Jean Asselborn Akademieabend Bonifatiushaus Fulda; Ukraine-Unterstützung bleibt unverändert
Bistum Fulda - Akademieabend mit dem früheren luxemburgischen Außenminister Asselborn
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Europäische Einheit als fundamentale Stärke
Akademieabend mit dem früheren luxemburgischen Außenminister Asselborn
Der 9. Mai markiert als offizieller Europatag die Geburtsstunde der Europäischen Union (EU) – ein Datum, das als Symbol für Frieden und die gewachsene Einheit des Kontinents steht. Unter dem Titel „Warum Europa jetzt mutiger sein muss“ lud die Katholische Akademie des Bistums Fulda (Bonifatiushaus) zu einem Abend ein, der ganz im Zeichen der europäischen Zukunftsfähigkeit stand. Zu Gast war Jean Asselborn, der als langjähriger luxemburgischer Außenminister fast zwei Jahrzehnte lang die Geschicke der EU-Diplomatie maßgeblich mitgestaltet hat.
Viele Interessierte – darunter Bischof Dr. Michael Gerber und Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez – waren gekommen, um mit Asselborn über die drängenden Herausforderungen unserer Zeit zu debattieren. Im Zentrum standen die multiplen Krisen, die das europäische Miteinander derzeit auf die Probe stellen. Gemeinsam wurde erörtert, wie ein starkes, geeintes Europa beschaffen sein muss und wie es gelingen kann, Vielfalt nicht als Trennendes, sondern als fundamentale Stärke zu begreifen.
Bischof Gerber hatte im Mai 2024 auf persönliche Einladung des Erzbischofs von Luxemburg, Jean-Claude Kardinal Hollerich SJ, als Ehrengast und Festprediger bei der traditionsreichen Echternacher Springprozession teilgenommen. Bischof Gerber und Kardinal Hollerich verbindet die gemeinsame Sorge um die Demokratie und die Zukunft Europas. In einer Festpredigt am Vorabend der Echternacher Springprozession hatte Gerber die Bedeutung der europäischen Traditionen und Werte formuliert.
Kardinal Hollerich war 2025 mit dem Winfriedpreis der Stadt Fulda ausgezeichnet worden. Bischof Gerber hatte ihn für dessen Verdienste um Frieden, Freiheit und um die europäische Einheit gewürdigt. Er stehe für die Sehnsucht nach Frieden für eine “Einheit der Menschheitsfamilie”. Gerade heute, in einer Zeit wachsenden Nationalismus, sei die Kirche gefordert, für Frieden und Verständigung einzutreten, “im Dienst an einer Einheit, die Grenzen überwindet, weil sie von Gott her inspiriert ist”, betonte Gerber in seinem Gratulationsschreiben.
Die Anwesenheit des PoWi-Leistungskurses der Freiherr-vom-Stein-Schule bei dem Akademieabend erachtete Asselborn als sehr positiv, „denn die Jugend ist die Hoffnung für Europa“. Er appellierte an die junge Generation, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten und das europäische Erbe gegen autoritäre Tendenzen zu verteidigen.
Ausführlich beschäftigte sich der Referent, der nach 19 Dienstjahren 2023 aus dem Amt geschieden war, mit den gravierenden Folgen des Irankrieges und des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Er appellierte daran, dass Europa mutiger sein und sich den Bestrebungen der Trump-Regierung widersetzen müsse. „Wir dürfen uns nicht wegducken, sondern müssen gegenhalten“, betonte Asselborn. Seiner Ansicht nach müsse, was Amerika angeht, konstatiert werden, „dass die Glaubwürdigkeit der ältesten Demokratie der Welt am Schwinden ist“. Andererseits dürfe die Unterstützung für die Ukraine nicht nachlassen, da das Land ansonsten nicht mehr existieren würde.
Eindringlich warnte er vor rechtsextremen Kräften, deren erklärtes Ziel es sei, das „Projekt Europa zu brechen“. An die demokratischen Parteien richtete er den Appell, standhaft zu bleiben und keinerlei Allianzen am rechten Rand einzugehen. „Die Feinde der Demokratie sind die Feinde der europäischen Union“, formulierte er und unterstrich, dass eine funktionierende Demokratie die Basis für eine europäische Friedensunion ist“.
Der Abend bot auch den Rahmen für die Vorstellung des neuen Buches „Die Tour seines Lebens“, das die bewegte politische Laufbahn Asselborns reflektiert. Die Veranstaltung entstand in Kooperation mit „Pulse of Europe“ und wurde durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Zu Beginn hatte Akademie-Direktor Gunter Geiger begrüßt und Marianne Müller von „Pulse of Europe Fulda“ eine Fragerunde initiiert. Die Anwesenden beteiligten sich rege an dem Austausch und an den anschließenden persönlichen Gesprächen.
© Alle Bilder: Bistum Fulda
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