BVkE-Teilnehmer verabschieden Erfurter Appell in Erfurt; Investitionen in Zukunft sichern
Erfurter Appell 2026: Kinder- und Jugendhilfe stärken Nachhaltig. Demokratisch. Inklusiv.
Pressemitteilung Erfurter Appell 2026: Kinder- und Jugendhilfe stärken Nachhaltig. Demokratisch. Inklusiv. Freiburg
Erfurt, 7. Mai 2026. Der Erfurter Appell wurde am 7. Mai 2026 von den Teilnehmenden der Bundestagung des Bundesverbandes Caritas Kinder- und Jugendhilfe e.V. (BVkE) in Erfurt verab-schiedet. Er bündelt die Stimmen von Fach- und Führungskräften aus der Praxis der Kinder- und Ju-gendhilfe und richtet einen klaren Appell an Politik Erschienen am: 07.05.2026 Herausgeber: Bundesverband Kinder- und Jugendhilfe Karlstraße 40 79104 Freiburg 0761 200-760 0761 200-760 stefan.hiller@caritas.de
Erfurter Appell 2026: Kinder- und Jugendhilfe stärken Nachhaltig. Demokratisch. Inklusiv.
Erfurt, 7. Mai 2026. Der Erfurter Appell wurde am 7. Mai 2026 von den Teilnehmenden der Bundestagung des Bundesverbandes Caritas Kinder- und Jugendhilfe e.V. (BVkE) in Erfurt verab-schiedet. Er bündelt die Stimmen von Fach- und Führungskräften aus der Praxis der Kinder- und Ju-gendhilfe und richtet einen klaren Appell an Politik
Unsere Expertise und unsere Erfahrungen
In unseren Einrichtungen begleiten wir täglich junge Menschen und ihre Familien in hochkomplexen Lebenslagen. Unsere Erfahrung ist eindeutig: Hilfen sind dann wirksam, wenn sie sich am individuellen Bedarf orientieren, verlässlich sind und auf tragfähigen Beziehungen aufbauen. Dafür ist die konsequente Beteiligung der jungen Menschen und ihrer Familien unverzichtbar. Standardisierte Angebote können diese Qualität nicht ersetzen. Einsparungen, die primär der Haushaltsentlastung dienen und dabei individuelle Bedarfe in den Hintergrund rücken, gefährden den Erfolg von Hilfen und führen langfristig zu höheren Folgekosten.
Wir beobachten mit Sorge die aktuellen Reformüberlegungen und Kürzungsdebatten, die einen grundlegenden Systemwechsel verfolgen. Individuelle Rechtsansprüche werden faktisch eingeschränkt. Die Leistungserbringung verschiebt sich zunehmend von passgenauen Hilfen hin zu pauschalen, infrastrukturellen Angeboten. Damit drohen Einschränkungen für junge Menschen und ihre Familien, eine zunehmende Standardisierung von Hilfen, eine faktische Absenkung fachlicher Standards und der Verlust individueller Unterstützung. Dies stellt einen fachlichen Rückschritt dar, mit unmittelbaren Folgen für das Aufwachsen junger Menschen.
In Deutschland leben 14,3 Millionen Kinder und Jugendliche. In einer alternden Gesellschaft stellen sie eine Minderheit dar, die auf den Schutz und die Verantwortung der Gesellschaft angewiesen ist. Dennoch erleben wir, dass ihre Belange politisch keine Priorität haben. Hilfesysteme, die ein gesundes Aufwachsen sichern und Teilhabe ermöglichen, geraten pauschal unter Rechtfertigungsdruck und werden als “ineffiziente Kostentreiber” dargestellt. Finanzielle Motive dominieren die Debatten, während fachliche Erkenntnisse in den Hintergrund treten. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur individuelle Lebensverläufe, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wir stellen klar: Junge Menschen sind keine Verfügungsmasse für Haushaltskonsolidierungen. Die Kinder- und Jugendhilfe und die Eingliederungshilfe für junge Menschen sind keine pauschalen Einsparfelder, sondern zentrale Bestandteile eines sozialen Rechtsstaates. Individuelle Hilfen sind keine überzogenen Leistungen, sondern notwendige Voraussetzungen für gelingende Entwicklung, Teilhabe und Selbstbestimmung.
• Rechtsansprüche sichern:Keine Mogelpackungen, die individuelle Rechte durch die Hintertür schwächen.
• Individuelle bedarfsgerechte Hilfen erhalten:Hilfen müssen sich am Bedarf des Einzelfalls orientieren und dürfen nicht einer standardisierten Lösung weichen. Beteiligung und Passgenauigkeit sind Voraussetzungen wirksamer Hilfe.
• Inklusion fördern:Teilhabe muss individuell ermöglicht werden.
• Beteiligung sichern:Die Beteiligung junger Menschen und ihrer Familien muss systematisch gewährleistet werden.
• Fachlichkeit schützen:Fachlichkeit darf nicht durch Haushaltslogik relativiert werden.
• Investitionen in die Zukunft ermöglichen:Investitionen in junge Menschen sind Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft.
Wir rufen die politisch Verantwortlichen auf:
•Stellen Sie die Rechte und Bedarfe junger Menschen und ihrer Familien konsequent in den Mittelpunkt Ihrer Politik!
•Stoppen Sie Kürzungen, die ein gelingendes Aufwachsen und Teilhabe junger Menschen gefährden, denn dies schadet der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft!
•Entwickeln Sie die Kinder- und Jugendhilfe gemeinsam mit der Praxis weiter!
Eine zukunftsfähige und verlässliche Kinder- und Jugendhilfe darf nicht lediglich als Kostenfaktor verstanden werden, sondern ist eine Zukunftsinvestition und Grundlage einer demokratischen Gesellschaft.
Zum Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe e.V.(BVkE):
DerBVkEist das Netzwerk katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe auf Bundesebene und anerkannter zentraler Fachverband des Deutschen Caritasverbandes. Ziel des Verbandes ist es, bedarfsgerechte und fachlich fundierte, professionelle Angebotebzw.Hilfen zur Erziehung mit und für junge Menschen und deren Familien zu gestalten. Die Vision des Verbandes ist es, allen jungen Menschen die notwendigen Rahmenbedingungen zu ermöglichen, ein selbständiges und selbst bestimmtes Leben zu führen. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf jungen Menschen aus dem Kontext der Hilfen zur Erziehung, die aus unterschiedlichen Gründen unter erschwerten Bedingungen aufwachsen.
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