Weltsynoden-Gruppe fordert mehr Laienbeteiligung bei Bischofsauswahl in Vatikanstadt; Namen im verschlossenen Umschlag übermitteln
Weltsynoden-Gruppe: Laien mehr in Bischofsauswahl einbinden - katholisch.de
Weltsynoden-Gruppe: Laien mehr in Bischofsauswahl einbinden
Vatikanstadt‐ Zehn von Papst Franziskus eingeführte Studiengruppen sollten sich mit einzelnen Themen der Weltsynode beschäftigen. Die Bischofs-Gruppe hat nun ihren Abschlussbericht vorgelegt – und Laienbeteiligung gefordert.
Eine von Papst Franziskus im Rahmen der Weltsynode eingerichtete Studiengruppe hat sich für mehr Einbindung von Laien in den Auswahlprozess künftiger Bischöfe ausgesprochen. “Es ist wünschenswert, dass jede Ortskirche in regelmäßigen Abständen Prozesse der Bestandsaufnahme hinsichtlich ihrer aktuellen Lage und ihrer Bedürfnisse durchführt”, heißt es in demam Dienstag veröffentlichten Bericht. Bei diesen Zusammenkünften sollten Priester der Diözese, die als Bischofskandidaten geeignet sind sowie das Profil eines künftigen Bischofs der Diözese identifiziert werden. “In diese Prozesse müssen insbesondere die Mitbestimmungsgremien der Diözese einbezogen werden.”
Der Bericht ruft darüber hinaus dazu auf, dass “jedes Mitglied dieser Gremien” dem Bischof in einem versiegelten Umschlag Namen für das Bischofsamt geeigneter Priester übermitteln solle. Sofern möglich, sollen auch Vertreter von Jugendlichen oder armen Menschen an diesem Prozess beteiligt werden. Gleichzeitig solle der Bischof weitere Priester, Diakone, Geweihte und Laien in seiner Diözese kontaktieren.
Ausschuss als Kontaktgremium für den Nuntius
Das Dokument fordert des Weiteren bei der Vakanz eines Bischofsstuhls eine Kommission aus zwei Mitgliedern des Priesterrats, zwei Ordensleuten und zwei Laien aus dem Diözesanpastoralrat, die sich gemeinsam mit dem Apostolischen Administrator mit der Besetzung des Bischofsstuhls befassen. “Von diesem Moment an stützt sich der Nuntius auf diesen Ausschuss, um den Zustand der Diözese und das Profil des neuen Hirten zu klären sowie Stellungnahmen zu möglichen Kandidaten einzuholen.”
Die Ergebnisse aller Konsultationen auf Ebene der Diözese oder der Kirchenprovinzsoll der Nuntius als Vertreter des Papsteserhalten. Beim Einholen weiterer Informationen soll der Nuntius “den Reichtum und die Vielfalt des Volkes Gottes” berücksichtigen. “Es ist unerlässlich, nicht nur Geistliche, sondern auch eine möglichst gleich große Zahl von Ordensleuten und Laien zu befragen und dabei Risiken wie Klerikalismus, Politisierung oder Polarisierung der Ansichten sowie familiäre, stammesbezogene oder ethnische Einflüsse zu vermeiden.”
Auch der Synodale Weg der Kirche in Deutschland hat die Beteiligung von Laien bei der Bestellung von Diözesanbischöfen gefordert.
Nuntien müssten selbst ein “synodales und missionarisches Profil aufweisen”, um solche Eigenschaften auch bei Bischofskandidaten erkennen zu können, heißt es im Bericht. “Die Mitglieder des diplomatischen Korps des Heiligen Stuhls – zu denen hoffentlich künftig auch Laien gehören werden – müssen aufgrund ihrer Bereitschaft und Fähigkeit ausgewählt werden, ihre Aufgaben im synodalen Stil und mit missionarischem Eifer wahrzunehmen.”
Die Mitglieder der Bischofsstudiengruppe fordern auch, die Fragebögen zu möglichen Bischofskandidaten zu überarbeiten, um wichtige Qualitäten für Bischöfe zu berücksichtigen. “Zu den Eigenschaften, die bei einem Bischof gefragt sind, gehören moralische Integrität, Lehramtstreue, pastorales Feingefühl, Führungsfähigkeit und die Fähigkeit, die Güter der Kirche zu verwalten”, heißt es in dem Bericht der Studiengruppe. Zudem betone das Zweite Vatikanische Konzil, dass Bischöfe berufen seien, “den Laien zuzuhören, ihren Rat zu nutzen, ihre Dienste und Charismen anzuerkennen und ihnen zum Wohl der Kirche Aufgaben zu übertragen”, so die Mitglieder der vom ehemaligen Münsteraner Bischof Felix Genn geleiteten Studiengruppe. “Daher ist es bei der Auswahl eines Bischofs notwendig, neben anderen Eigenschaften auch seine ‘synodalen Kompetenzen’ zu berücksichtigen.” Auch das Kirchenrecht müsse angepasst werden, um dem “synodalen Geist” der Vorschläge Rechnung zu tragen, fordert die Gruppe.
Schondas Abschlussdokument der Weltsynodehatte sich im Oktober 2024 für mehr Laienbeteiligung bei der Auswahl von Bischöfen ausgesprochen: “Der Dienst des Bischofs ist ein Dienst in, mit und für die Gemeinschaft (LG 20)”, heißt esin dem Dokument, das Papst Franziskus zum Teil seines ordentlichen Lehramts gemacht hatte. “Deshalb wünscht die Synodenversammlung, dass das Volk Gottes bei der Wahl der Bischöfe eine größere Stimme hat.” Einer der ersten Beschlüsse des Synodalen Wegs der Kirche in Deutschland beschäftigt sich ebenfalls mit der Mitwirkung von Laien bei der Bischofsbestellung.
Der Abschlussbericht istlaut Vatikanangabenein erster Teil der Arbeit der Studiengruppe. Weitere Berichte etwa zur richterlichen Funktion des Bischofs, zu den Ad-limina-Besuchen oder zur Ausbildung von Bischöfen stehen demnach noch aus. (cbr)
Immer top informiert: katholisch.de auf WhatsApp
Wir schicken Ihnen aktuelle Artikel kompakt und praktisch auf Ihr Smartphone mit unserem neuen WhatsApp-Angebot. Einfach über den Link oder QR-Code dem Kanal beitreten und nichts mehr verpassen.
Das sind die Zwischenergebnisse der Studiengruppen der Weltsynode
Berichte mit erheblicher Verzögerung vom Vatikan veröffentlicht