Bechtle unterstützt Unternehmen und öffentliche Auftraggeber in Deutschland beim standardisierten, automatisierten Cloud-Betrieb; 77 Prozent der Kunden akzeptieren Standardisierung.
„Die Technologie gibt den Takt vor, der Mensch unterstützt.“
„Die Technologie gibt den Takt vor, der Mensch unterstützt.“
Im Interview: Radoslav Marjanac, Leiter der Bechtle Service Factory und Ingo Janßen, Business Manager für Managed Services.
Ingo Janßen (links) und Radoslav Marjanac.
Bechtle unterstützt Unternehmen und öffentliche Auftraggeber dabei, Cloud-Umgebungen standardisiert, automatisiert und sicher zu betreiben.
Mit Managed Cloud Services übernimmt Bechtle Verantwortung für Governance, Sicherheit, Kosten und Performance im Rahmen des Shared-Responsibility-Modells.
Der Ansatz ist klar: Technologie erbringt die Leistung, Menschen passen sie an und steuern den Betrieb, sichern Qualität und stellen die Einhaltung von Vorgaben sicher.
So lassen sich Cloud Services skalierbar, souverän und wirtschaftlich nutzen – auch in großen und komplexen IT-Landschaften.
Der Bezug von Cloud-Services wirkt auf den ersten Blick einfach: buchen, nutzen, fertig. Warum braucht es trotzdem aktives Management?
Marjanac:Im privaten Alltag funktioniert das oft genau so: Cloudspeicher buchen und nutzen und sich um nichts kümmern. Im Unternehmensumfeld ist die Realität deutlich komplexer. Hier gilt das Shared-Responsibility-Modell: Der Cloud-Anbieter betreibt die zugrunde liegende Infrastruktur, doch Themen wie Kostenkontrolle, Monitoring, Security und regulatorische Anforderungen liegen in der Verantwortung des Kunden. Wenn beispielsweise Workloads unbeabsichtigt öffentlich zugänglich sind, entstehen sofort Sicherheitsrisiken. Genau hier setzen wir an: Wir übernehmen diese Verantwortung und reduzieren Risiken – für Sicherheit, Compliance und die Performance der Anwendungen. Man kann sagen: Wir sind so etwas wie die Versicherung des Kunden in der Cloud.
Was unterscheidet die Service Factory von klassischen Managed-Service-Anbietern?
Janßen:Managed Services waren lange ein klassisches People Business: Menschen erbringen die Leistung, Technologie unterstützt sie. In der Cloud kehrt sich dieses Prinzip um. Das Zielbild lautet heute: Technologie erbringt die Leistung, Menschen unterstützen. Die Service Factory setzt genau hier an. Wir investieren zentral in Automatisierung, standardisierte Tools und skalierbare Prozesse. Dadurch sind wir in der Lage, auch für sehr große Umgebungen schnell zu liefern – beispielsweise für einen Kunden mit zehntausend Nutzern, ohne zuvor Personal aufbauen zu müssen.
Ist digitale Souveränität ein konkretes Kundenbedürfnis oder vor allem ein politisches Thema?
Marjanac:Es ist längst ein sehr konkretes Thema in der Praxis. Viele Unternehmen und Behörden unterliegen Anforderungen, die klar vorgeben, dass Daten in Deutschland oder zumindest in Europa verarbeitet werden müssen. Für diese Szenarien haben wir eigene Services entwickelt: auf Basis unserer Bechtle Rechenzentren, gemeinsam mit europäischen Partnern wie Ionos und mit Alternativen wie Nextcloud für den digitalen Arbeitsplatz. Heute können wir für nahezu jeden Bedarf im Bereich digitaler Souveränität eine passende Lösung anbieten – ohne funktionale Einschränkungen.
77 Prozent der Managed-Service-Kunden akzeptieren standardisierte Services und verzichten auf abweichende individuelle Anforderungen, wenn dadurch Kosten- oder Skalierungsvorteile entstehen.
Ingo Janßen, Business Manager Managed Services, Bechtle AG
Wollen Kunden standardisierte Services – oder individuelle Lösungen?
Janßen:Beides, aber nicht im Widerspruch zueinander. Unsere Kundenbefragung aus dem Jahr 2025 zeigt: „77 Prozent der Managed-Service-Kunden akzeptieren standardisierte Services und verzichten auf abweichende individuelle Anforderungen, wenn dadurch Kosten- oder Skalierungsvorteile entstehen.“ Auf Geschäftsführungsebene liegt die Zustimmung sogar bei 84 Prozent. Das ist im Grunde auch nicht überraschend. Die Kunden akzeptieren ja auch die Standards der Hyperscaler. Niemand geht zu AWS und erwartet individuelle Anpassungen auf Service-Ebene. Der Unterschied liegt in der Kombination: Standardisierte Lösungsbestandteile, die zu individuellen Kundenlösungen kombiniert werden. Dabei übernehmen unsere IT-Systemhäuser häufig die Individualisierung – von der Strategie über die Migration bis zur Integration in die bestehende IT-Landschaft.
Welche Rolle wird KI künftig für Managed Cloud Services spielen?
Marjanac:Eine entscheidende. Schon heute setzen wir KI ein, um Angebote und Dokumentationen automatisiert zu erstellen. In den kommenden Jahren wird sich die Interaktion grundlegend verändern: Der Anwender formuliert sein Anliegen in Alltagssprache – und im Hintergrund werden die passenden Services direkt ausgeführt. Komplexe Ticketsysteme werden damit zunehmend überflüssig. Auch lange Wartezeiten sollte es nicht mehr geben: Die KI löst das Problem direkt.
Janßen:KI ist inzwischen kein optionales Thema mehr. In vielen Ausschreibungen wird bereits vorausgesetzt, dass Anbieter KI in ihre Service Delivery integriert haben. Wer das nicht erfüllt, kommt oft gar nicht mehr in die engere Auswahl. Das zeigt, wie schnell sich der Markt entwickelt. Wir sind hier gut positioniert – aber es bleibt ein dynamisches Umfeld.
Was raten Sie Vertriebskolleginnen und -kollegen, die Managed Cloud Services beim Kunden platzieren wollen?
Janßen:Zuhören ist entscheidend. Es geht darum, die richtigen Fragen zu stellen: Wo liegen die konkreten Herausforderungen? Hat das Unternehmen seine Cloud-Kosten im Griff? Kommt die Organisation mit der Geschwindigkeit der Digitalisierung mit? Wenn der Kunde merkt, dass wir seine Situation wirklich verstehen, entsteht Vertrauen. Darauf aufbauend können wir Lösungen entwickeln, die Sicherheit, Netzwerk und Verfügbarkeit zuverlässig abdecken – mit dem klaren Ziel, dass sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.
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Was Managed Cloud Services heute auszeichnet.
Wie die Bechtle Service Factory das Management von Cloud-Umgebungen industrialisiert.
Diesen Beitrag haben wir veröffentlicht am 11.05.2026.