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title: "Drei Spitzenkandidat*innen kandidieren für Hauptpersonalrat Bayern; Kampf um bessere Löhne und Arbeitsbedingungen"
sdDatePublished: "2026-05-06T10:04:00Z"
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Drei Spitzenkandidat*innen kandidieren für Hauptpersonalrat Bayern; Kampf um bessere Löhne und Arbeitsbedingungen

Die Personalratswahlen stehen vor der Tür | GEW - Bayern

Die Personalratswahlen stehen vor der Tür

In Bayern finden im Juni die Personalratswahlen statt. In den folgenden Texten stellen sich die drei Spitzenkandidat*innen für den Hauptpersonalrat (HPR) in alphabetischer Reihenfolge vor.

Angelika Altenthan kandidiert für die Gruppe der Lehrkräfte an Gymnasien, Florian Kohl für die Gruppe der Lehrkräfte in Förderschulen und Schulen für Kranke und Markus Weinberger für die Gruppe der Lehrkräfte an Grund- und Mittelschulen.

Mein Name ist Angelika Altenthan und ich bin Lehrerin für Deutsch und Französisch am Gymnasium. Mein Berufsweg ist lang, angefangen mit meiner Ausbildung als Buchhändlerin, über das Studium im In- und Ausland bis hin zu meiner Tätigkeit als Lehrkraft inner- und außerhalb Bayerns. Seit circa 20 Jahren ist das Allgäu-Gymnasium in Kempten meine Stammschule, wo ich zehn Jahre stellvertretende Vorsitzende im örtlichen Personalrat war. Ebenfalls seit zehn Jahren kämpfe ich in der GEW-Bundestarifkommission Länder für bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen für die bayerischen Lehrkräfte. Seit 2021 bin ich für meine Aufgaben in den Gruppen Lehrer an Gymnasien einerseits als Hauptpersonalrätin beim Kultusministerium und andererseits als Bezirkspersonalrätin beim Landesamt für Schule, dort Vorsitzende der Gruppe, komplett vom Dienst freigestellt.

Meine bisherige Arbeit als Hauptpersonalrätin

Ich agiere nun seit fünf Jahren als Hauptpersonalrätin und habe das Gefühl, genau am richtigen Platz zu sein. So lautstark ich schon immer für die Rechte aller gymnasialen Lehrkräfte eingetreten bin, so ruhig habe ich zunächst mal bei den Plenumssitzungen das Procedere beobachtet. Wer sagt wann und auf welche Weise was? Wer pflichtet wem bei? Was ist das laut ausgesprochene und das unterschwellig vorhandene Ziel? In dem 25-köpfigen Gremium kommen alle Schularten zusammen. Deren schulartspezifische Belange in Verbindung mit unterschiedlichen Verbands- bzw. Gewerkschaftsinteressen zu hören, ist immer aufschlussreich. Dies gilt auch für die Besuche der Referent*innen aus dem Kultusministerium, die einen vielfältigen Einblick in die gegenwärtigen und zukünftigen Vorhaben im Bereich Schule erlauben. Ich hoffe, dass meine gezielten Fragen und Debattenbeiträge zu Denkanstößen führten. Viel Zeit verbringe ich in den zahlreichen Sitzungen der Gruppe Lehrer an Gymnasien. Die Beteiligung bei Einstellungen, Versetzungen, Abordnungen, Beförderungen und Funktionsübertragungen sind einige wichtige Bereiche, die zum Tagesgeschäft gehören. Hierbei lernt man die gymnasiale Landschaft in all ihren Facetten kennen. Als GEW-Kollegin arbeite ich mit vier Vertreter*innen des Philologenverbandes zusammen und mich freut die detaillierte, sachliche und äußerst fundierte Arbeitsweise sowie die gegenseitige Wertschätzung. Letzteres kommt vor allem auch bei den monatlichen Gesprächen mit der Gymnasialabteilung des Kultusministeriums zum Tragen. Sie dauern mehrere Stunden und sind geprägt von dem Willen zur vertrauensvollen Zusammenarbeit. So etwas habe ich selten erlebt. Obgleich mancherlei Sichtweisen naturgemäß sehr unterschiedliche Anliegen und Erfordernisse zum Ausdruck bringen – selbst ganz kontroverse Debatten können mit viel Respekt füreinander zu einem tragbaren Ergebnis führen. Ob man glücklich damit ist, sei dahingestellt.

