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title: "Stadt und Polizei bereiten sich auf AfD-Bundesparteitag in Erfurt vor; 35.000 Demonstranten erwartet, 10 Gegenproteste angemeldet"
sdDatePublished: "2026-05-06T04:10:00Z"
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Stadt und Polizei bereiten sich auf AfD-Bundesparteitag in Erfurt vor; 35.000 Demonstranten erwartet, 10 Gegenproteste angemeldet

Stadt und Polizei bereiten sich auf Veranstaltungswochenende im Juli vor | Erfurt.de

Stadt und Polizei bereiten sich auf Veranstaltungswochenende im Juli vor

Pressemitteilung:05.05.2026 19:28Kategorie: Sicherheit und Ordnung

Es wird ein Wochenende, das „in Form und Dimension außergewöhnlich“ ist, sagt Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn: Vom 3. bis 5. Juli 2026 findet der Bundes¬parteitag der AfD in der Messe Erfurt statt. Bereits jetzt sind zehn Gegendemons¬trationen angemeldet, zu denen mindestens 35.000 Menschen erwartet werden. Am gleichen Wochenende strömen Zehntausende Fans zu den Konzerten von Roland Kaiser (Freitag) und Clueso (Samstag). Die Vorbereitung von Stadt und Polizei laufen auf Hochtouren.

Vorbereitungen laufen koordiniert und auf Hochtouren

„Unser oberstes Ziel wird sein, das öffentliche Leben aufrechtzuerhalten“, so Andreas Horn im Rahmen einer Pressekonferenz am 5. Mai. „Alle vorbereitenden Maßnahmen zielen darauf ab, Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten.“ Bereits Anfang des Jahres wurde daher ein Verwaltungsstab ein­berufen, in denen die zentralen Aufgaben der Stadt gebündelt und umgesetzt werden – von A wie Abfallentsorgung bis Z wie Zufahrtswege.

Die Zuständigkeiten von Stadt und Polizei sind dabei getrennt, auch wenn alle Akteurinnen und Akteure eng zusammenarbeiten. Der Präsident der Landespolizei­direktion und Einsatzführer Thomas Quittenbaum stellte klar, dass der Schutz von Grundrechten an erster Stelle stünde. Dabei träfen am ersten Juliwochenende zwei konkurrierende Verfassungsgrundsätze aufeinander: Gemäß Artikel 8 des Grundge­setzes würden alle friedlichen und angemeldeten Versammlungen entsprechen geschützt werden, gleichzeitig würde die Polizei die Durchführung des AfD-Bundesparteitags gemäß Artikel 21 Grundgesetz ermöglichen.“

„Wir werden versuchen, die Durchlässigkeit in der Stadt zu erhalten. Wir lassen sie sommerlich und lebendig“, sagt Heike Langguth, Bürgermeisterin und Beigeordne­te für Sicherheit, Bürgerservice und Gesundheit. Es gibt eine Ausnahme, der Ega­park wird Samstag und Sonntag vorsorglich schließen. „Der Egapark liegt unmittel­bar im Bereich angemeldeter Versammlungen. In Absprache mit der Egaparkleitung haben wir entschieden, Verärgerung bei Besucherinnen und Besuchern proaktiv zu umgehen“, so Heike Langguth. Trotz einer größtmöglichen Durchlässigkeit wird es zu Einschränkungen kommen, die vor allem den Westen der Stadt betreffen. Polizei und Stadt empfehlen allen Anreisenden den kompletten Bereich um die Eisenacher Straße und die Gothaer Straße zu meiden. In diesem Areal sind die Vorbereitungen darauf ausgerichtet, Not- und Rettungswege freizuhalten und den Individualver­kehr für Anwohnerinnen und Anwohner zu gewährleisten. Ob und in welcher Form es Ersatz für den Stadtbahnverkehr geben wird, der in diesem Bereich zum Erliegen kommt, wird geprüft.

Für Schulen und Kitas sind nach aktuellem Stand keine Einschränkungen bekannt. Die Stadtverwaltung steht aber auch hier in Kontakt mit den betroffenen Einrich­tungen. Eine Einwohnersammlung in Schmira ist für Ende Juni geplant, um Anwohnende aus den betroffenen Ortsteilen einzubinden.

