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title: "Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe (BVkE) verabschiedet Erfurter Appell 2026 in Erfurt; Stoppen Sie Kürzungen, Rechtsansprüche sichern"
sdDatePublished: "2026-05-07T13:06:00Z"
source: "https://www.caritas.de/diecaritas/in-ihrer-naehe/baden-wuerttemberg/presse/erfurter-appell-2026"
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Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe (BVkE) verabschiedet Erfurter Appell 2026 in Erfurt; Stoppen Sie Kürzungen, Rechtsansprüche sichern

PRESSEMITTEILUNG: Erfurter Appell 2026

07.05.2026 Erfurter Appell 2026 Kinder- und Jugendhilfe stärken Nachhaltig. Demokratisch. Inklusiv. Erschienen am: 07.05.2026 Herausgeber: Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe e. V. (BVkE) Karlstr. 40 79104 Freiburg +49 761 200 -756 oder -769 +49 761 200 -756 oder -769 bvke@caritas.de www.bvke.de

Vielen Dank für die Weiterempfehlung!

Kinder- und Jugendhilfe stärken Nachhaltig. Demokratisch. Inklusiv.

Erfurt, 7. Mai 2026. Der Erfurter Appell wurde am 7. Mai 2026 von den Teilnehmenden der Bundestagung des Bundesverbandes Caritas Kinder- und Jugendhilfee.V.(BVkE) in Erfurt verabschiedet. Er bündelt die Stimmen von Fach- und Führungskräften aus der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe und richtet einen klaren Appell an Politik und Öffentlichkeit.

Unsere Expertise und unsere Erfahrungen

In unseren Einrichtungen begleiten wir täglich junge Menschen und ihre Familien in hochkomplexen Lebenslagen. Unsere Erfahrung ist eindeutig: Hilfen sind dann wirksam, wenn sie sich am individuellen Bedarf orientieren, verlässlich sind und auf tragfähigen Beziehungen aufbauen. Dafür ist die konsequente Beteiligung der jungen Menschen und ihrer Familien unverzichtbar. Standardisierte Angebote können diese Qualität nicht ersetzen. Einsparungen, die primär der Haushaltsentlastung dienen und dabei individuelle Bedarfe in den Hintergrund rücken, gefährden den Erfolg von Hilfen und führen langfristig zu höheren Folgekosten.

Wir beobachten mit Sorge die aktuellen Reformüberlegungen und Kürzungsdebatten, die einen grundlegenden Systemwechsel verfolgen. Individuelle Rechtsansprüche werden faktisch eingeschränkt. Die Leistungserbringung verschiebt sich zunehmend von passgenauen Hilfen hin zu pauschalen, infrastrukturellen Angeboten. Damit drohen Einschränkungen für junge Menschen und ihre Familien, eine zunehmende Standardisierung von Hilfen, eine faktische Absenkung fachlicher Standards und der Verlust individueller Unterstützung. Dies stellt einen fachlichen Rückschritt dar, mit unmittelbaren Folgen für das Aufwachsen junger Menschen.

In Deutschland leben 14,3 Millionen Kinder und Jugendliche. In einer alternden Gesellschaft stellen sie eine Minderheit dar, die auf den Schutz und die Verantwortung der Gesellschaft angewiesen ist. Dennoch erleben wir, dass ihre Belange politisch keine Priorität haben. Hilfesysteme, die ein gesundes Aufwachsen sichern und Teilhabe ermöglichen, geraten pauschal unter Rechtfertigungsdruck und werden als "ineffiziente Kostentreiber" dargestellt. Finanzielle Motive dominieren die Debatten, während fachliche Erkenntnisse in den Hintergrund treten. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur individuelle Lebensverläufe, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Wir stellen klar: Junge Menschen sind keine Verfügungsmasse für Haushaltskonsolidierungen. Die Kinder- und Jugendhilfe und die Eingliederungshilfe für junge Menschen sind keine pauschalen Einsparfelder, sondern zentrale Bestandteile eines sozialen Rechtsstaates. Individuelle Hilfen sind keine überzogenen Leistungen, sondern notwendige Voraussetzungen für gelingende Entwicklung, Teilhabe und Selbstbestimmung.

Rechtsansprüche sichern: Keine Mogelpackungen, die individuelle Rechte durch die Hintertür schwächen.

Individuelle bedarfsgerechte Hilfen erhalten: Hilfen müssen sich am Bedarf des Einzelfalls orientieren und dürfen nicht einer standardisierten Lösung weichen. Beteiligung und Passgenauigkeit sind Voraussetzungen wirksamer Hilfe.

Inklusion fördern: Teilhabe muss individuell ermöglicht werden.

Beteiligung sichern: Die Beteiligung junger Menschen und ihrer Familien muss systematisch gewährleistet werden.

Fachlichkeit schützen: Fachlichkeit darf nicht durch Haushaltslogik relativiert werden.

Investitionen in die Zukunft ermöglichen: Investitionen in junge Menschen sind Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft.

Wir rufen die politisch Verantwortlichen auf:

Stellen Sie die Rechte und Bedarfe junger Menschen und ihrer Familien konsequent in den Mittelpunkt Ihrer Politik!

Stoppen Sie Kürzungen, die ein gelingendes Aufwachsen und Teilhabe junger Menschen gefährden, denn dies schadet der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft!

Entwickeln Sie die Kinder- und Jugendhilfe gemeinsam mit der Praxis weiter!

Eine zukunftsfähige und verlässliche Kinder- und Jugendhilfe darf nicht lediglich als Kostenfaktor verstanden werden, sondern ist eine Zukunftsinvestition und Grundlage einer demokratischen Gesellschaft.

Der Erfurter Appell 2026 steht hier zum Download bereit.

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