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title: "HelpAge Deutschland e.V. und HelpAge International erneuern Kooperationsvereinbarung weltweit, um Rechte Älterer zu stärken und Ressourcen zu bündeln; Vier Jahre Laufzeit, stärkere Zusammenarbeit"
sdDatePublished: "2026-05-08T11:03:00Z"
source: "https://www.helpage.de/news/auf-uns-allein-gestellt-werden-wir-viele-probleme-nicht-loesen-koennen"
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HelpAge Deutschland e.V. und HelpAge International erneuern Kooperationsvereinbarung weltweit, um Rechte Älterer zu stärken und Ressourcen zu bündeln; Vier Jahre Laufzeit, stärkere Zusammenarbeit

„Auf uns allein gestellt werden wir viele Probleme nicht lösen können.“
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    HelpAge Deutschland e.V.

HelpAge Deutschland und HelpAge International haben ihre Kooperationsvereinbarung erneuert. Im Rahmen der Unterzeichnung der neuen Vereinbarung trafen wir Cherian Mathews, CEO von HelpAge International, zum Interview.

Gemeinsam weltweit aktiv für die Rechte Älterer

HelpAge Deutschland ist Teil eines globalen Netzwerkes, das 208 Organisationen in 99 Ländern umfasst. All diese Organisationen eint eine gemeinsame Mission: Weltweit einen Rahmen für ältere Generationen, heutige wie zukünftige, zu schaffen, in dem sie sicher, gesund und würdevoll älter werden können. Gerade in dieser Vielfältigkeit liegt eine der größten Stärken des Netzwerkes: Unterschiedlichste Perspektiven, insbesondere die aus den Ländern, in denen wir mit Hilfsprojekten tätig sind, treffen aufeinander und Wissen und Expertise kann effizient miteinander geteilt werden. HelpAge International fungiert innerhalb des Netzwerkes als zentraler Knotenpunkt, der Ressourcen zur Verfügung stellt und Netzwerkmitglieder vernetzt.

Die Zusammenarbeit zwischen HelpAge Deutschland als Netzwerkmitglied und HelpAge International ist mithilfe einer zeitlich begrenzten Kooperationsvereinbarung vertraglich festgelegt. Anlässlich der Unterzeichnung einer neuen und aktualisierten Kooperationsvereinbarung trafen wir Cherian Mathews, CEO von HelpAge International, zu einem Gespräch über internationale Zusammenarbeit und Solidarität.

“Es ist wichtig, gerade jetzt noch stärker zusammenzuarbeiten“

HelpAge:Lassen Sie uns nun über die neue Kooperationsvereinbarung zwischen HelpAge Deutschland und HelpAge International sprechen. Was bedeutet dieser Schritt für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen?

Mathews:Diese Vereinbarung ist enorm wichtig: HelpAge Deutschland ist eines der wichtigsten Mitglieder im internationalen HelpAge-Netzwerk und trägt zum Erfolg und Wachstum des Netzwerkes bei. Wir arbeiten schon seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammen. Die Zusammenarbeit ist also im Laufe der Jahre immer stärker geworden. Diesem Zusammenhang wollten wir mit der neuen Vereinbarung gerecht werden: Erstmals ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen unseren Organisationen auf vier Jahre angelegt, anstatt auf ein Jahr oder zwei. In der Vereinbarung ist klar festgelegt, wie wir in dieser Zeit zusammenarbeiten wollen, wie wir gemeinsam Spender*innen und politische Akteure auf die Situation Älterer weltweit aufmerksam machen können und wie wir unsere Kompetenzen und Ressourcen am effektivsten bündeln können. Das Bild, das in den Medien und der Öffentlichkeit vom älter werden gezeichnet wird, ist geprägt von diskriminierenden Vorurteilen über ältere Generationen: Ältere Menschen werden oft auf ihre Verletzlichkeit reduziert oder als ökonomische Belastungen dargestellt. Gemeinsam wollen wir dem ein anderes Bild vom Alter entgegensetzen, eines, das ihren Beitrag zur Gesellschaft, ihre Stärke und ihre Rechte feiert.

Außerdem befindet sich die Welt im Wandel: Internationale Hilfe wird mehr und mehr in Frage gestellt, gleichzeitig gibt es viele Krisenherde und Herausforderungen. Daher ist es wichtig, gerade jetzt noch stärker zusammenzuarbeiten.

HelpAge:Was ist das zentrale Ziel dieser Kooperationsvereinbarung – und was soll sich dadurch konkret in der Zusammenarbeit verbessern?

