FC St. Pauli verliert 1:2 bei RB Leipzig; Zwei Ecken-Gegentore entscheiden

Zwei Ecken entscheiden - starke Kiezkicker verlieren mit 1:2 in Leipzig

Zwei Ecken entscheiden - starke Kiezkicker verlieren mit 1:2 in Leipzig

Der FC St. Pauli hat sein Auswärtsspiel bei RB Leipzig am Sonnabend (9.5.) mit 1:2 verloren und den Sprung auf Rang 16 verpasst. Trotz zahlreicher Ausfälle lieferten die neu formierten Kiezkicker eine richtig gute Partie ab, aufgrund zweier Ecken-Gegentore konnten sie sich aber nicht mit Zählbarem belohnen. Xaver Schlager traf kurz vor der Pause (45.), Willi Orbán kurz nach dem Seitenwechsel (54.). Kurz vor Schluss sorgte Abdoulie Ceesay mit seinem Treffer noch mal für Spannung (86.), zu mehr reichte es aber nicht.

Wie schon in der Vorwoche standen Cheftrainer Alexander Blessin für die Partie in Leipzig mehrere Spieler nicht zur Verfügung. Neben den verletzten James Sands und Mathias Pereira Lage sowie Ricky-Jade Jones (Trainingsrückstand) fehlten zusätzlich zu Manolis Saliakas noch Karol Mets und Jannik Robatsch. Doch damit nicht genug: Adam Dźwigała und David Nemeth (beide krank) fielen auch noch aus, der gesundheitlich angeschlagene Hauke Wahl nahm zudem nur auf der Bank Platz. Im Vergleich zum Spiel gegen Mainz begannen Louis Oppie, Connor Metcalfe und Martijn Kaars anstelle von Wahl, Mets und Danel Sinani (Bank). Von Personalsorgen war bei den Leipzigern gar keine Rede, Coach Ole Werner konnte aus dem Vollen schöpfen. Er nahm nach dem 1:4 in Leverkusen vier Wechsel vor: David Raum, Castello Lukeba, Assan Ouédraogo und Brajan Gruda ersetzten Max Finkgräfe, El Chadaille Bitshiabu, Nicolas Seiwald und Antonio Nusa.

Beide Teams und alle Zuschauer*innen gedachten zunächst der Opfer der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt, bei der am Montag (4.5.) zwei Menschen starben. Dann rollte der Ball. Für unsere Kiezkicker ging es darum, die Zweikämpfe anzunehmen, im Kollektiv dagegenzuhalten und einfach Fehler wie zuletzt zu minimieren. Die Gastgeber nahmen von Beginn an das Heft in die Hand, unser Team staffelte sich tief und verteidigte kompakt. Dann unterliefen Connor Metcalfe und Jackson Irvine binnen weniger Sekunden zwei einfache Ballverluste und Leipzig hatte das 1:0 auf dem Fuß. Erst scheiterte Christoph Baumgartner an Nikola Vasilj, sowohl Brajan Gruda als auch Ridle Baku konnten den abgewehrten Ball aus kurzer Distanz dann nicht über die Linie drücken (8.). Dann mal unsere Kiezkicker: Ein Steilpass von Hountondji auf Kaars geriet aber etwas zu lang, Maarten Vandevoordt war einen Schritt eher am Ball (13.).

Die von knapp 5000 Fans unterstütze Blessin-Elf machte es gegen den Ball richtig gut, der Tabellendritte fand kaum mal eine Lücke und tat sich sichtlich schwer, Torgefahr auszustrahlen. Bei einem Konter wurde Hountondji dann von Lukeba zu Fall gebracht und Eric Smith trat zum Freistoß an. Der Schwede visierte aus 22 Metern halblinker Position das Torwarteck an, der Ball rauschte einen halben Meter am rechten Pfosten vorbei - schade (20.). Unser Team spielte mutig mit und fand immer wieder den Weg zum gegnerischen Strafraum, eine weitere Möglichkeit sprang aber nicht heraus. Dann kam Leipzigs Rômulo aus gut 18 Metern zum Abschluss, der Ball ging aber deutlich vorbei (26.). Auf der Gegenseite spielten unsere Jungs einen Konter mit 3-gegen-2-Überzahl nicht gut aus, da war mehr drin (32.).

