---
title: "Therese Galetzka – Channel Marketing Managerin DACH \u0026 International der Wildix (Switzerland) AG; Digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung"
sdDatePublished: "2026-05-06T09:05:00Z"
source: "https://www.bvmw.de/de/unternehmertum/news/therese-galetzka"
topics:
  - name: "business enterprise"
    identifier: "medtop:20000349"
  - name: "labour"
    identifier: "medtop:09000000"
  - name: "society"
    identifier: "medtop:14000000"
  - name: "human interest"
    identifier: "medtop:08000000"
  - name: "economy, business and finance"
    identifier: "medtop:04000000"
locations:
  - "Switzerland"
  - "Germany"
---


Therese Galetzka – Channel Marketing Managerin DACH & International der Wildix (Switzerland) AG; Digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung

Therese Galetzka - BVMW DE

Die Channel Marketing Managerin DACH & International der Wildix (Switzerland) AG im Interview für die Initiative „Starke Frauen – Starker Mittelstand“.

Wie sind Sie dazu gekommen, Unternehmerin

Ich hatte das Glück, dass meine damalige Führungskraft von Anfang an mit mir auf Augenhöhe gearbeitet und meine Meinung geschätzt und respektiert hat. Dadurch konnte ich Selbstvertrauen aufbauen und habe gelernt, intensiv über meine Entscheidungen nachzudenken, weil ich gemerkt habe, dass sie spürbare Auswirkungen haben. Als meine Führungskraft dann in eine neue Rolle wechselte, war der logische Schritt, dass ich nachrücke, da auch das C-Level die Qualität meiner Arbeit kannte.

Mein eigener Werdegang hat mir auch gezeigt, wie wichtig es ist, für seine Meinung einzustehen, besonders, wenn diese von der der Vorgesetzten abweicht. In einem Umfeld, in dem Wert auf respektvollen Umgang und Kommunikation auf Augenhöhe gelegt wird, hat man die besten Chancen zu wachsen.

Wenn Sie in der Zeit zurückgehen könnten, würden Sie denselben Weg nochmal gehen? Oder würden Sie etwas anders machen.

Unter den gleichen Bedingungen, ja. Ich hatte aber auch das Glück, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem die Hierarchien wirklich flach waren und in dem gute Arbeit geschätzt und Engagement gewürdigt wird. Das ist leider nicht überall der Fall.

Welche Entscheidung würden Sie für sich als Wegweisendste bezeichnen oder auch die, aus der Sie am meisten gelernt haben?

Für mich war die Entscheidung, eine Führungsrolle anzunehmen, wegweisend. Zum einen hat sie mir gezeigt, wie groß das Vertrauen meiner Vorgesetzten in mich ist. Zum anderen war es natürlich auch eine Herausforderung für mich, an der ich sehr gewachsen bin.

Was war die größte Herausforderung, die Ihnen begegnet ist?

Ich habe in meiner Berufslaufbahn ausschließlich in international tätigen Unternehmen gearbeitet. Mein Team setzte sich deshalb auch aus verschiedenen Weltbildern und kulturellen Hintergründen zusammen. Das ist ab und an herausfordernd und erfordert Fingerspitzengefühl. Schließlich sollen sich alle verstanden und respektiert fühlen.

Was mich auch fordert, ist, wenn andere – sei es Kunden, Partner oder in seltenen Fällen auch Kollegen – meine Qualifikation in Frage stellen. In solchen Situationen versuche ich, Ruhe zu bewahren und meine Arbeit zu erledigen, denn ich bin überzeugt, dass man solche Personen nicht mit Worten überzeugen kann, sondern nur mit guter Leistung. Im Zweifelsfall muss man dann die abwertenden Kommentare einfach eine Zeit lang ignorieren und sie mit Taten und Ergebnissen widerlegen. Das erfordert Ausdauer, Energie und bisweilen einen festen Stand.

Womit beschäftigen Sie sich derzeit besonders intensiv?

