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title: "IGMG erklärt Halal-Lebensmittel als religiöse Praxis in Europa; Transparenz der Zertifizierung stärkt Religionsfreiheit"
sdDatePublished: "2026-05-08T15:03:00Z"
source: "https://www.igmg.org/alltaegliches-muslimisches-leben-nicht-als-bedrohung-darstellen/"
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IGMG erklärt Halal-Lebensmittel als religiöse Praxis in Europa; Transparenz der Zertifizierung stärkt Religionsfreiheit

Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) » Alltägliches muslimisches Leben nicht als Bedrohung darstellen

Alltägliches muslimisches Leben nicht als Bedrohung darstellen

„Halal ist eine religiöse Praxis, Teil des muslimischen Lebens – keine politische oder ideologische Entscheidung“, sagt Celil Yalınkılıç, Leiter der Irschadabteilung der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş(IGMG) und Vorsitzender des IGMG-Gelehrtenrates. Anlass sind Medienberichte rund um die Zertifizierung von Halal-Lebensmitteln. Yalınkılıç weiter:

„In den letzten Tagen wurde in Medienberichten die Praxis der Halal-Zertifizierung, unter anderem der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), aufgegriffen. In der Berichterstattung wird ein wichtiger Teil des muslimischen Lebens, nämlich der Halal-Konsum, mit einer vermeintlich geheimen politischen Agenda. Diesen Ansatz halten wir für falsch und gefährlich.

Halal-Lebensmittel sind für Muslime keine politische oder ideologische Frage, sondern selbstverständlicher Teil des religiösen Lebens. Die Halal-Zertifizierung mit Debatten über „politischen Islam” in Verbindung zu bringen, blendet daher nicht nur die alltägliche Lebensrealität von Millionen Muslimen in Europa aus, sondern schürt auch einen Generalverdacht gegenüber den Bemühungen, die religiösen Bedürfnisse muslimischer Gemeinschaften zu decken. Dabei sind diese Bemühungen im Rahmen der Religionsfreiheit zu bewerten, genauso wie etwa die Praxis der Koscher-Zertifizierung durch jüdische Facheinrichtungen oder kirchliche Angebote im Bereich der Bildung.

Das Europäische Halal-Zertifizierungsinstitut (EHZ), das unter dem Dach der IGMG tätig ist, überwacht als Non-Profit-Organisation Produktionsprozesse nach transparenten Kriterien, führt unabhängige Laboranalysen durch, vergibt Zertifikate und entzieht sie bei Nichteinhaltung der Standards. Diese Kriterien und Standards werden mit Öffentlichkeit geteilt.

Die Politisierung der Halal-Zertifizierung und des alltäglichen musischen Lebens ist leider keine neue Erscheinung. Auch in der Vergangenheit wurden religiöse Praktiken unter Verdacht gestellt. Heute ist wieder zu beobachten, wie bestimmte Kreise versuchen, muslimisches Leben als Ganzes als problematisch darzustellen. Die Kontextualisierung alltäglicher religiöser Praktiken wie des Halal-Konsums, des Kopftuchs, des Gebets oder der Zugehörigkeit zu islamischen Gemeinschaften im Kontext von Sicherheit, Politik oder Ideologie führt dazu, dass der Alltag von Muslimen diskreditiert und mit Misstrauen betrachtet wird.

Dabei stehen all diese religiösen Praktiken und Lebensweisen unter dem Schutz des demokratischen Rechtsstaates und der verfassungsmäßigen Ordnung. Die Religionsfreiheit ist eines der vom Grundgesetz garantierten Grundrechte. Ansätze, die die religiöse Lebensweise von Muslimen infrage stellen, sie mit problematischen Etiketten versehen oder gesellschaftlich abzuwerten versuchen, zielen daher nicht nur auf Muslime ab, sondern auch auf die Religionsfreiheit.

Solche Ansätze polarisieren und spalten die Gesellschaft, nähren Vorurteile gegenüber Muslimen und schaden dem gegenseitigen Vertrauen.

Die Presse- und Meinungsfreiheit ist eines der unverzichtbaren Grundwerte unsrer demokratischen Gesellschaft. So wie die Religionsfreiheit ein hohes schützenswertes Rechtsgut ist, so sind auch die Presse- und Meinungsfreiheit Grundpfeiler der demokratischen Gesellschaftsordnung. Diese Freiheiten bringen jedoch auch journalistische Ethik und Verantwortung mit sich. Es ist von großer Bedeutung, dass Medienschaffende ihrer journalistischen Recherche- und Sorgfaltspflicht nachkommen, für die Ansichten der beschuldigten Personen und Institutionen offen sind und keine Behauptungen ohne ausreichende objektive Prüfung an die Öffentlichkeit tragen.

Als IGMG möchten wir zudem betonen, dass wir für alle Fragen und den Dialog offen sind. Transparenz und eine konstruktive Kommunikation sind unverzichtbare Bestandteile des gesellschaftlichen Zusammenlebens.“