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title: "Lynatox GmbH entwickelt Luft- und Wasserreinigung in Luisenthal; Integration in Klärwerke zur Spurstoffentfernung geplant."
sdDatePublished: "2026-05-07T13:05:00Z"
source: "https://www.bvmw.de/de/unternehmertum/news/der-weg-zu-sauberer-luft-und-reinem-wasser"
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Lynatox GmbH entwickelt Luft- und Wasserreinigung in Luisenthal; Integration in Klärwerke zur Spurstoffentfernung geplant.

Der Weg zu sauberer Luft und reinem Wasser - BVMW DE

Der Weg zu sauberer Luft und reinem Wasser

Schadstoffe in Innenräumen und verunreinigtes Wasser können unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Diese Problematik war der Anlass...

... zur Gründung der Lynatox GmbH. Mit einer bahnbrechenden Idee ist das Unternehmen angetreten, um die Luft- und Wasserreinigung zu revolutionieren.

Seit der Coronapandemie sind Luftreiniger verstärkt in den Fokus gerückt. Doch nicht jeder Luftreiniger ist gleich, und Räume sind nicht nur durch Viren belastet, sondern auch durch Schadstoffe.

„Es war 2015, ich war damals Geschäftsführer bei Synantik, einem Unternehmen, das Elektronik entwickelt“, erzählt Daniel Martschoke. „Es gab eine Kooperation zwischen Synantik und der MFPA, also der Materialforschungs- und -prüfanstalt an der Bauhaus-Universität in Weimar. Man kam auf uns Gerätehersteller zu, weil bei Raumluftmessungen in einem Schulgebäude, das frisch saniert worden war, die Grenzwerte für den Schadstoff Naphthalin überschritten wurden. Die Schadstoffe führten bei den Schülern zu Kopfschmerzen. Man stand vor der Entscheidung, das Gebäude auseinanderzureißen oder aber eine Lösung zu finden, um das Naphthalin zu eliminieren.“

Vor der Sanierung der Schule waren die Fenster undicht, was den Luftaustausch ermöglichte. Nach der Sanierung waren die Fenster jedoch dicht, was die Situation komplizierte. Die zentrale Frage war: Wie können umwelttoxische Mineral-Kohlenwasserstoffe, die aus Rohöl, Erdgas oder Kohle stammen, schwer abbaubar sind und in Wasser eine wassergefährdende Schicht bilden, aus der Luft gefiltert werden?

Gemeinsam mit seinen damaligen Kollegen, dem Chemiker Dr. Tobias Schnabel (heute Professor an der Hochschule Hof), forschte und tüftelte Martschoke. Verschiedene physikalische und chemische Methoden wurden durchexerziert. Schließlich entdeckten sie das Prinzip der Photokatalyse: eine natürliche chemische Reaktion, die durch die Sonne oder UV-Licht aktiviert wird. Der Katalysator zersetzt selbst kleinste organische Materialien, die sich in seiner Nähe oder in Kontakt mit seiner Oberfläche befinden. Mit dieser Methode werden Stoffe nicht nur ausgefiltert, sondern komplett abgebaut. Als Endprodukte bleiben CO₂ und Wasserdampf.

Trotz einiger Rückschläge blieben die Forscher hartnäckig und entschlüsselten den Reaktionsmechanismus, was zu einem technologischen Durchbruch führte. Zudem stellte sich heraus, dass diese Methode nicht nur Luft, sondern auch Wasser reinigen kann. Dieses Potenzial war ausschlaggebend, um 2016 die Lynatox GmbH zu gründen. Schnell war klar, dass Investoren mit ins Boot geholt werden müssen. In der ersten Investitionsrunde wurden Technologie und Anwendungsreife entwickelt, 2019 erblickte das erste Produkt das Licht der Welt.

„Zunächst war es schwierig, Kunden von einer komplett neuen Technologie zu überzeugen“, so Martschoke. „Doch das Interesse war groß, und wir wurden immer wieder zu Präsentationen eingeladen.“ Das Team verbesserte kontinuierlich Produktmerkmale wie Design, Geräuschpegel und Zuverlässigkeit. Die ersten Kunden wurden gewonnen. Inzwischen war ein engagierter Mitarbeiter der DEKRA auf das Gerät aufmerksam geworden. Er fand es interessant, zweifelte aber an der Funktionsfähigkeit. Über ein Jahr lang führte er akribisch Messungen durch und musste am Ende bestätigen, dass die Erfindung für den Schadstoffabbau geeignet ist. Dies war der endgültige Durchbruch und schließlich der Türöffner für das Unternehmen.

Kampf gegen Schadstoffe, Viren, Bakterien und Gerüche

Das Team von Martschoke ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus. Aktuell kooperiert Lynatox mit RUBIN, der Programmlinie für regionale unternehmerische Bündnisse und Innovation. Das vom Bundesministerium geförderte Programm stärkt die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in strukturschwachen Regionen. Diese Unterstützung ermöglicht es, die Technologie für große Anwendungen in Industrie und Landwirtschaft weiterzuentwickeln. Für das Unternehmen ist dies eine ganz besondere Auszeichnung und Anerkennung.

Obwohl in neuen Gebäuden langfristig keine Schadstoffe mehr vorhanden sein sollten, bleibt der Umgang mit Altlasten, wie Fußbodenkleber oder importierten Waren, ein Handicap. Giftige und krebserregende Stoffe in Bauprodukten sind heute verboten, doch die Problematik bleibt.

Die in Luisenthal unter strengen Sicherheitsstandards hergestellten Luftreiniger nutzen eine weltweit konkurrenzlose Photokatalyse-Effizienz der neuesten Generation. Aktuell plant Lynatox, diesen technologischen Vorsprung in die vierte Reinigungsstufe von Klärwerken zu integrieren. Ziel ist es, Spurenstoffe zu entfernen und den Schutz der Gewässer sowie die Reinheit des Trinkwassers nachhaltig zu garantieren. Während andere Verschmutzungen oft nur aufwendig verwalten, setzt Martschoke mit seinem Team auf Lösungen, die die Qualität unserer lebenswichtigen Ressourcen sichern. Dank innovativer Forschung ist Luftreiniger eben nicht gleich Luftreiniger.

„Mittelstand.“ ist das Unternehmensmagazin des Verbands Der Mittelstand. BVMW

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