HNEE erhält drei Landeslehrpreise in Brandenburg; Sonderpreis Future Skills
HNE Eberswalde: 3 Landeslehrpreise - Spitzenlehre
Drei Landeslehrpreise, ein Profil: HNEE-Lehre überzeugt
Gleich drei Auszeichnungen gehen in diesem Jahr an die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE): Im Rahmen der Brandenburger Wissenschaftspreise werden Prof. Dr. Tobias Cremer und Prof. Dr. Ralf Bloch, Prof. Dr. Heike Walk, Dr. Josefa Scalisi und Towadei Conrad sowie Prof. Dr. Heike Molitor und Dr. Jennifer Krah für herausragende Lehrkonzepte ausgezeichnet.
Der 13. Landeslehrpreis Brandenburg steht 2026 unter dem Motto „Interdisziplinarität und Kooperation in der Hochschullehre“. Insgesamt werden vier Hochschullehrende beziehungsweise Lehrteams mit jeweils 10.000 Euro ausgezeichnet. Zwei dieser Preise gehen an die HNEE. Zusätzlich erhält ein HNEE-Team den Sonderpreis zum Thema „Future Skills in der Hochschullehre“. Die Preisträger*innen werden durch unabhängige Jurys ausgewählt.
Ausgezeichnet werden Prof. Dr. Tobias Cremer und Prof. Dr. Ralf Bloch für ihr Lehrkonzept „Lehrmodul Agroforstsysteme – Reallabor Ackerbau(m)“. Ebenfalls einen Landeslehrpreis erhalten Prof. Dr. Heike Walk, Dr. Josefa Scalisi und Towadei Conrad für das Lehrangebot „Einführung in die nachhaltige Entwicklung“. Der Sonderpreis „Future Skills in der Hochschullehre“ geht an Prof. Dr. Heike Molitor und Dr. Jennifer Krah für das Modul „Methoden und Konzepte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“.
Das Lehrmodul „Agroforstsysteme – Reallabor Ackerbau(m)“ verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praktischer Forschung auf einer realen Versuchsfläche. Seit der Anlage des Agroforstsystems im Wintersemester 2017
18 vermitteln Prof. Dr. Tobias Cremer und Prof. Dr. Ralf Bloch Studierenden Kenntnisse zu Agroforstsystemen als einer besonders nachhaltigen Landnutzungsform. Agroforstsysteme kombinieren Ackerbaukulturen und Gehölze auf derselben Fläche und gelten als ein wichtiger Ansatz, um Landwirtschaft klimaresilienter und biodiversitätsfördernder zu gestalten.
Grundlage des Moduls sind Elemente des Forschenden Lernens: Studierende entwickeln Fragestellungen, erheben Daten, werten Ergebnisse aus und setzen sich mit den ökologischen, ökonomischen und praktischen Dimensionen von Agroforstsystemen auseinander. Bereits seit 2016 besteht dafür eine enge Zusammenarbeit mit dem Eigentümer einer Fläche im Löwenberger Land. Seit 2019 ist das Modul als Wahlpflichtmodul in verschiedenen Bachelor- und Masterstudiengängen der HNEE verankert. Pro Semester forschen und lernen 15 bis 35 Studierende aus bis zu 7 Studiengängen im Modul. Insgesamt haben inzwischen mehr als 400 Studierende daran teilgenommen. Unterstützt wurde das Lehrangebot über die Jahre von 15 Tutor*innen. Viele von ihnen sind bis heute im Themenfeld Agroforstsysteme tätig.
Die Entwicklung des Lehrangebots „Einführung in die nachhaltige Entwicklung“ als gemeinsame Pflichtveranstaltung für die Erstsemester aller Bachelorstudiengänge knüpft an eine lange HNEE-Tradition an: Bereits seit 2009 hatte Prof. Dr. Heike Molitor die „Einführung in die nachhaltige Entwicklung“ gemeinsam mit Vertreter*innen aller damaligen Fachbereiche konzipiert. Mit der Neuausrichtung des Einführungsmoduls ab dem Wintersemester 2020
21, der Integration transdisziplinärer Projekte und der Einführung eines Mentoringsystems entstand eine neue Schnittstelle in der Lehre zwischen Bachelor- und Masterstudiengängen.
Die heutige Form des Moduls „Einführung in die nachhaltige Entwicklung“ wurde seit 2019 von Prof. Dr. Heike Walk und Dr. Josefa Scalisi weiterentwickelt. Die Koordination liegt bei Towadei Conrad, wodurch zusätzlich eine studentische Perspektive in die Gestaltung des Moduls einfließt. Mit dem Wintersemester 2020
21 wurde das Modul grundlegend neu konzipiert: als Vorlesungsreihe mit transdisziplinären Mikroprojekten, die von Mentorinnen begleitet werden und in Kooperation mit Praxispartnerinnen stattfinden. Pro Durchgang arbeiten ca. 350 Studierende aus allen Studiengängen gemeinsam an rund 35 Mikroprojekten. Damit wird nachhaltige Entwicklung nicht nur theoretisch behandelt, sondern als kooperativer Lernprozess erfahrbar gemacht.
Eine besondere Rolle spielt die Verzahnung mit dem Mastermodul „Methoden und Konzepte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“ von Prof. Dr. Heike Molitor. Masterstudierende begleiten Erstsemesterstudierende als studentische Mentor*innen bei ihren Projekten in der „Einführung in die nachhaltige Entwicklung“. Ein ergänzendes Begleitmodul „Methodisch Gruppen begleiten“ stärkt und verstetigt diese Mentoringstruktur.
Der Sonderpreis „Future Skills in der Hochschullehre“ würdigt dieses Modul, das Masterstudierende dafür qualifiziert, Lern- und Bildungsprozesse im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung fachlich fundiert zu begleiten.
Prof. Heike Molitor und Dr. Jennifer Krah entwickelten das Modul „Methoden und Konzepte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung“ weiter und integrierten die Theorie der Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung zum Wintersemester 2023
- Das Modul fokussiert Nachhaltigkeitskompetenzen als zentralem Element der Future Skills: In der Rolle von Mentorinnen erarbeiten Masterstudierende Methoden zur Förderung von Nachhaltigkeitskompetenzen bei Bachelorstudierenden. Perspektivisch ist geplant, dass Studierende beziehungsweise Absolventinnen nach der Teilnahme am Modul testweise selbst Verantwortung in der Lehre übernehmen und ihre Kompetenzen auf einem höheren Niveau weiter ausbauen können.
Die drei Auszeichnungen zeigen, wie stark die HNEE ihre Lehre an gesellschaftlichen Zukunftsfragen ausrichtet: interdisziplinär, praxisnah, forschungsorientiert und mit einem besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit, Kooperation und Gestaltungskompetenz.
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