Kurz darauf die riesen Chance für Kaars zur Führung. Der von Arkadiusz Pyrka steil geschickte Hountondji legte im Strafraum zum freistehenden Kaars quer und der traf aus zwölf Metern nur die Oberkante der Latte (34.). Kurz darauf kam Metcalfe nach Doppelpass mit Kaars aus dem Rückraum zum Schuss, Willi Orbán warf sich gerade noch dazwischen (36.). Die Gäste kamen über Gruda zur nächsten Gelegenheit, sein 20-Meter-Schuss flog aber weit drüber (41.), ein Kopfball von Baumgartner nach Gruda-Flanke ebenfalls (43.). Mit dem Pausenpfiff war es dann aber passiert. Die Kiezkicker konnten eine Ecke nicht klären und Xaver Schlager jagte den Ball über rechts unter die Latte - die kalte Dusche kurz vor der Halbzeit (45.).

Martijn Kaars verpasste in Minute 34 nur knapp die Führung.

Beide Trainer verzichteten zum Start in die zweiten 45 Minuten auf Wechsel. Auf braun-weißer Seite hatte es auch keinen Grund gegeben, hatte unser neu formiertes Team doch stark mitgespielt. Leipzig kam druckvoll aus der Kabine und hatte früh die Chance zum 2:0. Nach Rückpass von Yan Diomande traf Ouédraogo den rechten Pfosten, Smith klärte auf Kosten einer Ecke (53.). Raum brachte diese in die Mitte und Orbán setzte den Ball vom linken Fünfmetereck direkt neben den linken Pfosten - 0:2 (54.).

Nach starkem Zusammenspiel mit Hountondji kam Oppie aus 14 Metern zum Abschluss. Dem Schuss mit dem schwächeren rechten Fuß fehlte es an Power, Vandevoordt packte sicher zu (60.). Gruda erzielte kurz darauf das vermeintliche 3:0, Vorlagengeber Rômulo hatte aber im Abseits gestanden (63.). Augenblicke später wechselte Blessin doppelt: Hauke Wahl und Fin Stevens (erster Einsatz in dieser Saison) kamen für Lars Ritzka und Louis Oppie (64.).

Leipzig bestimmte die Partie, unsere Kiezkicker kamen nicht mehr so oft wie noch im ersten Durchgang zu gefährlichen Umschaltmomenten. Blessin brachte dann noch Abdoulie Ceesay für Andréas Hountondji (72.). Unser Team erhöhte die Offensivbemühungen und mit aller Macht den Anschlusstreffer erzielen. Die Gastgeber machten es gegen den Ball aber gut, sodass sich unsere Jungs vorerst keine weitere nennenswerte Chancen herausspielen konnten. Nach Ballverlust von Joel Chima Fujita kam Baumgartner aus 15 Metern frei zum Schuss - drüber (76.).

Unsere Jungs gaben sich nicht auf und konnten verkürzen! Irvine legte per Kopf in den Lauf von Ceesay, der ließ Vandevoordt mit einem platzieren Flachschuss in rechte Eck keine Abwehrchance - nur noch 1:2 (86.). Ging noch mehr? Erst einmal war Vasilj gefordert, zwei Schüsse des eingewechselten Antonio Nusa parierte er aber (89., 90.+1). Unser Team warf noch mal alles rein, der erhoffte Ausgleich gelang aber nicht mehr. Irvine hatte dann noch mal die Chance auf das 2:2, von der Strafraumkante konnte er Vandevoordt aber nicht überwinden (90.+4). Wenige Augenblicke später war Feierabend.

Im Vergleich zu den vergangenen Spielen gegen Heidenheim und Mainz hatte sich unsere Mannschaft trotz der zahlreichen Ausfälle sehr teuer verkauft, sich aber nicht mit Zählbarem belohnt. Mit welcher Ausgangssituation unser Team am letzten Spieltag den VfL Wolfsburg empfangen wird, hängt einerseits vom Ausgang des Abendspiels zwischen den Wolfsburgern und dem FC Bayern München sowie vom morgigen Spiel des 1. FC Heidenheim beim 1. FC Köln ab.

Vandevoordt - Baku (90.+1 Henrichs), Orbán, Lukeba, Raum (64. Finkgräfe) - Schlager - Ouédraogo (69. Seiwald), Baumgartner - Diomande, Rômulo, Gruda (79. Nusa)

Vasilj - Andō, Smith (89. Rasmussen), Ritzka (64. Wahl) - Pyrka, Irvine, Fujita, Oppie (64. Stevens) - Metcalfe (89. Sinani) - Hountondji (72. Ceesay), Kaars

Tore: 1:0 Schlager (45.), 2:0 Orbán (54.), 2:1 Ceesay (86.)

Der FC St. Pauli und die Gewerkschaft ver.di schaffen tariflichen Rahmen für Beschäftigte

Der April bei den Rabauken: Viel Spaß beim Bowling und viel Mut beim Bouldern

In Paris: erste internationale Gold-Medaille für braun-weiße Spielerin

FCSP-Genossenschaft übernimmt offiziell Mehrheit am Millerntor-Stadion