HKB-Forschung lagert Ehrenreich-Collection mit 10'000 Stunden Live-Mitschnitten aus NYC in Bern; Lizenzen unerschwinglich, Rechte der Erben blockieren Verwertung

10'000 Stunden Musik lagern in der HKB | HKB

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10'000 Stunden Musik lagern in der HKB

07.05.2026Die NZZ berichtet über die Ehrenreich-Collection, welche sich im Besitz der HKB-Forschung befindet.

Die Sammlung von Leroy Ehrenreich ist einzigartig: Bis zu seinem Tod 2016 sammelte der US-Amerikaner von 1965 bis 2010 Live-Mittschnitte aus Opernhäusern in New York und vereinzelt der halben Welt. Mit Tonband und Mikrofon unter dem Mantel häufte Ehrenreich insgesamt über 10'000 Stunden Musik an. Diese Sammlung gelangte an die HKB ins Forschungsinstitut Interpretation. 300'000 Dollar bot Ehrenreichs Anwalt für den Auftrag, das musikalische Gedächtnis seines Klienten zu konservieren, aufzubereiten zu erforschen und zu pflegen.

«Etwas ins Blaue hinein» habe man zugegriffen, sagt der Leiter Forschung Thomas Gartmann in einem Artikel der NZZ. Die Bootlegs, so werden die illegal mitgeschnittenen Musikstücke genannt, geben einen einmaligen Einblick in die Aufführungspraxis der New Yorker City Opera über fünf Jahrzehnte hinweg. Im Projekt «Ehrenreich Collection. Identity, Voice, Sound (2019–2023)» sowie in verschiedenen Tagungen wurden die Machbarkeit des Auftrags, der kulturelle und rechtliche Kontext der Opernbootlegging-Szene sowie die Bedeutung solcher Livemitschnitte für die Aufführungsanalyse erforscht.

Das Mitschneiden von Aufnahmen wurde bei Ehrenreich zu einem Fetisch. «Er wollte einfach die meisten Mitschnitte haben», sagt Martin Skamletz, Leiter des Instituts Interpretation an der HKB, in der NZZ. Bootlegging ist illegal, da es die Rechte der Künstler und der Häuser verletzt, erst nach einer Einigung mit den Erben können die Aufnahmen theoretisch lizenziert und offiziell vertrieben werden. Dies kommt für Thomas Gartmann nicht in Frage: «Bei einem solchen Umfang wäre das schlicht nicht bezahlbar». Vor Ort in Bern können die Aufnahmen aber von Forschenden angehört werden, da der reine Konsum von Musik nicht urheberrechtsrelevant ist. Gegenwärtig bereitet man sich auf neue Forschungsprojekte mit diesem einzigartigen Schatz vor.

+41 31 848 39 52

Projekt «Ehrenreich Collection. Identity, Voice, Sound»

Die Sammlung von Leroy Ehrenreich. Bild: HKB

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