Meine künftige Hauptaufgabe als Hauptpersonalrätin

Eine Lehrkraft im Gymnasium ist in zunehmendem Maße ähnlichen Problemen wie in anderen Schularten ausgesetzt. Ich denke dabei an den Lehrkräftemangel, die Budgetkürzungen, den Quereinstieg oder die Gesetzesänderung zur familienpolitischen Teilzeit. Die Heterogenität von Schüler*innen fordert Lehrkräfte physisch und psychisch heute mehr heraus. Außerunterrichtliche Tätigkeiten tragen nach wie vor zur Dauerbelastung des Personals bei und eine Teilzeitlehrkraft arbeitet immer noch über ihr Teilzeitmaß hinaus. In noch viel stärkerem Maße als heute werden die Digitalisierung und verschiedene Werkzeuge von künstlicher Intelligenz den Unterrichtsalltag beeinflussen oder gar bestimmen. Folgendes ist wichtig: Zum Wohle der Gesundheit muss die Arbeitszeit unter Ausschluss von Leistungs- und Verhaltenskontrolle erfasst und bei Überschreitung müssen sinnvolle Maßnahmen ergriffen werden. Technik darf die Lehrkraft nicht in Geißelhaft nehmen, sondern muss ihr dienen. Die geschilderten schulartübergreifenden Herausforderungen verlangen einen noch intensiveren Austausch mit sämtlichen Kolleg*innen des Hauptpersonalrats, zunächst innerhalb der GEW und dann darüber hinaus.

Florian Kohl (Förderschulen und Schulen für Kranke)

Ich bin seit 20 Jahren als Förderschullehrer tätig. Seit 15 Jahren engagiere ich mich im örtlichen Personalrat für Förderschulen und Schulen für Kranke in Mittelfranken, in dem wir seit 2016 als GEW-Fraktion die Mehrheit stellen. Seit 2021 bin ich stellvertretender Vorsitzender der Gruppe der Beamt*innen. Im gleichen Jahr wurde ich auch in den Hauptpersonalrat (HPR) gewählt.

Seit zwei Jahren bin ich vollständig vom Schuldienst freigestellt und konzentriere mich auf meine Arbeit im Personalrat und in der Gewerkschaft. Privat lebe ich mit meiner Familie - wir haben drei schulpflichtigen Kinder – in Mittelfranken. Meine großen Leidenschaften sind das Reisen und der Amateurfußball – in meiner Freizeit bin ich von daher entweder in anderen Ländern unterwegs oder als Trainer beziehungsweise Zuschauer auf bayerischen Fußballplätzen zu finden.

Warum kandidierst du erneut für den Hauptpersonalrat?

Die erste Legislaturperiode im Hauptpersonalrat war geprägt vom Kennenlernen der Strukturen, Verfahren und Akteur*innen sowie davon, meinen Platz in diesem großen Gremium zu finden. Ich bin überzeugt, dass mir das gut gelungen ist.

Mit einer klaren Haltung bringe ich mich aktiv in Diskussionen ein, stelle auch gegenüber dem Kultusministerium unbequeme Fragen und scheue mich nicht vor deutlichen Worten. Hartnäckig versuche ich, wichtige Themen zu setzen und voranzubringen.

Ich habe meinen Platz im Gremium gefunden, meine Kompetenzen werden fraktionsübergreifend geschätzt, und meine Stimme hat sowohl im Gesamtgremium als auch auf Arbeitsebene des Kultusministeriums Gewicht. Die Erfahrungen der letzten Jahre helfen mir, Anliegen der Beschäftigten realistisch einzufordern und dabei stets das große Ganze im Blick zu behalten. Klar ist: Mitwirkung und Mitbestimmung sind keine Selbstläufer und müssen auch im HPR immer wieder eingefordert werden. Daran möchte ich auch in der nächsten Legislaturperiode weiterarbeiten.

Wofür willst du dich im HPR als Kandidat der GEW besonders einsetzen?

Die Arbeitsbedingungen an Förderschulen und Schulen für Kranke – wie auch an vielen anderen Schularten – haben sich infolge des massiven Fachkräftemangels deutlich verschlechtert. Unerklärte Zuwächse an Schüler*innen im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, Quereinstiege, Sondermaßnahmen zum Erwerb der Lehrbefähigung sowie einschneidende dienstrechtliche Maßnahmen („Piazolo-Paket“) führen zu einer Überlastung der qualifizierten Lehrkräfte und gefährden die Qualität sonderpädagogischer Förderung.

Digitalisierung versprach Entlastung, führte jedoch vielfach zur Entgrenzung der Arbeit. Inklusion sollte gemeinsames Lernen ermöglichen, mündete aber aufgrund unzureichender Rahmenbedingungen in Überlastung und Verunsicherung. Studien wie COPSOQ, das Schulbarometer und der offensichtliche Sanierungsstau an Schulen belegen: Lehrkräfte arbeiten unter besonders hohen gesundheitlichen Belastungen. Dennoch verwehrt der Freistaat Bayern seinen Beschäftigten weiterhin einen gesetzlich vorgeschriebenen, angemessenen Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Statt Gefährdungen systematisch an allen Schulen zu erfassen, wird das Angebot des Arbeitsmedizinischen Instituts als Feigenblatt genutzt. Ich setze mich seit Jahren für eine konsequente Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ein und lehne deshalb das Dienststellenmodell ab. Die Arbeit von Lehrkräften ist keine Büroarbeit. Schulleitungen benötigen betriebsärztliche Unterstützung vor Ort, Gefährdungen müssen auch an Schulen ermittelt werden – insbesondere psychische Belastungen. Maßnahmen dürfen nicht aus Kostengründen auf individuelle Bewältigungsstrategien reduziert werden. Gute Arbeitsbedingungen sind Voraussetzung für gesunde Lehrkräfte – und damit für gute Bildungschancen der Kinder. Deshalb werde ich für gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes streiten.

