Stephanie Szanto interpretiert missglückte Bravo-Hits mit The High Horse am Theater Rigiblick Zürich; Gleiche Fußwunde bei Mona Petri.
08.05.2026 / 12h57 - BKa Nº9 – Bühne und Leben stehen sich nah, findet Szanto
Stephanie Szanto ist vielfältig: Die Berner Mezzosopranistin, Komponistin und Produzentin teilt die Bühne mit den grossen Orchestern, mag aber auch Jazz, Jodeln und R ’n’ B. Mit ihrem Duo The High Horse nimmt sie sich missglückten Bravo-Hits an. Der BKa gibt sie Klassik-Tipps, die sich auch mal abseits der Konventionen bewegen.
Wann haben Sie das letzte Mal bemerkt, wie sich Ihr Beruf auf eine überraschende oder vielleicht auch etwas absurde Weise in Ihrem privaten Leben spiegelt? Meistens haben meine Bühnenpartien gar nichts mit meinem Leben zu tun, was es ja eigentlich erst recht interessant macht. Im aktuell laufenden Stück «Marias Testament» am Theater Rigiblick Zürich, unter anderem mit dem Galatea Quartett und Schauspielerin Mona Petri, sollte es anders kommen. Meine Figur verkörpert in G.B. Pergolesis «Stabat Mater» das musikalische Pendant zu Maria, die ihren Sohn verliert. Als ich durch eine ungeschickte Handlung auf einmal an beiden Füssen Wundmale hatte wie Jesus am Kreuz, staunte ich nicht schlecht. Umso verblüffter war ich, als mir Mona am nächsten Tag ihre soeben zugezogene kleine Fusswunde präsentierte – ebenfalls an der fast identischen Stelle. Von Bühnen und darüber hinaus – davon handeln auch meine Tipps.
1 – Wie aus Turnern Sänger wurden:1941 wurde das «Turnerchörli» von singenden Turnern gegründet. Da einigen jedoch die Abende zum Singen neben den Trainings zu knapp wurden, gründeten sie das«Chörli Zollikofen», traten dem Eidgenössischen Jodlerverband bei und blieben schlussendlich dem Turnen fern. Sie sagen: «Das Brauchtum, die Kameradschaft und das gemütliche Beisammensein sind uns wichtig.» Zusammen mit Ricardo Rodriguez Garcia, Naturhorn und Gigliola Di Grazia, Fortepiano gestalten sie einen Konzertabend mit Werken von Ludwig van Beethoven, Ferdinand Ries und ihrem eigenen Repertoire(Reformierte Kirche Zollikofen. So., 17.5., 17 Uhr).
2 – «Musizieren mit Freunden bedeutet, gleichzeitig zu atmen.»Dies sagte schon Yehudi Menuhin und das Weltklasse-Ensemble«The Philharmonic Brass»arbeitet genau nach diesem Motto. Neben seiner hochkarätigen Technik packt die aussergewöhnliche Spielfreude des Ensembles mit seinen tief verwurzelten Freundschaften. Hornistin Sarah Willis Horn meint zum Beispiel: «Ich liebe so viele Dinge mit dem Ensemble – essen, lachen und musizieren.» Dass bei ihr das Spielen erst an dritter Stelle kommt, finde ich enorm sympathisch. Im Anschluss an die Masterclasses für Blechblas-Studierende der HKB gibts imYehudi Menuhin Forumeinen Probeeinblick aus ihrem aktuellen Programm – mit eigens arrangierten Werken von J. S. Bach bis John Williams(Mi., 27.5., 19.30 Uhr).
3 – Ebenso schwungvoll und persönlich musiziert auch er:AusnahmegeigerDaniel Hope. Sonst in unserer Region immer ausverkauft, sollten für seinen Auftritt mit demZürcher Kammerorchesternoch Tickets zu ergattern sein – es wird zusätzlich in fünf weiteren Schweizer Städten zusammengespielt. Im nächsten Konzert steht der Tanz und seine vereinende Kraft im Zentrum – mit Musik aus sieben Jahrhunderten, etwa von G. F. Händel, B. Bartók und auch anonym gebliebenen Komponist*innen aus der Volksmusik(Stadttheater Olten. Mi., 20.5., 19.30 Uhr).
4 – Wie in der Freundschaft braucht es auch in der Kunst manchmal keine Worte.Die Stummfilme, welche noch gänzlich ohne gesprochene Sprache erzählen konnten, faszinieren dasEnsembleCinéMusiqueunter der Leitung von Christoph Escher. Ganz im Stile der Kinos der 1920-er Jahre begleiten sie mit einem extra zusammengestellten Programm den Film «The Mysterious Lady»mit der grossen Greta Garbo. Zusätzlich ist Simon Bucher am Klavier zu erleben(Sternensaal Bümpliz. So., 17.5., 18 Uhr).
Mehr als Film. Mehr als ein Konzert. Stummfilmaufführung “The Misterious Lady” mit Greta Garbo EnsembleCinéMusique
Daniel Hope & Zürcher Kammerorchester
Lueget vo Bärg und Saal [!] - Konzert Tastenträumefestival