USA erwägen Wiederaufnahme der Operation zur Begleitung von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus; Öl über 100 USD Renditen steigen
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Marktkommentar 8. Mai 2026
Aktien International
Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum
Übersicht Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 49'597
- 0.6 S&P 500 7'337
- 0.4 NYSE: 1.57 Nasdaq Composite 25'806
- 0.1 Nasdaq: 9.26 Nikkei 225 62'541
- 0.5 Hang Seng 26'324
- 1.1 Shanghai Composite 4'167
- 0.3
Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 24'664 24'490 – 24'820 USD/CHF 0.7800 EUR/CHF 0.9150 EuroStoxx 50 5'973 5'860 – 6'050 Gold 4'715 USD/Unze Stoxx 50 5'114 5'030 – 5'200 NY WTI-Rohöl-Future 95.85 USD
New York Nach den Allzeithochs der vergangenen Tage haben Anleger an der Wall Street gestern Donnerstag Gewin- ne mitgenommen. Denn positive Schlagzeilen zu den Friedenverhandlungen im Nahen Osten blieben aus. Vielleicht sei man am Vortag zu optimistisch hinsicht- lich des möglichen Endes des Iran-Krieges gewesen, hiess es. Der Iran hat laut einem Sprecher noch keine Entscheidung über Verhandlungen mit den USA getrof- fen. Für sinkende Aktienkurse und steigende Ölpreise sorgte ein Bericht des Wall Street Journal, wonach die USA erwägen, die Operation zur Begleitung von Han-
www.bekb.ch | Marktkommentar | 8. Mai 2026 2 delsschiffen durch die Strasse von Hormus wieder aufzunehmen. Präsident Donald Trump hatte die Opera- tion am Vortag ausgesetzt. Die Marineeskorten (“Project Freedom”) hatten erst am letzten Montag begonnen. Im Handel interpretierte man die Schlagzeilen als Abkehr einer diplomatischen Lösung zur Öffnung der Straße von Hormus. Die Ölpreise gaben zunächst deutlich nach, erholten sich aber mit den Schagzeilen zum Iran-Krieg deutlich. Brent-Öl verteuerte sich um 0,7 % und kostete wieder über 100 Dollar je Fass. Mit dem Ölpreisanstieg drehten die US-Renditen ins Plus. Das Anspringen der Ölpreise liess Inflationssorgen wieder etwas hochkochen. Die Zehnjahresrendite stieg daher um 3 Basispunkte auf 4,39 %. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten fielen zudem einen Tick besser als befürchtet aus. Die Daten zeigten, dass der US-Arbeitsmarkt weiterhin robust ist, was Zinssenkungen durch die Fed unwahrschein- licher machen könnte. Im Technologiesektor wartete Arm einerseits mit gu- ten Quartalszahlen auf, andererseits aber auch mit der Nachricht, dass die Nachfrage derart steige, dass man Schwierigkeiten habe, ihr nachzukommen. Zudem warn- te der Konzern vor einer Flaute in der Mobiltelefon- branche - eine wichtige Erlösquelle des Halbleiteranbie- ters. Für die Aktien ging es darauf um 10,1 % nach un- ten. Die am Vortag sehr festen AMD und Intel gaben um rund 3 % nach. Apple stiegen auf Allzeithoch, schlossen dann aber knapp im Minus. McDonald’s drehten mit dem Gesamtmarkt 0,2 % ins Minus - trotz übertroffenen Umsatz- und Gewinnerwartungen im ers- ten Quartal. Whirlpool knickten um 11,9 % ein. Der Hersteller von Kühlschränken und Waschmaschinen hatte seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr etwa halbiert und angekündigt, die Dividende auszusetzen, um sich auf den Schuldenabbau zu konzentrieren. Tesla zogen nach starkem China-Absatz um 3,3 % an. Snap und Perplexity hatten eine Vereinbarung zur direkten Integration der KI-basierten Antwortmaschine des Star- tups Perplexity in die Social-Media-Plattform aufgeho- ben. Damit entwich bei Snap die Fantasie einer verbes- serten Rentabilität. Der Kurs sank 1,9 %. Doordash kletterten nach Geschäftsausweis um 2,1 %. Das Liefer- unternehmen gewann im Quartal mehr Kunden für seine US-Angebote im Bereich Lebensmittel und Einzelhandel. Fortinet schossen um 20 % nach oben. Der Anbieter von Cybersicherheit hatte die Gewinnerwartungen über- troffen und einen starken Ausblick abgegeben.
