: in verschiedenen kooperativen Formaten mit offenem Austausch diskutierten lokale Initiativen und engagierte Bürgerinnen gemeinsam mit den Architekt*innen ihre Ideen und Wünsche für die zukünftige Nutzung. Wichtige Fragestellungen dabei waren: Wie können kleinere Wohneinheiten für ältere Menschen geschaffen werden, um freiwerdende Häuser für Familien zu nutzen? Mit welchen Erdgeschossnutzungen können Stadt- und Ortskerne gestärkt werden? Oder wie geht man mit Leerstand um, für den keine nachfolgende Nutzung gefunden werden kann?
Im Anschluss an die Präsentation konnten die Jungen Planerinnen Fragen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richten und sich bei Snacks und Getränken austauschen. Ein lebendiger Abend, bei dem die JA-Gruppe einen exklusiven Blick hinter die Kulissen und einen Einblick in den Berufsalltag eines international tätigen Architekturbüros werfen konnte.
Weitere Veranstaltungen der Kampagne „JA*
Junge Planer“ sind unterwww.junior-architekt-in.dezu finden.
Bürorundgang: Die Kölner Filiale des Architekturbüros besteht aus einem geräumigen Großraumbüro mitten in Köln. Foto: Maria Jourlova-Nordmeyer
In einem Vortrag wurde den Jungen Planer*innen die Bürophilosophie von De Zwarte Hond vorgestellt. - Foto: Maria Jourlova-Nordmeyer