Jamila-Cate Tran SGLT-2-Hemmer: Einfluss auf Nieren- und Herz-Kreislauf-Ereignisse nach Transplantation in Hannover; Nichtdiabetiker profitieren, Nierenprobleme 36%, Sterblichkeit 45% reduziert
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Bundeswettbewerb Jugend forscht vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Niedersachsen Seite 1/3 Stand 11 Arbeitswelt Götz Anft (19) Jesteburg Gymnasium Am Kattenberge, Buchholz Erarbeitungsort: Zukunftswerkstatt Buchholz Feuchtigkeitsfalle im 3D-Druck: Optimierung, Kosteneffizienz, Anwenderfreundlichkeit Beim 3D-Druck spielt neben der Konstruktion und den Druckparametern die Qualität des verwendeten Filaments eine zentrale Rolle. Filamente sind drahtförmige Kunststoffwerkstoffe, die im Drucker geschmolzen und schichtweise verarbeitet werden. Götz Anft untersuchte, ob unterschiedliche Feuchtigkeitsgehalte in diesen 3D-Druck-Filamenten die Druckqualität wie auch die mechanischen Eigenschaften eines Druckmodells beeinflussen. Dazu druckte er mehrere Proben aus verschiedenen Filamenten und testete anschließend die Zugfestigkeit und Qualität der Druckerzeugnisse. Gleichzeitig verglich er verschiedene Trocknungsverfahren miteinander. Die Ergebnisse zeigten, dass ein reduzierter Feuchtigkeitsgehalt die Druckqualität positiv beeinflusst und etwa die Oberflächenbeschaffenheit der gedruckten Modelle verbessert. Hannover Wolfsburg Stand 26 Biologie Ben Schüler (20) Medizinische Hochschule Hannover Jonas Knaup (19) Medizinische Hochschule Hannover Erarbeitungsort: Ubbo-Emmius-Gymnasium, Leer Organmassenproduktion?! HLA-Silencing von de- und rezellularisierten Organen Wie einfach ist es, künstliches Lebergewebe im Labor herzustellen? Diese Frage beschäftigte Ben Schüler und Jonas Knaup. Im Wesentlichen braucht es dafür einen geeigneten Träger, auf dem gesunde Leberzellen im Brutschrank heranwachsen. Den Jungforschern gelang es, ein neuartiges Trägermaterial für das Zellwachstum zu gewinnen. Dafür behandelten sie Material aus Äpfeln sowie Lebergewebe von Schweinen und Ratten mit speziellen Tensiden. Die beiden konnten alle alten Zellen herauswaschen und sie erhielten ein stabiles Gerüst für das Zellwachstum. Um die Abstoßung der neuen Leberzellen zu unterdrücken, experimentieren sie mit dem HLA-Silencing. Bei dieser Methode werden bestimmte Proteine gentechnisch deaktiviert. Fremdes Lebergewebe wird auf diese Weise für den Empfänger besser verträglich. Hannover Stand 27 Biologie Jamila-Cate Tran (20) Medizinische Hochschule Hannover SGLT-2-Hemmer – Einfluss auf Nieren- und Herz-Kreislauf-Ereignisse nach Transplantation Von SGLT-2-Hemmern ist bekannt, dass sie bei Diabetes den Blutzucker senken, nach einer Nierentransplantation aber auch Nieren und Herz schützen. Jamila-Cate Tran wollte wissen, ob die Medikamente auch Transplantierten helfen, die nicht an Diabetes erkrankt sind. Sie analysierte Behandlungsdaten von über 1 600 Personen aus der internationalen TriNetX-Datenbank und verglich Menschen, die einige Jahre nach der OP erstmals SGLT-2-Hemmer einnahmen, mit einer Vergleichsgruppe. Die Auswertung mit statistischen Verfahren zeigte, dass SGLT-2-Hemmer auch bei Nichtdiabetikern positiv wirken können. Schwere Nierenprobleme verringerten sich um 36 Prozent, die Sterblichkeit war um 45 Prozent niedriger. Wer dank SGLT-2-Hemmern länger lebt, ist allerdings nicht vor Herzproblemen oder Schlaganfall gefeit.