Personen, die beispielsweise eine Flugreise antreten oder am Flughafen Erfurt-Weimar landen, sollten sich auf eventuelle Verzögerungen bei der Anreise einstellen und kurzfristige Informationen berücksichtigen. Das IKEA-Möbelhaus wird öffnen, eine Umleitung der Buslinie 80 wird geprüft.

Seitens der Polizei wurde darauf hingewiesen, dass bundesweit Aufrufe zu Stör­aktionen gäbe. Diese würden, im Vergleich zu den bereits angezeigten friedlichen Versammlungen, keinen Schutz durch das Grundgesetz genießen. Daher geht die Bitte an alle, die ihren Unmut bezüglich des Bundesparteitages zum Ausdruck brin­gen möchten, sich ausschließlich an den geplanten, friedlichen und gut organisier­ten Gegenprotesten zu beteiligen. Auch Oberbürgermeister Andreas Horn appelliert: „Erfurt steht für ein friedliches, sicheres und respektvolles Miteinander. Protest ist legitim, Gewalt ist es nicht.“

Erste Hinweise für Konzertbesucherinnen und -besucher

Die Konzerte von Roland Kaiser am Freitag, dem 3. Juli, 20:00 Uhr und von Clueso am Samstag, dem 4. Juli, 19:30 Uhr sind ausverkauft und finden statt. Christian Fothe von der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH steht bereits im Austausch mit dem Konzertveranstalter Semmel Concerts, damit Konzertbesucherinnen und -besucher frühzeitig informiert werden und ihre Anreise entsprechend planen können. Die anonymisierte Statistik der Tickets zeigt, dass ein großer Teil der Gäste ohnehin über den Erfurter Norden und Osten anreist.

Das Barfüßer Open-Air wird am Freitag und Samstag ebenso stattfinden. Auch der Kindergarten-Cup der WBG Zukunft im Steigerwaldstadion am 4. Juli soll ermöglicht werden. Verschoben wurde das traditionell am ersten Juli-Wochenende stattfinden­de Petersbergfest. Die Veranstaltung findet nun am Weltkindertag, dem 20. Septem­ber 2026, statt. Neben Besucherinnen und Besuchern aufgrund des AFD-Parteitages und der damit verbundenen Versammlungen und Besuchern der Konzerte, werden auch Touristen in der Stadt erwartet. Sie sollen alle touristischen Highlights wie gewohnt besuchen können, einzige Besonderheit der ETMG ist die, dass es aller Voraussicht nach keine Stadtführungen geben wird.

Mit einer Auftakt-Pressekonferenz am 5. Mai haben Stadt und Polizei einen ersten Überblick über den aktuellen Stand der Vorbereitungen gegeben. In den kommenden Wochen soll die Kommunikation mit allen betreffenden Zielgruppen intensiviert werden. Anwohnerinnen und Anwohner, öffentliche Einrichtungen und Unterneh­men sollen dabei ebenso berücksichtigt werden wie Gäste, die von außerhalb kommen. Die Stadt hat daher unterwww.erfurt.de

juli2026ein Informationsportal eingerichtet, auf dem bereits jetzt ein Katalog von Fragen und Antworten veröffent­licht ist, der fortlaufend aktualisiert wird.

Die etablierten Kommunikationswege werden in den kommenden Wochen durch einen WhatsApp-Kanal der Stadt Erfurt ergänzt. Er soll allgemein über Neuigkeiten und Themen aus der Stadtverwaltung informieren und rund um das erste Juli-Wo­chenende schnell und zielgerichtet aktuelle Meldungen bequem aufs eigene Smartphone bringen.

Rechtzeitig vor dem Veranstaltungswochenende wird außerdem für allgemeinen und individuellen Fragen eine Bürgerhotline eingerichtet. Wer bereits jetzt Hinwei­se oder Anliegen hat, kann sich damit per E-Mail aninfo.verwaltungsstab@erfurt.dewenden. Presseanfragen können gezielt anpresse.verwaltungsstab@erfurt.degesendet werden.

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