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title: "Deutsche Unternehmen sehen klimaneutrale Wirtschaft als Standortvorteil in Berlin; Rechtliche Unsicherheiten verzögern Investitionen"
sdDatePublished: "2026-05-06T12:06:00Z"
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Deutsche Unternehmen sehen klimaneutrale Wirtschaft als Standortvorteil in Berlin; Rechtliche Unsicherheiten verzögern Investitionen

Sustainable Economy Barometer | Sustainability | Haufe

Unternehmen sehen klimaneutrale Wirtschaft als Standortvorteil

Die deutsche Wirtschaft hält an den Klimazielen fest und betrachtet eine nachhaltige Modernisierung als strategischen Vorteil. Doch politische Unsicherheiten bremsen die Investitionen. Dies geht aus dem Sustainable Economy Barometer 2026 hervor.

Das Sustainable Economy Barometer 2026 wurde auf dem Sustainable Economy Summit in Berlin vorgestellt. Die repräsentative Befragung von 2.500 privatwirtschaftlichen Entscheidungsträger:innen zeichnet ein differenziertes Bild: Aufbruch auf der einen, strukturelle Hemmnisse auf der anderen Seite.

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Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor – Zustimmung wächst

Entgegen populistischer Narrative, die Klimaschutz und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit als Widerspruch darstellen, sieht die Mehrheit der befragten Unternehmen Nachhaltigkeit als Chance. 65,1 Prozent bewerten sie als Treiber des langfristigen Unternehmenserfolgs – ein Anstieg um sieben Prozentpunkte gegenüber der Ersterhebung 2023. Mehr als die Hälfte der Befragten (53,7 Prozent) ist überzeugt, dass Unternehmen ohne Nachhaltigkeitsstrategie langfristig nicht wettbewerbsfähig bleiben – ebenfalls ein Zuwachs gegenüber dem Wert der vorherigen Befragung.

Auch die Bedeutung einer klimaneutralen Wirtschaft für den Standort Deutschland wird zunehmend anerkannt: 56,4 Prozent der Befragten messen ihr hohe Relevanz bei, was einem Plus von zehn Prozentpunkten im Vergleich zu 2023 entspricht.

Unternehmen handeln – Maßnahmen gewinnen an Breite

Die Bereitschaft zum Handeln spiegelt sich in konkreten betrieblichen Maßnahmen wider. Bereits jedes zweite Unternehmen hat Effizienzmaßnahmen umgesetzt, etwa zur Energieeinsparung. Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger hat an Dynamik gewonnen: 38,6 Prozent der Unternehmen haben diesen Schritt vollzogen, acht Prozentpunkte mehr als 2023. Auch die Bereiche Ressourceneffizienz (+7 Prozentpunkte auf 37,3 Prozent) und nachhaltigere Mobilitätslösungen (+7 Prozentpunkte auf 35,6 Prozent) verzeichnen Zuwächse.

So klar das Bekenntnis der Unternehmen zur Transformation auch ausfällt – die politischen Rahmenbedingungen gelten als zentrales Hindernis. Mehr als die Hälfte der Befragten (56,6 Prozent) bewertet die wiederkehrende politische Debatte über eine Verschiebung der Klimaziele als wirtschaftlich schädlich. Zwei von drei Entscheider:innen (64,1 Prozent) halten die Kontinuität der Klimaziele bis 2045 für wichtig oder sehr wichtig – als Grundlage verlässlicher Investitionsplanung.

Besonders gravierend: 72,5 Prozent der Befragten geben an, dass rechtliche Unsicherheiten rund um Nachhaltigkeitsberichterstattung und Sorgfaltspflichten Investitionsentscheidungen verzögern. Zudem fühlen sich 59,3 Prozent durch Kammern und klassische Wirtschaftsverbände bei der nachhaltigen Transformation nicht ausreichend unterstützt.

Klimarisiken für das eigene Geschäftsmodell werden unterschätzt

Ein kritischer Befund betrifft die Risikowahrnehmung: Rund 42 Prozent der Unternehmen schätzen Klima- und Umweltrisiken – etwa Extremwetterereignisse oder klimatische Veränderungen – als wenig oder gar nicht relevant für ihr Geschäftsmodell ein. Das steht im Widerspruch zum Global Risks Report 2026, der Umwelt- und Klimarisiken als die bedeutendsten wirtschaftlichen Risiken der kommenden Dekade identifiziert.

Prof. Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin der Sustainable Economy gGmbH, spricht von einer „gefährlichen Schieflage“: Viele Unternehmen treiben die Transformation voran, unterschätzen dabei aber gleichzeitig die Risiken, die das veränderte Klima für ihr eigenes Geschäftsmodell mit sich bringt.

Anreize von der Politik werden gefordert

Beim bevorzugten politischen Instrumenten-Mix sprechen sich die Befragten deutlich für marktbasierte Anreize aus: Fast jede:r Zweite (48,3 Prozent) fordert den Abbau klimaschädlicher Subventionen als prioritäre Maßnahme. Darauf folgen eine niedrigere Besteuerung nachhaltiger Produkte (40,7 Prozent) sowie die steuerliche Förderung nachhaltiger Investitionen (36,5 Prozent). „Die Wirtschaft ist weiter als die Debatte – jetzt muss die Politik nachziehen“, interpretiert Prof. Dr. Reuter diese Ergebnisse.

Hintergrund:Das Sustainable Economy Barometer 2026 wurde vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der Sustainable Economy gGmbH erhoben. Befragt wurden zwischen dem 11. März und 15. April 2026 insgesamt 2.500 privatwirtschaftliche Entscheidungsträger:innen in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden. Der statistische Fehler des Gesamtergebnisses beträgt 3,8 Prozentpunkte. Es handelt sich um die zweite Erhebung; Vergleichswerte beziehen sich auf die Ersterhebung aus dem Jahr 2023.

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