Freistaat Sachsen, Landkreis Mittelsachsen, Autobahn GmbH starten Verkehrsversuch auf der A4 zwischen Nossen und Dresden; Orte entlang der Ausweichrouten spürbar entlastet
Verkehrsversuch zum Ausweichverkehr auf der A4 läuft - Landkreis Mittelsachsen
Verkehrsversuch zum Ausweichverkehr auf der A4 läuft
Auf der Autobahn 4 zwischen Nossen und Dresden kommt es immer wieder zu größeren Unfällen und zur Sperrung der Strecke. Kraftfahrer weichen dann auf Landstraßen aus, was zu einer großen Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner führt. Mit großen Engagement haben sie sich gemeinsam mit ihren Kommunen für eine Lösung eingesetzt.
Gemeinsam mit den betroffenen Landkreisen und der Autobahn GmbH hat der Freistaat Sachsen einen auf zwei Jahre angelegten Verkehrsversuch gestartet: Die Staatsstraßen (S) 36, S 195 und S 196 in den Landkreisen Mittelsachsen, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge werden für die Dauer des Versuchs auf 7,5 Tonnen beschränkt. Auch Kreisstraßen werden in den Versuch einbezogen. In Mittelsachsen betrifft dies den Abschnitt von Deutschenbora in Richtung Hirschfeld sowie die Strecke von der S 34 zur B 101, die sogenannte Hirschstraße über Reichenbach inklusive Zellwaldring. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wird in Kürze veröffentlicht. Die Beschilderung auf den betroffenen Strecken ist nun durch die Straßenmeisterei Freiberg an den betreffenden Orten erfolgt. Auf der B 101 bei Siebenlehn und an der Hirschstraße in Schmalbach wurden heute das letzten Schilder angebracht. „Fern- und Schwerverkehr gehört auf die dafür vorgesehenen Autobahnen und nicht in kleine und kleinste Ortschaften, in denen Kinder zur Schule gehen, Busse fahren, Rettungswege frei bleiben müssen und – und das ist nicht hoch genug zu schätzen – die Menschen gut leben sollen. Mit dem Verkehrsversuch sorgen wir für mehr Schutz und Ordnung im regionalen Straßennetz“, erklärte die zuständige Sächsische Infrastrukturministerin Regina Kraushaar.
Die Beschränkungen sind im öffentlichen Baustelleninformationssystem des Freistaates Sachsen veröffentlicht und darüber in die gängigen Navigationssysteme eingespeist. Der Versuch soll auf wissenschaftlicher Grundlage belegen, ob die Tonnagebeschränkungen auf den Staatsstraßen die Verkehrssicherheit vor Ort wirksam erhöhen kann und Rückschlüsse für ein dauerhaftes Konzept geben. Ziel ist es, die Orte entlang der als Ausweichrouten zur A 4 genutzten Staatsstraßen zwischen Siebenlehn und Wilsdruff spürbar vom Durchgangs- und Schwerverkehr zu entlasten. „Dieser Versuch ist eine sehr gute Nachricht für die betroffenen Orte und die Bevölkerung. Mit großem überregionalem Engagement wurde sich für eine Lösung eingesetzt – es gab zahlreiche Gespräche, Schriftwechsel und Vor-Ort-Begehungen. Ich bin dankbar, dass es diesen Versuch jetzt gibt und hoffe, dass wir aussagekräftige Daten dadurch erhalten, wie der Verkehr nachhaltig gesteuert werden kann. Gerade jetzt, wo die Reisemonate bevorstehen“, so Landrat Sven Krüger.
An der Hirschstraße in Schmalbach wird das letzte Schild angebracht.