Asien Neue Spannungen im Nahost-Konflikt und Gewinn- mitnahmen sorgen heute Freitag an den Aktienmärkten in Ostasien für Verunsicherung und fallende Indizes. Der Iran hat nach Angeben des US-Militärs nahe der Strasse von Hormus Angriffe auf US-Kriegsschiffe mit Raketen, Drohnen und Kleinbooten unternommen, die abgewehrt wurden. US-Präsident Donald Trump sagte aber, der Waffenstillstand mit dem Iran sei weiterhin in Kraft. Nach den kräftigen Gewinnen und teilweise Re- kordhochs zuvor, halten sich die Abgaben aber in Gren- zen beziehungsweise haben sich im Handelsverlauf deutlich verringert. Auch bei den Ölpreisen fällt die Reaktion noch überschaubar aus. Brent-Öl verteuert sich um knapp 2 % auf knapp 102 Dollar. Der Topix in Tokio kommt um 0,5 % zurück, der Kospi in Seoul um 0,8 %. Etwas grösser fallen die Abgaben in Hongkong mit 1,1 % aus. Shanghai büsst 0,3 % ein, in Sydney verliert das Marktbarometer 0,3 %. In Tokio bremsen neben der Geopolitik auch Zinserhöhungs- sorgen, nachdem die Reallöhne in Japan im März den dritten Monat in Folge gestiegen sind. Dass die Indizes teils deutlich über ihren Tagestiefs liegen, dazu könnte auch beitragen, dass das US-Handelsgericht den glo- balen Zehn-Prozent-Zoll von US-Präsident Trump für unrechtmässig erklärt hat. Etwas stärker nach unten geht es für jüngst sehr gut gelaufene Aktien aus dem Halbleiterbereich. In Seoul kommen beispielsweise SK Hynix und Samsung Electronics um bis zu 2 % zurück, in Tokio verlieren Softbank Group 4,6 %, in Hongkong SMIC 4,4 %. Vola- til geht es in Sydney bei der Aktie der Macquarie-Group zu. Nachdem die Investmentbank einen starken Jahres- gewinn meldete und die Erwartungen übertraf, stieg der Kurs zunächst um über 3 % auf ein Rekordhoch, ehe er die Richtung wechselte und nun 1,6 % im Minus liegt - möglicherweise gedrückt von Gewinnmitnahmen.
Europa Nach zuletzt zwei Gewinntagen haben die europäischen Aktienmärkte gestern Donnerstag Federn lassen müs- sen. Und auch der Start in den letzten Handelstag der Woche sieht schwächer aus. Zölle und insbesondere der Krieg im Iran bleiben wei- terhin die bestimmenden Themen. Wie es zuletzt hiess, haben sich die USA und der Iran trotz Waffenruhe in der Strasse von Hormus gegenseitig beschossen. Das Wall Street Journal meldete zudem, dass die USA erwä- gen, die Blockade der Strasse wieder aufzunehmen. Die Ölpreise haben daraufhin zuletzt wieder leicht zugelegt.
www.bekb.ch | Marktkommentar | 8. Mai 2026 3 Auf der Terminseite steht am Nachmittag der US- Arbeitsmarktbericht im Fokus. Unternehmensseitig gibt es erneut eine Quartalszahlen. Die Ölpreise haben zuletzt wieder etwas zugelegt. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostet heute Freitag- morgen gut 102 Dollar. Der Preis für ein Barrel der US- Sorte WTI liegt bei knapp 96 Dollar. Eine Feinunze Gold kostet 4708 Dollar, eine Feinunze Silber 79,40 Dollar. Ein Bitcoin wird derzeit für 79650 Dollar gehandelt.
Marktnachrichten
Coinbase: Umsatz in Q1 bricht ein Die Handelsplattform für Kryptowährungen Coinbase hat gestern nach Börsenschluss ihre Ergebnisse für das erste Quartal 2026 veröffentlicht und einen zweistelli- gen Umsatzrückgang verzeichnet. Coinbase erwirtschaftete im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 1,413 Milliarden US-Dollar, ein Minus von 31 % zum Vorjahr. Damit verzeichnete die Kryptohandels- plattform das zweite Quartal in Folge einen Umsatz- rückgang. Im Vorquartal mit 1,781 Milliarden US-Dollar fiel der Umsatz um 21,6 % zum Vorjahr. Der Umsatz mit Transaktionen machte im Berichtszeitraum 755,8 Mil- lionen US-Dollar aus (minus 40 %). 583,5 Millionen US- Dollar entfielen auf den Bereich Subscription and Ser- vices, ein Minus von 14 % zum Vorjahr. Das operative Ergebnis der kalifornischen Kryptowäh- rungs-Handelsplattform betrug im gleichen Zeitraum minus 21,4 Millionen US-Dollar nach einem Gewinn über 273,75 Millionen US-Dollar im Vorquartal. Das Net- toergebnis im ersten Geschäftsquartal belief sich auf minus 394,1 Millionen US-Dollar oder minus 1,49 US- Dollar je Coinbase-Aktie.