Markus Weinberger (Grund- und Mittelschulen)

Ich bin 60 Jahre jung, verheiratet, habe drei erwachsene Kinder sowie zwei Enkelkinder und wohne in Landshut. Aufgewachsen bin ich in Augsburg, studiert habe ich an der EWF in Nürnberg, wo ich meine Frau kennengelernt habe. Als junge Familie zogen wir noch während des Studiums „aufs Land“ ins oberfränkische Gräfenberg, wo wir zehn Jahre lang wohnten. Die nächsten knapp 20 Jahre lebte und arbeitete ich in Forchheim. Hier war ich gewerkschaftlich sehr aktiv, wurde in den Örtlichen Personalrat, später auch in den Bezirkspersonalrat Oberfranken gewählt.Da es meine Frau, eine gebürtige Niederbayerin, wieder in ihre Heimat zog, ließ ich mich 2019 in den Landkreis Landshut versetzen. Ich verlor dadurch sämtliche Ämter und arbeitete wieder Vollzeit als Mittelschullehrer. Niemand kannte mich an meiner Schule, niemand wollte etwas von mir nach dem Motto: „He, du bist doch im Personalrat. Ich hab‘ da mal ‘ne Frage …“ Doch auch an meiner neuen Wirkungsstätte konnte ich einfach nicht den Mund halten. Im Jahr 2021 wurde ich Kreisvorsitzender in Landshut, 2024 Bezirksvorsitzender von Niederbayern und seit der Landesdelegiertenversammlung im März 2026 bin ich stellvertretender Vorsitzende der GEW Bayern.

Die HPR-Arbeit ist mir wichtig, weil …

Als ich 2024 als Nachrücker für meine Kollegin Ruth Brenner erstmals in den HPR einzog, war ich überrascht, wie offen hier über die Belastungssituation der Kolleg*innen gesprochen wurde. Auch bei den Sitzungen mit dem Kultusministerium (KM) habe ich meist den Eindruck, dass man dort weiß, was an den Schulen los ist. Nur bei der Frage, welche Konsequenzen daraus gezogen werden müssen, geht es oft weit auseinander, manchmal auch zwischen den Vertreter*innen der verschiedenen Verbände. So ist für mich nicht nachvollziehbar, dass man offensichtlich weiterhin tatenlos zuschauen will, wie der Arbeitgeber seit Jahren seine gesetzliche Pflicht zur Arbeitszeiterfassung auf Kosten des Arbeits- und Gesundheitsschutzes der Beschäftigten missachtet. Die GEW hat da eine klare Position und für die werde ich mich weiterhin einsetzen.

Als GEW-Kandidat sind das meine wichtigsten ThemenIch vertrete im HPR die Interessen der Grund- und Mittelschullehrer*innen. Beide Beschäftigtengruppen leiden nach wie vor massiv unter den dienstrechtlichen Notmaßnahmen von 2020 („Piazolo-Paket“). Besonders die Einschränkung der Antragsteilzeit – ab 2027

28 auch noch in Verbindung mit den gesetzlichen Änderungen zur familienpolitischen Teilzeit – bringen die Kolleg*innen an den Rand der Belastbarkeit, viele darüber hinaus. Die Folgen sind längst messbar: rapider Anstieg von Dienstunfähigkeiten oder begrenzter Dienstfähigkeit. Das ist für manche oft der einzige Ausweg, wenn sie nach jahrelanger Teilzeittätigkeit gegen ihren Willen und trotz ihrer familiären Verpflichtungen plötzlich wieder 24 Stunden unterrichten sollen. Das „Piazolo-Paket“ muss endlich weg! Nicht nur an der Grundschule, bei der das KM in naher Zukunft „keine Deckungslücke mehr“ sieht und sogar vor einem „Überangebot“ an Bewerber*innen warnt. Dabei verlangt gerade die große Heterogenität in Grundschulklassen pädagogisch gesehen eine Doppelbesetzung in jeder Klasse. Wenn wir wirklich bedarfsgerecht einstellen würden, bräuchten wir nicht weniger, sondern viel mehr Lehrkräfte!

Und das gilt in besonderem Maße auch für die Mittelschule, unserem größten Sorgenkind. Es gibt seit