Aktuell beschäftigen mich zwei unterschiedliche Themen sehr stark: die geopolitische Lage und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ich bin letztes Jahr Mutter geworden. Diese neue Rolle hat auch dazu beigetragen, dass ich meine Prioritäten und meine Arbeitsweise anpassen musste. Mein Partner unterstützt mich dabei sehr und die Tatsache, dass ich im Homeoffice arbeiten kann, hat mir die Rückkehr in den Job sehr erleichtert! Zudem ist mein Arbeitgeber sehr flexibel und unterstützt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Trotzdem merke ich immer wieder, dass es ohne die Unterstützung meines Partners nicht möglich wäre, meinem Job und der Führungsrolle in dem Umfang gerecht zu werden. Dafür ist das System in Deutschland einfach nicht ausgelegt. Und es wird auch bis heute etwas misstrauisch beäugt. Ich habe mir von sehr vielen Menschen nicht nur überraschte, sondern durchaus negative Kommentare anhören müssen, weshalb ich schon nach vier Monaten wieder in den Beruf einsteige und dass ich doch die zwei Jahre Auszeit ausschöpfen sollte. Doch ganz im Ernst: Wieso wird das von mir als Frau verlangt, gleichzeitig wird mein Partner aber schief angeschaut, dass er mehr als zwei Monate Elternzeit nimmt? Da frage ich mich schon manchmal, in welchem Jahrhundert wir leben.

Die geopolitischen Entwicklungen der letzten Monate wirken sich auch auf unsere Branche stark aus. Wir sehen, wie dynamisch der Markt ist, wie schnell sich Standpunkte ändern und Versprechungen damit zunichte gemacht werden. Digitale Souveränität gewinnt an Bedeutung, ebenso die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Unternehmen. Die Lage im Blick zu behalten, neue Entwicklungen zu antizipieren und entsprechend darauf zu reagieren, finde ich unglaublich spannend.

Wodurch erfahren Sie besondere Wertschätzung für Ihre Arbeit?

Ich bin, was meine Arbeit angeht, eine eher zurückhaltende Person. Ich profiliere mich nicht über meine Erfolge und kann mich mit dem zweiten Teil des Ausspruchs „Tu Gutes und sprich darüber“ nicht identifizieren, sondern erledige meine Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen. Die Anerkennung für meine Arbeit ist daher eher subtil, auf lange Sicht aber auch nachhaltiger. Meine Partner und Kollegen haben erkannt, dass ich verlässlich, strategisch und vorausschauend agiere und spiegeln mir das auch wider.

Welche Botschaft möchten Sie frisch gebackenen Unternehmerinnen oder Gründerinnen

Glaubt an euch. Vertraut auf eure Stärken und geht den nächsten Schritt. Besonders Frauen neigen ja oft dazu, ihre Qualifikation unter den Scheffel zu stellen, dabei habt ihr euch mit eurer Arbeit längst für eine Führungsrolle qualifiziert!

Mit welchen wesentlichen Maßnahmen fördern Sie in Ihrem Unternehmen gezielt Female Empowerment und geben Ihren Mitarbeiterinnen Rückenwind?

Wildix lebt eine Kultur der Gleichberechtigung und das spüre ich jeden Tag. Männer und Frauen erhalten die gleichen Chancen, die Qualität der Arbeit ist letztendlich entscheidend für Beförderungen und gleichzeitig wird von der Unternehmensspitze aus eine kollegiale und mitfühlende Unternehmenskultur vorgelebt. Das ist unfassbar wichtig, denn nur so kommen die Werte in allen Teilen des Unternehmens an.

Von der Politik erwarte ich hinsichtlich einer stärkeren Unterstützung von Unternehmerinnen und der Entwicklung von Frauen in Unternehmen im Allgemeinen...

… mehr Unterstützung für arbeitende Eltern, egal ob Mann oder Frau. Viele Frauen können aufgrund der Betreuungssituation gar nicht Vollzeit arbeiten. Kitas und Kindergärten haben oft so viele Schließtage, dass sich diese mit Urlaubstagen nicht abdecken lassen. Zudem ist die Betreuung oft nur halbtags.

Ich wünsche mir deshalb flexiblere Elternzeitmodelle, die eine individuelle Gestaltung zulassen, und flächendeckende Initiativen, die besonders Frauen, aber Eltern im Allgemeinen, dabei unterstützen, wieder so ins Arbeitsleben zu starten, wie sie es sich wünschen. Jeder spricht überall von Fachkräftemangel, daher sollte die Regierung auch etwas tun, um es den Fachkräften mit (kleinen) Kindern zu ermöglichen, schneller wieder am Arbeitsleben teilzunehmen.