Mathews:Wie ich bereits sagte, haben wir einen besonderen Schwerpunkt auf ausgewählte Themenfelder gelegt: Erstens, wie können wir zusammenarbeiten, um die Rechte Älterer größtmöglich zu stärken? In den kommenden vier Jahren werden wir uns beispielsweise gemeinsam entschieden für die Ausgestaltung und Verabschiedung einer Weltaltenrechtkonvention der Vereinten Nationen einsetzen. Zweitens, wie können wir mit unseren humanitären Hilfsprojekten und Programmen möglichst vielen älteren Menschen Unterstützung zukommen lassen? Neben diesen humanitären Projekten arbeiten wir außerdem eng mit nationalen Gesetzgebern zusammen, um Gesetzgebungen, gesellschaftliche Praktiken und ganze Systeme altersinklusiver zu gestalten. Und drittens, wie können wir noch schneller und zielgerichteter Ressourcen für diese Arbeit bereitstellen? Wir wollen außerdem gemeinsam Forschung zur Rolle Älterer in Gesellschaften fördern, um unsere Arbeit noch näher an die konkreten Bedarfe der älteren Generation heranzuführen. Es gibt also mehrere Felder, in denen wir enger und effektiver zusammenarbeiten möchten.

Foto: Nadine Fels und Dr. Tom Kafczyk mit Cherian Mathews bei der Unterzeichnung der neuen Kooperationsvereinbarung zwischen HelpAge Deutschland und HelpAge International

HelpAge:Was macht die Partnerschaft zwischen HelpAge Deutschland und HelpAge International aus Ihrer Sicht besonders – und warum braucht es sie gerade jetzt?

Mathews:Die Welt verändert sich. Damit einher geht die Notwendigkeit, zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Auf uns allein gestellt werden wir viele Probleme nicht lösen können. Wir müssen zusammenarbeiten. Das HelpAge-Netzwerk ist hier integral: Während wir zusammenarbeiten, lernen wir auch voneinander. Wir teilen unser Wissen und unsere Fähigkeiten miteinander. Auf diese Weise können wir die größtmögliche Wirkung unserer Arbeit entfalten.

In einer effektiven Partnerschaft bedarf es außerdem einer vertrauensvollen Beziehung zueinander. Mein Besuch hier in Osnabrück ist ein gutes Beispiel: Ich komme nicht einfach, um einen Vertrag zu unterzeichnen. Wir entwickeln Pläne, loten Möglichkeiten aus und besprechen Herausforderungen: Ich habe hier nicht nur das Team getroffen, sondern auch mit dem Aufsichtsrat gesprochen und einer Mitgliederversammlung beigewohnt. So entsteht gegenseitiges Vertrauen. Und wir haben bereits weitere Treffen in unterschiedlichen Konstellationen geplant, um dieses Vertrauen ineinander weiter auszubauen.

HelpAge:Viele globale Krisen hängen zusammen – Klimawandel, Armut, Konflikte. Welche Rolle spielen internationale Partnerschaften, um darauf wirksam zu reagieren?

Mathews:Ich glaube, eine der großen Stärken des HelpAge-Netzwerkes ist, dass unsere Arbeit vielfach auf Gemeindeebene stattfindet. Denn diese Gemeinden verstehen am besten, wie sich diese Krisen – seien es Kriege, der Klimawandel, ökonomische Schwierigkeiten oder ein mangelhafter Zugang zu Gesundheitssystemen – auf sie auswirken. Wir hören diesen Gemeinden zu: Wir gründen überall, wo wir tätig sind, lokale Altenorganisationen und hören uns an, welche Herausforderungen den Mitgliedern in ihrem Alltag begegnen. Und dann arbeiten wir eng mit diesen älteren Menschen zusammen, damit sie im Idealfall selbstständig Lösungen für ihre Probleme entwickeln können. Innerhalb des HelpAge-Netzwerkes teilen wir unser Wissen dann mit dem Ziel, Gesetzgebung und gesellschaftliche Praktiken auf nationaler Ebene zu verändern. Ich sage immer, das HelpAge-Netzwerk ist lokal verwurzelt, aber global vernetzt.

Foto: Mitglieder lokaler Altenorganisationen wie hier auf Haiti sind Experten für die Bedarfe und Herausforderungen, denen sie tagtäglich begegnen.

Perspektiven des Globalen Südens sichtbar machen

HelpAge:Wie stellt die Kooperationsvereinbarung sicher, dass Perspektiven und Prioritäten aus dem globalen Süden in Entscheidungen einfließen?