Bundeswettbewerb Jugend forscht vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Niedersachsen Seite 2/3 Dörpen Stand 46 Chemie Paula Schoe (18) Gymnasium Marianum Meppen Multispektroskopische Analyse eines neuartigen Betanin-Chlorophyll/TiO₂-Antennenkomplexes Bei der Fotosynthese absorbieren Antennenpigmente die Lichtenergie und leiten sie weiter. Ihr Wirkungsgrad ist allerdings niedrig. Paula Schoe entwickelte ein künstliches Antennenpigment, das Licht effektiver nutzt als die Natur. Es besteht aus dem katalytisch aktiven Titandioxid, dem roten Pflanzenfarbstoff Betanin und Chlorophyll. Die Wechselwirkungen der Stoffe entschlüsselte die Jungforscherin mithilfe spektroskopischer Verfahren: Lichtenergie wird dabei vom Chlorophyll auf das Betanin übertragen, Betanin dockt fest an das Titandioxid-Gitter an und leitet die Energie direkt weiter. Das Titandioxid stabilisiert wie eine Hülle die beiden Pflanzenfarbstoffe. Paula Schoe entdeckte zudem, dass das Stofftrio bei einem Betanin/Chlorophyll-Mischungsverhältnis von 1:2 besonders gut arbeitet. Wolfsburg Stand 61 Geo- und Raumwissenschaften Mark-Daniel Leupold (18) Eichendorffschule Wolfsburg Probabilistische GAN-basierte Super-Resolution für Erdbeobachtung Die Erde wird kontinuierlich mithilfe von Satelliten beobachtet, häufig sind die erzeugten Bilder jedoch nicht scharf genug. Die begrenzte Auflösung von Satellitenaufnahmen stellt daher ein Hindernis für präzisere Geoanalysen dar. Mark-Daniel Leupold wollte diesen Zielkonflikt zwischen Bildqualität und Genauigkeit lösen. Dafür trainierte er mit Tausenden Satellitenbildern ein eigenes KI-basiertes Modell, das niedrig aufgelöste Aufnahmen in deutlich schärfere Bilder umwandelt. Dies ermöglicht präzisere Auswertungen in der Erdbeobachtung. Erste Untersuchungen mit seinem Modell zeigten deutliche Verbesserungen gegenüber dem Ausgangsmodell. Die Entwicklung stellt einen Mehrwert für die satellitenbildbasierte Super-Resolution dar, also die Rekonstruktion hochauflösender Bilder aus niedrig aufgelösten Eingaben. Langenhagen Langenhagen Stand 62 Geo- und Raumwissenschaften Joris Parthier (18) Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover Karl Parthier (18) Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover FIRENET – Fire Incident Risk Evaluation & Networked Early Tracking Je schneller ein Waldbrand erkannt wird, umso besser lässt er sich löschen. Die Überwachung großer Waldflächen ist allerdings schwierig. Deshalb entwickelten Joris Parthier und Karl Parthier ein Waldbrandfrühwarnsystem, das besonders gefährdete Gebiete identifiziert. Dafür analysierten sie historische Waldbranddaten eines konkreten Waldgebiets in Mitteldeutschland und fanden heraus, dass die Nähe zu einer Straße oder zu einem Freizeitareal wie auch eine Höhenlage Risikofaktoren sind. Für Gebiete mit höherer Brandgefahr entwickelten die Jungforscher eine Überwachungseinheit, deren Bilder in Echtzeit von einer Software KI-unterstützt analysiert werden. Detektiert das System eine Rauchentwicklung, sendet es eine Nachricht aufs Handy – und die Feuerwehr kann schnellstmöglich ausrücken.
Bundeswettbewerb Jugend forscht vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Niedersachsen Seite 3/3 Hannover Stand 79 Mathematik/Informatik Erasmus von Platen (18) Gymnasium Schillerschule Hannover Scripted: Entwicklung einer Programmiersprache als Werkzeug für Minecraft Minecraft ist ein Videospiel, in dem sich aus einfachen Blöcken ganze Welten erschaffen lassen – von Häusern bis hin zu komplexen Maschinen. Wer möchte, kann das Spiel um eigene Funktionen erweitern, sodass etwa ein einziger Knopfdruck mehrere Aktionen nacheinander auslöst. Hier setzte Erasmus von Platen an: Mit seiner Programmiersprache „Scripted“ können Spielende solche Abläufe selbst definieren. Das Besondere daran ist, dass die Software die Eingaben vorab in eine für den Computer leicht lesbare Form übersetzt. So lassen sich auch umfangreiche zusätzliche Abläufe schnell ausführen, ohne dass die virtuelle Welt ins Stocken gerät. Künftig möchte der Jungforscher die Technik weiter optimieren und beschleunigen sowie eine benutzerfreundlichere Oberfläche entwickeln, die das Ausprobieren erleichtert. Braunschweig Braunschweig Stand 93 Physik Dominik Kultys (16) Hoffmann-von-Fallersleben-Schule, Braunschweig Oleksandra Kompanets (19) Hoffmann-von-Fallersleben-Schule, Braunschweig 3G-Magnetix Das Erdmagnetfeld schwankt ständig geringfügig, was sich nur mit hochempfindlichen Instrumenten erfassen lässt. Dominik Kultys und Oleksandra Kompanets entwickelten hierfür eigene Magnetometer, die sie aus überraschend einfachen Alltagsmaterialien fertigten. Sie umwickelten winzige Metallstreifen aus Diebstahlsicherungen mit feinen Spulen, die durch Wechselströme das Magnetfeld gewissermaßen verstärken und dadurch messbar machen. Diese Sensoren kombinierten sie mit Mikrocomputern, die die Signale erfassen und auswerten. In Tests konnten die Jungforschenden zeigen, dass ihr Gerät zuverlässig auf das Erdmagnetfeld reagiert und kleine Schwankungen registriert. Schließlich ermittelten sie sogar einen geomagnetischen Sturm mit Polarlichtern – ihre Daten passten gut zu denen professioneller Observatorien. Hannover Stand 107 Technik Claudia Gaida (16) Gymnasium Schillerschule Hannover Entwicklung und Analyse eines morphenden Winglets für den Airbus A320neo Wer im Flugzeug aus dem Fenster schaut, dem fallen sie ins Auge – die nach oben gebogenen Spitzen an den Tragflächen. Diese sogenannten Winglets sorgen dafür, dass weniger Luftwirbel entstehen, was den Treibstoffverbrauch um bis zu fünf Prozent verringert. Claudia Gaida ging noch einen Schritt weiter. Sie entwickelte ein Winglet, das seinen Winkel zur Tragfläche während des Flugs verändern kann. Am Computer entwarf sie ein Modell für den Airbus A320neo und testete es in Strömungssimulationen. Anschließend druckte sie das Modell in 3D aus und baute daraus einen beweglichen Prototyp mit Motorsteuerung. Dabei zeigte sich, dass je nach Flugphase unterschiedliche Einstellungen optimal sind. Die Jungforscherin schätzt, dass ihr System pro Flug weitere 1,5 Prozent Treibstoff einsparen könnte.