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title: "CDU Deutschlands Beschluss: Schutz jüdischen Lebens in Deutschland, Berlin; Gesetzeslücken im Strafrecht schließen"
sdDatePublished: "2026-05-06T07:05:00Z"
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  - "Baden-Württemberg"
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CDU Deutschlands Beschluss: Schutz jüdischen Lebens in Deutschland, Berlin; Gesetzeslücken im Strafrecht schließen

Jüdisches Leben
in Deutschland
Beschluss des Präsidiums der CDU Deutschlands
Berlin, 4. Mai 2026

Beschluss des Präsidiums der CDU Deutschlands
„Jüdisches Leben in Deutschland“
Der Schutz jüdischen Lebens in Deutschland ist für uns nicht verhandelbar. Er ist
Ausdruck einer wehrhaften Demokratie und Kern unserer staatlichen Verantwortung.
Vor dem Hintergrund der letzten zwei Jahre, verstärkt durch die Entwicklungen nach
dem 7. Oktober 2023, ist dies für uns klarer denn je. Jüdisches Leben gehört zu
Deutschland. Als CDU Deutschlands bekennen wir uns zu unserer historischen
Verantwortung und machen sie zum politischen Maßstab unseres Handelns.
Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist jüdisches Leben in
Deutschland erneut bedroht. Antisemitismus hat viele Gesichter und ist nie ganz aus
unserem Land verschwunden. Die Intensität, mit der er nun erneut auftritt, war bis vor
Kurzem jedoch nur schwer vorstellbar. Dass etwa das Tragen einer Kippa in der
Öffentlichkeit häufiger zu Übergriffen führen kann, ist keine gefühlte Wahrheit, sondern
spiegelt sich zu häufig in der Realität wider. Als CDU Deutschlands werden wir jede
Erscheinungsform
des
Antisemitismus,
egal
ob
von
Rechtsextremisten,
Linksextremisten oder Islamisten, klar benennen und bekämpfen. Für uns ist klar: Null
Toleranz gegenüber jeder Form von Antisemitismus. Wer Judenhass verbreitet, stellt
sich gegen die Grundwerte unseres Landes. Dies gilt auch für wieder aufflammende
Ressentiments, die als vermeintliche Kritik getarnt sind. Für uns ist klar, dass es keine
Relativierungen und keine doppelten Standards geben darf. Das Existenzrecht Israels ist
nicht verhandelbar. Für uns ist klar: Der Staat darf nicht hinnehmen, dass zur
Vernichtung Israels aufgerufen oder sein Existenzrecht öffentlich bestritten wird. Wir
setzen uns dafür ein, das bestehende Regelungslücken im Strafrecht im Einklang mit
dem Grundgesetz geschlossen werden.
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Antisemitismus ist kein Randphänomen, sondern zieht sich teils bis in die Mitte unserer
Gesellschaft. Der Umgang mit Antisemitismus und der Schutz jüdischen Lebens sind
daher Prüfsteine unserer Gesellschaft. An ihnen können wir ermessen, wie es um die
moralische Substanz unseres Landes, die Grundlagen unseres Zusammenlebens sowie
die Freiheit und Würde des Einzelnen bestellt ist. Wo Hass gegen jüdisches Leben
wächst, ist die Demokratie in Gefahr.
Weil „Nie wieder“ sichtbar sein muss.
Durch den von Nazi-Deutschland verübten Holocaust tragen wir eine historische
Verantwortung. Wer „Nie wieder“ sagt, muss dies auch in die Gegenwart und Zukunft
unseres Landes übersetzen. Wir müssen die Strukturen und Entwicklungen, die hinter
antisemitischen Straftaten stehen, systematisch erfassen und bekämpfen. Das gilt
offline wie online.
Zudem sehen wir, dass der Schutz jüdischer Einrichtungen staatliche Daueraufgabe ist.
Hier setzen wir uns für eine weitere Verbesserung ein. Gleichzeitig ist für uns klar, dass
Sicherheit die Voraussetzung, aber nicht das finale Ziel einer vielfältigen Gesellschaft
sein darf. Ein Land, in dem jüdisches Leben nur unter Polizeischutz existiert, hat ein
Problem. Unser Ziel ist daher klar: Jüdisches Leben muss in Deutschland frei und
sichtbar sein. Die jüdische Kultur ist reich, vielfältig und prägt unser Land in vielen
Bereichen. Die Sichtbarkeit der jüdischen Kultur zu ermöglichen und zu fördern, ist eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dass es heute jüdisches Leben in Deutschland gibt, ist
ein großer Vertrauensbeweis an unsere Gesellschaft, unsere Demokratie und unseren
Rechtstaat.
Weil es eine Aufgabe der Gesellschaft ist.
Gleichzeitig ist uns klar, dass der Staat allein diese Aufgabe nicht erfüllen kann. Es
braucht vielmehr eine breite gesellschaftliche Haltung. Denn Antisemitismus zeigt sich
nicht allein in offener Feindseligkeit, sondern oft in Vorurteilen und unterschwelliger
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Ablehnung. Wer das hinnimmt, trägt dazu bei, dass sich antisemitische Haltungen in der
Gesellschaft verfestigen. Für uns ist daher klar, dass Antisemitismus auch im Alltag
nicht unbeantwortet bleiben darf. Es braucht eine gesamtgesellschaftliche Haltung, die
antisemitischen Anfeindungen in jedweder Form entgegentritt.