Mathews:Das ist ein wichtiger Punkt: Unsere Partnerschaft wird uns dabei helfen, dass die Lebenserfahrungen älterer Menschen aus dem Globalen Süden auch in Ländern des Globalen Nordens, wie Deutschland, gehört und gesehen werden. Das ist entscheidend! Gerade wenn wir über Gesetzgebung sprechen, müssen wir uns die Frage stellen, wie wir die Stimmen älterer Menschen in den Gestaltungsprozess einbringen können. In der Vergangenheit haben wir hier schon erfolgreich gearbeitet: Als im Februardie Auftaktsitzung der Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen, die für die Ausarbeitung einer Weltaltenrechtskonvention zuständig ist, stattfand, luden wirVertreter*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Ländern wie Kenia oder Kolumbienein, damit sie ihre Perspektive und die Bedarfe ihrer älteren Landsmänner und -frauen in die Diskussion einbringen konnten. Was brauchen sie? Was erwarten sie von einer Weltaltenrechtskonvention? Wir bilden im Grunde „Altersaktivitsten“ aus, die sich auf politischer Bühne verstärkt einbringen können. So kreieren wir eine große Bewegung, die für einen gesellschaftlichen Wandel eintritt.

HelpAge:„Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ ist ein Begriff, den man gerade in unserer Branche oft hört. Was bedeutet er für Sie konkret – und woran erkennt man, dass er wirklich gelebt wird?

Mathews:Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist eine unserer Kernprinzipien. Für mich bedeutet es, gegenseitig Verantwortung zu übernehmen, transparent zu arbeiten und Offenheit und Respekt für den Gegenüber zu haben. Man braucht ein gewisses Vertrauensniveau untereinander, damit Menschen zusammenkommen, Ideen austauschen und sich gemeinsam entfalten können. Niemand steht über dem anderen. Wie teilen wir Ressourcen gerecht und wie stellen wir sicher, dass Wissen zwischen Organisationen weitergegeben wird? All das ist das Fundament für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Wir müssen verstehen, dass diese Art der Zusammenarbeit einen Wert an sich darstellt, eine gesellschaftliche Praktik, die wir uns verinnerlichen müssen. Aber es ist auch ein Prozess, auf den wir aufbauen müssen, um sicherzustellen, dass die Zusammenarbeit wirklich auf Augenhöhe ist. Als Geschäftsführer von HelpAge International glaube ich fest an dieses Prinzip: Wir müssen einander zuhören, um uns verstehen und wertschätzen zu können. Und um dazu sein, wenn Probleme auftauchen. Das ist für mich echte Zusammenarbeit.

Foto: Deinedt Castellanos, Präsidentin der Organisation Red Colombia, nahm auf Einladung von HelpAge in Genf an der Auftaktsitzung der Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen, die mit der Ausarbeitung einer Weltaltenrechtskonvention beauftragt ist, teil. © HelpAge International

Folgen gekürzter Mittel in der Entwicklungsarbeit schon heute spürbar

HelpAge:Weltweit werden öffentliche Gelder für Entwicklungszusammenarbeit gekürzt. Wie stark betreffen diese Kürzungen die Arbeit von HelpAge aktuell?

Mathews:Die Kürzungen bei der Entwicklungshilfe treffen den gesamten Sektor, auch HelpAge International und unsere Netzwerkmitglieder. Ich fürchte auch, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Deshalb wird es in Zukunft noch entscheidender werden, dass wir innerhalb unseres Netzwerkes Wissen und Expertise teilen und unsere Partner im Globalen Süden dazu befähigen, in ihren eigenen Ländern Gelder einzuwerben. Das ermöglicht uns und unseren Netzwerkmitgliedern flexibler und unabhängiger zu agieren und stärkt die Legitimation dieser Organisationen in ihren Ländern. Nichtsdestotrotz ist die internationale Entwicklungszusammenarbeit nach wie vor wichtig und leistet bis heute großartige Arbeit.

HelpAge:Welche unmittelbaren Auswirkungen haben diese Kürzungen auf Programme, die ältere Menschen unterstützen?

Mathews:HelpAge arbeitet viel im Bereich Gesundheit und Pflege sowie im Bereich Einkommenssicherheit Älterer. Wir sehen schon jetzt, dass beide Bereiche von den Auswirkungen der Kürzungen betroffen sind. Leider werden die Kürzungen auch unsere Partner treffen: Sie können ihre Personalstärke nicht mehr halten, was sehr bedauernswert ist. Bestens ausgebildete Mitarbeiter*innen müssen die Organisationen verlassen, weil sie nicht mehr bezahlt werden können. Die Kürzungen betreffen unsere Arbeit also auf vielschichtige Weise. Wie ich bereits sagte, ist es nun an HelpAge, alternative Wege der Mittelbeschaffung zu finden und so unsere Widerstandsfähigkeit gegenübersolchen Krisen zu erhöhen.

HelpAge:Könnten Sie das noch ein wenig ausführen? Welche neuen Wege der Finanzierung werden in Zukunft wichtiger – und wie kann verhindert werden, dass Projekte sich zu stark an Spenderinteressen statt an tatsächlichen Bedarfen orientieren?

Mathews:Um unser g