Wall Street erholt sich in New York; Nasdaq-Composite Allzeithoch bei 25'361
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Marktkommentar 6. Mai 2026
Aktien International
Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum
Übersicht Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 49'298
- 0.7 S&P 500 7'259
- 0.8 NYSE: 1.30 Nasdaq Composite 25'326
- 1.0 Nasdaq: 8.21 Nikkei 225 59'513
- 0.4 Hang Seng 26'117
- 0.8 Shanghai Composite 4'163
- 1.2
Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 24'402 24'370 – 24'870 USD/CHF 0.7800 EUR/CHF 0.9153 EuroStoxx 50 5'870 5'785 – 6'085 Gold 4'662 USD/Unze Stoxx 50 5'049 4'960 – 5'260 NY WTI-Rohöl-Future 100.80 USD
New York Nach den Abgaben zum Wochenstart hat sich die Wall Street gestern Dienstag auf Erholungskurs gegeben. Einen Treiber stellte vor allem die Gewinnentwicklung der Unternehmen dar. Die Lage im Nahen Osten blieb angespannt - schien aber aktuell nicht mehr stark zu belasten, zumal die Ölpreise wieder etwas zurückkamen von ihren jüngsten Hochs. Wohlwollend nahmen Händler zur Kenntnis, dass US-Präsident Donald Trump nach den militärischen Auseinandersetzungen des Vortages bis- lang darauf verzichtete, Teheran einen Waffenstill- standsbruch vorzuwerfen. Der Dow-Industrial stieg um
www.bekb.ch | Marktkommentar | 6. Mai 2026 2 0,7 %, S&P-500 und Nasdaq-Composite legten um 0,8 bzw. 1,0 % zu - der Nasdaq-Index markierte ein Allzeithoch bei 25'361 Punkten. Die Konjunkturdaten des Tages waren allesamt etwas schwächer als gedacht ausgefallen, aber eine echte Enttäuschung und damit Störfeuer für den Aktienmarkt lieferten sie nicht. Die Geschäftsaktivität in der US-Dienstleistungsbranche hatte sich laut S&P Global im April lebhafter als im Vor- monat gezeigt, war jedoch hinter den Erwartungen zu- rückgeblieben. Die Aktivität in der US- Dienstleistungsbranche war im April etwas langsamer gewachsen. Der ISM-Einkaufsmanagerindex des nicht-verarbeitenden Gewerbes ermässigte sich ganz leicht, Ökonomen hatten eine Stagnation vorausgesagt. Das Stimmungsbarometer lag aber weiter klar im Wachstum anzeigenden Bereich. Die Zahl der offenen Stellen in den USA war im März indes etwas gesunken. Die Rohölpreise sanken um knapp 4 %, nachdem die USA signalisiert hatten, dass eine brüchige Waffenruhe mit dem Iran trotz jüngster Angriffe halte. Die Militärak- tionen des Iran seien nicht von einem Ausmass, das eine Wiederaufnahme des Krieges rechtfertige, sagte General Dan Caine, der Vorsitzende des Generalstabs. Auf Un- ternehmensseite hatte Palantir Technologies den Um- satz um 85 % gesteigert. Das war der grösste bisher verzeichnete jährliche Zuwachs und lag über den Markterwartungen. Der Nettogewinn vervierfachte sich, dazu hob Palantir die Umsatzprognose an. Für die Aktie ging es dennoch um 6,9 % nach unten. Die hohe Bewer- tung bleibe trotz starker Umsätze ein Anlass zur Sorge, urteilten die Analysten von Jefferies. Selbst wenn die ehrgeizigen Umsatzziele im Jahr 2027 erreicht würden, sehe die Aktie überbewertet aus. Intel schossen um 13 % empor. Treiber war ein Bericht, wonach Apple Sondie- rungsgespräche mit Intel und Samsung Electronics über die Produktion von Hauptprozessoren für ihre Ge- räte führe. Hintergrund war laut Informanten das Be- streben von Apple, sich über den langjährigen Partner TSMC hinaus zu diversifizieren. Apple tendierten 2,7 fester. Der Halbleiterhersteller ON Semiconductor ver- ringerte zwar den Verlust, schrieb aber weiter rote Zah- len. Der Kurs fiel um 0,6 %. Mehrere Verlage warfen Meta Platforms vor, ihre geschützten Werke illegal als Quelle und zum Training ihrer KI-Plattform genutzt zu haben. Der Kurs der Facebook-Mutter sank um 0,9 %. PayPal plant, in den nächsten zwei bis drei Jahren 20 % ihrer Belegschaft abzubauen, wie eine mit der Angele- genheit vertraute Person mitteilte. Der Stellenabbau ist Teil der neuen Pläne, die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) zu beschleunigen und Kosten zu senken. Der Kurs sackte um 7,8 % ab. Pinterest kletterten um 6,8 %. Das Unternehmen erzielte im ersten Quartal ein zweistelliges prozentuales Erlöswachstum sowie einen Anstieg der monatlichen Nutzerzahlen. Auch die Ergeb- nisse und der Ausblick des Social-Media- und Bild- Sharing-Unternehmens übertrafen die Schätzungen. Die Medienholding IAC verzeichnete einen geringeren Um- satz, der Kurs ermässigte sich um 8,4 %. Das deutsche Biopharma-Unternehmen Biontech (-3,9 %) hatte an- gekündigt, Standorte zu schliessen, wo mit Überkapazi- täten zu rechnen sei. Bis zu rund 1.860 Stellen könnten wegfallen. Die Gesellschaft verzeichnete im vergange- nen Quartal einen geringeren Umsatz und einen höheren Verlust.