Wer hat Sie am meisten inspiriert und warum?

Meine ehemalige Führungskraft. Sie ist mir vom ersten Tag an auf Augenhöhe begegnet und hat mir gezeigt, wie Führung ohne Machtgefälle funktionieren kann. Dadurch hat sie auch meinen persönlichen Führungsstil stark geprägt. Sie hat viel Wert auf Austausch gelegt, auf Zusammenarbeit im Team und darauf, gemeinsam neue Wege zu definieren. Da gab es keinen Platz für Einzelkämpfer, wir haben alle an einem Strang gezogen und waren so zusammen erfolgreich.

Womit schaffen Sie in Ihrer Freizeit einen Ausgleich zu Ihrem Arbeitsalltag?

Mit meiner Familie. Meine Tochter hilft mir dabei, die Prioritäten zwischen Arbeit und Privatem richtig zu setzen und meine Familie gibt mir viel Kraft.

Außerdem ist Musik für mich ein optimaler Ausgleich. Ich spiele seit einigen Jahren Bass und war auch vorher schon in verschiedenen Chören aktiv – als Solisten und auch Chorleiterin bzw. Vocal Coach. Musik hilft mir dabei, abzuschalten und in andere Welten einzutauchen. Für mich ist das das perfekte Gegenstück zur Arbeit. Zudem bin ich in einem Verein zur Förderung der aktiven lokalen Musikszene im Vorstand tätig und unterstütze hier mit meiner Expertise in der Öffentlichkeitsarbeit, Sponsorengewinnung und Eventplanung.

Ein guter Tag beginnt für mich mit…

… mit einem Lächeln von meiner Tochter und meinem Mann.

Wie bereiten Sie sich auf einen wichtigen Termin vor?

Ich versuche mich in die Person mir gegenüber hineinzuversetzen und zu antizipieren, was die Person gerade beschäftigt – beruflich wie privat. Das hilft mir dabei, zu verstehen, was mein Gegenüber bewegt, aus welcher Richtung Gegenwind zu erwarten ist und von welchen Lösungen beide Seiten profitieren könnten.

Am meisten begeistert mich an meinem Beruf…

… die Vielseitigkeit. Mein Alltag setzt sich aus so vielen unterschiedlichen Aufgaben zusammen, da ist Abwechslung garantiert. Und auch die Branche an sich ist so dynamisch, dass es nie langweilig wird.

Was haben Sie von Ihrem Team gelernt?

Mein Team hat mir gezeigt, dass jeder seine individuellen Stärken mitbringt. Eine Offenheit, nicht nur von den Erfolgen, sondern auch von den Fehlern anderer zu lernen und diese nicht zu verurteilen, ist sehr wertvoll für die Teamentwicklung. Dazu gehört auch, zu reflektieren, warum andere auch anders reagieren und verständnisvoll miteinander umzugehen. Geprägt hat mich auch ein Satz einer Vocal-Coach-Kollegin, die mir beigebracht hat, Fehler zu „feiern“ – nach dem Motto: „Spannend, das kann ich noch nicht – hier kann ich noch etwas lernen und über mich hinauswachsen.“ Das klingt vielleicht nach einem lapidaren Satz, ist aber ein wahnsinnig wirkungsvolles Mindset.

Berufsabschluss:Master of Science, Bachelor of Engineering

Position:Channel Marketing Manager DACH & International

Interviewreihe der Initiative „Starke Frauen – Starker Mittelstand“

Starken Frauen im Mittelstand: Erleben Sie die spannenden Geschichten weiblicher Talente aus dem Netzwerk des BVMW.

„Starke Frauen – Starker Mittelstand“ – Eine Initiative des BVMW

Das BVMW-Netzwerk für weibliches Unternehmertum

Starke Frauen – Starker Mittelstand

Mittelstandspreis 2026 – jetzt bewerben

Heimspiel Mittelstand: Unternehmer setzen ein starkes Zeichen für Verantwortung, Austausch und Freiheit