Handelsverband Deutschland (HDE) fordert weitere Vertiefung des Binnenmarkts in der EU; Verbraucherschaden über 14 Mrd Euro jährlich
Europatag 2026: HDE fordert weitere Vertiefung des Binnenmarkts – Handelsverband Deutschland (HDE)
Europatag 2026: HDE fordert weitere Vertiefung des Binnenmarkts
Wenige Tage vor dem Europatag am 9. Mai betont der Handelsverband Deutschland (HDE) in Anbetracht der weiterhin anhaltenden Kriege und Krisen, wie wichtig der Zusammenhalt und die Demokratie innerhalb Europas sind. Aus wirtschaftlicher Sicht nimmt der HDE insbesondere die große Bedeutung des einheitlichen Binnenmarktes in den Fokus und fordert die konsequente Beseitigung von bestehenden Hemmnissen.
„Die EU ist ein Friedens- und Wohlstandsprojekt, das auf den Zusammenhalt seiner Bürgerinnen und Bürger angewiesen ist. Wie wertvoll die Errungenschaft eines friedlichen und sicheren Europas ist, führen uns die weltweiten Kriege derzeit jeden Tag vor Augen“, so der HDE-Geschäftsführer und Leiter Europapolitik Christian Staat. Gerade für den Einzelhandel seien die Vorteile eines geeinten Europas groß. „Für den Einzelhandel ist eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf dem weltweit größten Binnenmarkt unverzichtbar, um seine Kunden mit einer Vielfalt an hochwertigen Produkten versorgen zu können. Daher braucht der Handel mehr Binnenmarkt und nicht weniger. Nur mit dem weiteren Abbau von Hindernissen für den grenzüberschreitenden Handel können die Unternehmen das wirtschaftliche Potenzial der EU ausschöpfen“, so Staat weiter.
Der HDE sieht hier vor allen Dingen bei der Beseitigung regionaler Lieferbeschränkungen (Territorial Supply Constraints, TSCs) noch viel zu tun. Staat: „Vor allem große Hersteller setzen auf TSCs und behindern damit den freien Warenverkehr zwischen den Mitgliedstaaten, führen zu künstlichen Preisunterschieden und richten beim europäischen Verbraucher jährlich einen Schaden von über 14 Milliarden Euro an.“ TSCs entstehen beispielsweise, wenn Hersteller dem Handel verbieten, Produkte über Ländergrenzen hinweg weiterzuverkaufen. Das verhindert grenzüberschreitenden Wettbewerb. Daher ist es aus Sicht des HDE entscheidend, dass die EU-Kommission dieses massive Binnenmarkt-Problem entschlossen angeht. Diese Praktiken gehören nicht zufällig zu den „Terrible Ten“, die von der EU-Kommission selbst als Schwächen identifiziert sind, die ein reibungsloses Funktionieren des Binnenmarktes massiv hemmen.
„Wir brauchen in diesen Zeiten mehr Mut zu Europa und transnationaler Zusammenarbeit. Europa muss neue Möglichkeiten im Gemeinsamen schaffen. Gleichzeitig brauchen wir aber auch den Abbau einer belastenden Bürokratie. In den letzten Jahren dominierte leider der Eindruck einer EU, die der Wirtschaft zusätzliche Aufgaben aufbürdet und so Wachstum hemmt. Stattdessen müssen wir wieder hin zu einer EU, die durch den Binnenmarkt, neue Wachstumspotentiale für alle Beteiligten entfesselt“, so Staat.