Auch in Kunst und Kultur zeigt sich immer öfter ein teilweise offen zur Schau gestellter
Antisemitismus. Vorfälle bei international renommierten Veranstaltungen wie der
Documenta oder der Berlinale, Boykotte jüdischer Gedenkveranstaltungen und gezielte
Ausladungen stigmatisieren jüdische Künstlerinnen und Künstler. Eine angemessene
Aufarbeitung dieser Fälle ist unabdingbar, denn Antisemitismus darf weder als Kritik an
der Politik noch in anderer Form relativiert oder verdeckt werden. Antisemitismus muss
auch in Kunst und Kultur benannt und konsequent geahndet werden, nicht nur dort wo
das Strafrecht greift, sondern ebenso durch verbindliche Standards und entschiedene
Reaktionen der Verantwortlichen und Institutionen. Nur so kann die jüdische Kultur
sowie die Kunstfreiheit vor Missbrauch geschützt werden.
Parteien prägen das politische Klima und damit eine besondere Verantwortung für den
Schutz jüdischen Lebens. Daraus erwächst die Pflicht aller demokratischen Parteien,
Antisemitismus klar zu benennen, wo er verharmlost oder gefördert wird, und ihm
entschieden entgegenzutreten. In der Alternative für Deutschland relativieren führende
Vertreter den Holocaust, bedienen antisemitische Codes und verbreiten entsprechende
Narrative; selbst die Verbrechen des Holocausts werden verharmlost. Zugleich zeigt sich
– nicht zuletzt seit dem 7. Oktober –, dass Antisemitismus auch am linken Rand an
Bedeutung gewinnt. Insbesondere Die Linke fällt dadurch auf, Israelfeindlichkeit und
dahinterliegendem Antisemitismus eine politische Heimat zu bieten. Rücktritte von
Antisemitismusbeauftragten sowie offizielle antizionistische Beschlüsse, etwa bei Der
Linken in Niedersachsen, sind in diesem Zusammenhang ein alarmierendes Signal für
alle demokratischen Parteien.
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Zur Realität gehört jedoch ebenso, dass die Entwicklungen der vergangenen Jahre auch
auf unsere veränderte Gesellschaft zurückzuführen sind. Nicht alle, die in Deutschland
leben, haben auch einen direkten Bezug zu unserer historischen Verantwortung. In
vielen Herkunftsländern ist Antisemitismus gesellschaftlich toleriert oder wird gar
indoktriniert. Dieses Gedankengut nach Deutschland zu tragen, ist inakzeptabel.
Deshalb muss mehr Transparenz in unseren Moscheen herrschen. Für uns steht außer
Frage, dass Imame in Deutschland ohne ausländische Finanzierung ausgebildet werden
müssen. Unseren Wertekompass klar zu vermitteln, muss daher stärker in die
Integrationsarbeit eingebettet werden. Wer jüdisches Leben in Deutschland bedroht,
darf nicht eingebürgert werden.
Antisemitisches Verhalten muss immer Konsequenzen nach sich ziehen. Geopolitische
Entwicklungen dürfen nicht dazu führen, dass Minderheiten in Deutschland bedroht
werden. Die Förderung von Einrichtungen, die antisemitische Narrative verbreitet, gilt
es einzustellen. In allen Schichten der Gesellschaft muss durch Wissensvermittlung
Vorurteilen gezielt vorgebeugt werden.
Weil klare Haltung nur mit Bildung gelingt.
Eine klare Haltung kann nur durch Wissen und Empathie vermittelt werden. Wir müssen
deshalb durch bundesweit verbindliche Standards unseren Lehrkräften an Schulen und
Universitäten Grundlagen bieten, sich komplexen Diskussionen mit solidem Wissen zu
stellen. Dieses Wissen erstreckt sich über den Beitrag jüdischen Lebens zu unserer
Kultur, hin zur Geschichte des Nahen Ostens über die Gründung des Staates Israel.
Gleichzeitig müssen Bildungseinrichtungen darin unterstützt werden, Möglichkeiten
auszuschöpfen, um antisemitische Handlungen zu sanktionieren. Hierfür müssen auch
die Länder ihre Hochschulgesetze auf Lücken und Anpassungsmöglichkeiten
überprüfen.
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Ebenso müssen wir aber auch dazu befähigen, Desinformation in der digitalen Welt zu
erkennen. Kritisches Hinterfragen und ein solider moralischer Kompass gehen hier
Hand in Hand, denn vieles wird im Internet aus dem Kontext gerissen.
Weil es Deutschland ohne jüdisches Leben nicht gibt.
Jüdisches Leben in Deutschland ist nicht historisch, es ist allgegenwärtig und hat die
Künste und Wissenschaften unserer Nation maßgeblich geprägt. Aktivitäten, um diese
Vielfalt sichtbar zu machen, müssen wir weiter intensivieren. Auch unsere
Erinnerungskultur müssen wir in diesem Bereich stärken und weiterentwickeln. Einen
großen Beitrag leistet hierbei die Nationale Strategie gegen Antisemitismus, die es
weiter voranzutreiben gilt.
Die CDU Deutschlands steht wie keine andere Partei für ein Land, in dem jüdisches
Leben selbstverständlich sein muss. Ein Land in dem Menschen ihre Religion frei
ausüben können, ohne Angst zu haben. Ein Land, das aus seiner Geschichte gelernt hat
und das zu seiner Verantwortung steht. Diese Haltung ist Maßstab für unser politisches
Handeln und ein Versprechen, das wir jeden Tag neu einlösen werden.
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