Sony: Rechnet mit weiterem Gewinnanstieg Der japanische Elektronik- und Medienkonzern Sony hat unter anderem dank guter Geschäfte mit Kameras und bildverarbeitenden Produkten im Geschäftsjahr 2025/26 operativ mehr verdient. Für das bis Ende März 2027 laufende, neue Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem weiteren Anstieg des operativen Gewinns. Dieser soll um elf Prozent auf rund 1,6 Billionen Yen zulegen, teilte der Konzern heute Freitag in Tokio mit. Die Prognose liegt im Rahmen der Analystenerwartun- gen. Im vergangenen Geschäftsjahr zog der operative Ge- winn um 13 % auf knapp 1,45 Billionen Yen an. Das war etwas weniger als zuletzt in Aussicht gestellt. Dies war allerdings auch auf einige Sondereffekte zurückzufüh- ren. Der Umsatz legte um vier Prozent auf 12,5 Billio- nen Yen zu. In den zwölf Monaten bis Ende März 2027 rechnet der Konzern mit einem leichten Rückgang beim Erlös. Sony kündigte zudem den Rückkauf von eigenen Aktien für den Wert von bis zu 500 Billionen Yen an. Damit will das Unternehmen die zuletzt stark unter Druck stehende Aktie stützen. Zumindest heute Freitag gelang das zeit- weise. Der Kurs zog um bis zu sieben Prozent an. Aller- dings gab das Papier den Grossteil der Gewinne schnell wieder ab und lag zuletzt nur noch mit zwei Prozent im Plus. Im laufenden Jahr sank der Börsenwert von Sony um etwas mehr als ein Fünftel auf umgerechnet rund 100 Milliarden Euro. Mit dem Kursrückgang zählen die Aktien in diesem Jahr zu den schwächsten Titeln im japanischen Leitindex Nikkei 225, der seit Ende 2025 um fast ein Viertel anzog.
Futures S&P 500 7'385
- 0.3 % FTSE 100 10'216
- 0.7 % DAX 24'557
- 0.8 %
Wichtigste US-Unternehmenszahlen (Erwarteter Gewinn pro Aktie) Vor Börsenöffnung Wendy’s 10c Nach Börsenschluss -
Wirtschaftsdaten (Erwartungen*) China
Japan Arbeitsmarkt Barlöhne März y/y + 2,7 % (+ 3,2 %), Realeinkommen in bar März y/y + 1,0 % (+ 1,8 %), Einkaufsmanager- index S&P Global April 52,2 Punkte (vorheriger Wert: 52,4 Punkte), Ein- kaufsmanagerindex Dienstleistungen S&P Global April 51,0 Punkte (vorheriger Wert: 51,2 Punkte). Deutschland Handelsbilanz März + 14,3 Milliarden EUR + 17,8 Miliiarden EUR), Exporte März
- 0,5 % (- 1,5 %), Importe März + 5,1 % (+ 0,5 %), Industrieproduktion März - 0,7 % (+ 0,4 %), Industrieproduktion März y/y - 2,8 % (- 1,9 %) . GB
Frankreich
Europa
www.bekb.ch | Marktkommentar | 8. Mai 2026 4 USA 14:30 Uhr: Neugeschaffene Stellen aus- serhalb der Landwirtschaft April (+ 65'000), Neugeschaffene Stellen in der Privatwirtschaft April (+ 75'000), Durch- schnittlicher Stundenlohn April (+ 0,3 %), Durchschnittlicher Stundenlohn April y/y (+ 3,8 %), Durchschnittliche Wochen- stunden April (34,2), Erwerbsquote April (61,9 %). 16:00 Uhr: Stimmung der Universität Michigan Mai vorläufig (49,5 Punkte), Lagerbestände beim Grosshandel März (+ 1,4 %).
*Wenn nichts Anderes vermerkt, bezieht sich die Veränderung gegenüber dem Vormonat q/q = Veränderung gegenüber Vorquartal, y/y = Veränderung gegenüber Vorjahr, ytd = Veränderung seit Jahresbeginn, sb = Saisonberei- nigt, ( ) = Erwartungen, wenn nicht anders erwähnt.
QUELLEN
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