Asien Im Fahrwasser steigender Kurse und neuer Indexrekorde an der Wall Street ging es heute Mittwoch an den Börsen in Fernost nach oben. Dabei halfen auch leicht gesun- kene Ölpreise, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die USA die Eskortierung des kommerziel- len Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus, die die Spannung mit dem Iran nochmals erhöht hatte, aus- setzen werden und dass ein Abkommen kurz bevorste- he. Spektakulär gestaltete sich das Geschehen am stark technologielastigen Aktienmarkt im südkoreanischen Seoul. Dort schoss der Kospi in einem neuerlichen Hausse-Schub um 6,7 % nach oben auf ein erneutes Rekordhoch und baute das Plus seit Beginn des Jah- res auf über 75 % aus. Hintergrund ist eine KI- getriebene Rally bei Technologiewerten, die am Vortag bereits diverse Technologieaktien, vor allem aus dem Chipsektor, angetrieben hatte. Für neuerlichen Optimis- mus sorgt der Chipriese AMD, der am Vortag nachbörs- lich in den USA starke Quartalszahlen vorgelegt und einen optimistischen Ausblick für die Branche gegeben hatte (siehe Marktnachrichten). Investoren verwiesen aber auch auf neue Verbraucherpreise für Südkorea, die zeigten, dass die Inflation im April im Rahmen der Erwartungen ausfiel, was für die Wirksamkeit der Mass- nahmen der koreanischen Notenbank zur Eindämmung spreche. In Shanghai geht es nach der jüngsten Feier- tagspause um 1,3 % nach oben, in Hongkong legt der HSI um 0,8 % zu. Auch im australischen Sydney domi- nierten Käufe, der S&P/ASX-200 erholte sich um 1,3 %. Er hatte an 10 der vergangenen 11 Handelstage im Umfeld der dritten Zinserhöhung in Folge in Down Under nachgegeben. Erneut nicht gehandelt wird im Zuge der sogenannten Goldenen Woche mit mehreren Feiertagen in Folge in Japan. Für Rückenwind an den chinesi-
www.bekb.ch | Marktkommentar | 6. Mai 2026 3 schen Börsen sorgten laut Marktteilnehmern auch günstige chinesische Konjunkturdaten. Der private Indikator für die Dienstleistungsaktivität ist im April im Expansion anzeigenden Bereich stärker gestiegen als erwartet und steht damit im Gegensatz zum offiziellen Index, der eine Kontraktion zeigte. Unter den Einzelwer- ten schnellten in Seoul die Chipaktien Samsung Electronics um 15,1 % und SK Hynix um 10,4 % in die Höhe. Die Marktkapitalisierung von Samsung übersteigt damit erstmals die Marke von 1 Billion Dollar. In Hong- kong verteuerten sich die Halbleitertitel Hua Hong um 12,6 und SMIC um 9,4 %. In Sydney erhöhten sich BHP um 2,3 % und Rio Tinto um 1,7 sowie South32 um 2,0 %, Die Finanzchefin des Rohstoffriesen BHP sagte, dass neue Investoren in das Unternehmen einstiegen, weil die Nachfrage nach KI das Kupfergeschäft wertvoller ma- che.
Europa Den europäischen Aktienindices winken heute vor dem Börsenstart steigende Kurse aus Fernost entgegen, die zu einem Startplus von knapp 1 % verleiten dürften. Und auch zur heutigen Wochenmitte liegt das Augen- merk zudem auf der Berichtssaison. Frische Zahlen kommen dabei etwa von Philips, , Novo Nordisk, Daim- ler Truck oder BMW, die trotz Gewinnrückgang, aber besserer Marge stärker in den Handel starten dürften (siehe Marktnachrichten). Bei den Quartalsergebnissen des Chipkonzerns Infineon richten Anleger ihre Auf- merksamkeit auf das Geschäft mit Leistungshalbleitern.
Marktnachrichten
AMD: Erreicht weiteres Gewinnwachstum mit Re- chenzentren Getragen von einem anhaltend hohen Bedarf an Hoch- leistungsprozessoren für Rechenzentren hat AMD das zehnte Quartal in Folge einen überraschend hohen Umsatz erzielt. Das Wachstum dieses Geschäftsbe- reichs werde sich dank grösserer Fertigungskapazitäten beschleunigen, prognostizierte Lisa Su, die Chefin des Chipkonzerns, am Dienstag. Zudem überträfen die In- vestitionsziele der Kunden ihre ursprünglichen Erwar- tungen. “Dank einer zunehmenden Zahl von Grosspro- jekten gewinnen wir Klarheit über unsere Wachstums- aussichten.” AMD-Aktien explodierten daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall Street um über 16 %. Für das laufende Quartal peilt der US-Konzern einen Umsatz von 10,9 bis 11,5 Milliarden Dollar an. Ge- messen am Mittelwert bedeute dies ein Plus von 46 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die bereinigte ope- rative Gewinnmarge werde voraussichtlich bei 56 % liegen. In den vergangenen drei Monaten kletterten die Erlöse weiteren Angaben zufolge um 38 % auf 10,25 Milliarden Dollar und die Umsatzrendite um einen Pro- zentpunkt auf 55 %. Der Reingewinn stieg um mehr als 40 % auf 1,37 Dollar je Aktie. Alle diese Kennziffern lagen über den Analystenprognosen.
Arista Networks: Veröffentlicht Gewinn- und Um- satzplus fürs 1. Quartal Arista Networks hat im ersten Quartal einen höheren Gewinn und steigende Umsätze verzeichnet. Das auf Netzwerkinfrastruktur spezialisierte Unternehmen verbuchte am Dienstag einen Gewinn von 1,02 Milliar- den US-Dollar oder 80 Cent je Aktie. Im Vorjahreszeit- raum hatte der Gewinn bei 813,8 Millionen Dollar oder 64 Cent je Aktie gelegen. Bereinigt um bestimmte Son- dereffekte wies das Unternehmen einen Gewinn von 87 Cent je Aktie aus. Analysten hatten mit 81 Cent je Ak- tie gerechnet. Der Umsatz stieg auf 2,71 Milliarden Dol- lar, nach 2 Milliarden Dollar im Vorjahr. Analysten hatten 2,62 Milliarden Dollar erwartet. Das Unternehmen selbst hatte einen Umsatz von 2,6 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Für das laufende zweite Quartal rechnet das Unternehmen mit einem bereinigten Gewinn von rund 88 Cent je Aktie bei einem Umsatz von etwa 2,8 Milliar- den Dollar. Analysten erwarten einen bereinigten Gewinn von 86 Cent je Aktie bei einem Umsatz von 2,78 Milliar- den Dollar. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel um 7,7 % auf 157,11 Dollar nach. Zuvor hatte sie den regu- lären Handel mit einem Minus von 1,4 % bei 170,22 Dollar beendet.
Lufthansa: Unterstreicht Ausblick inmitten Unwäg- barkeiten Die Lufthansa Group hat ihren Umsatz im ersten Quartal 2026 gesteigert und ihren operativen Verlust stärker verringert als erwartet. Die Krise im Nahen Osten habe zwar die Kerosinkosten steigen lassen, doch die Pas- sagierairlines verzeichneten im März einen starken An- stieg der Nachfrage und auch im Luftfrachtgeschäft nahm die Dynamik gegen Ende des Quartals zu. Derzeit sei an keinem der Lufthansa Group Drehkreuze mit Ein- schränkungen in der Kerosinversorgung zu rechnen, teilte der im MDAX notierte Airline-Konzern mit und bestätigte seine Jahresprognose. Der Konzernumsatz legte im Zeitraum Januar bis März um 8 % auf 8,75 Milliarden Euro zu. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen
www.bekb.ch | Marktkommentar | 6. Mai 2026 4 und Steuern (EBIT) verbessertes sich um 110 Millionen auf 612 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei minus 7,0 % nach minus 8,9 %. Der Konzernverlust verringerte sich auf 655 Millionen von 885 Millionen Euro, der Verlust je Aktie lag bei 55 Cent nach 74 Cent. Analysten hatten im Konsens mit einem Umsatz von 8,78 Milliarden Euro, einem bereinigten EBIT von minus 659 Millionen Euro und einer bereinigten EBIT-Marge von 7,6 % gerechnet. Den freien Cashflow sahen sie bei 1,41 Milliarden Euro.
BMW: Bestätigt Prognose trotz Gewinnrückgang Die Bayerische Motoren Werke haben zum Jahres- auftakt ei