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title: "Caritasverband der Diözese Münster Delegation reist mit Forderungskatalog nach Berlin; dringendes Handeln in Finanzierung und Tarif nötig"
sdDatePublished: "2026-05-11T09:06:00Z"
source: "https://www.caritas.de/pressemitteilungen/caritas-fordert-schnelles-und-nachhaltiges-handeln/3289322/"
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Caritasverband der Diözese Münster Delegation reist mit Forderungskatalog nach Berlin; dringendes Handeln in Finanzierung und Tarif nötig

Tag der Pflege: Caritas fordert schnelles und nachhaltiges Handeln für die Sicherung der Pflege

Pressemitteilung Caritas fordert schnelles und nachhaltiges Handeln für die Sicherung der Pflege Am Tag der Pflege am 12. Mai reist eine Delegation des Caritasverbandes für die Diözese Münster mit einem umfangreichen Forderungskatalog zum Bundesministerium für Gesundheit nach Berlin. Erschienen am: 11.05.2026 Herausgeber: Caritasverband für die Diözese Münster e. V. Kardinal-von-Galen-Ring 45 48149 Münster 0251 8901-0 0251 8901-0 info@caritas-muenster.de www.caritas-bistum-muenster.de

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Caritas fordert schnelles und nachhaltiges Handeln für die Sicherung der Pflege

Am Tag der Pflege am 12. Mai reist eine Delegation des Caritasverbandes für die Diözese Münster mit einem umfangreichen Forderungskatalog zum Bundesministerium für Gesundheit nach Berlin.

Raphaela Stöcke, die für das Qualitätsmanagement im Altenpflegeheim Klarastift in Münster zuständig ist, fordert, die hohe fachliche Qualität der Pflege zu sichern, um die Lebensqualität der Bewohner erhalten zu können.Michael Bönte

Caritasverband für die Diözese Münster

In der Pflege knirscht es an vielen Stellen. Das zeigt das umfangreiche Positionspapier, das vom Caritasverband für die Diözese Münster veröffentlicht wurde. Gleich in mehreren Punkten sehen die Fachleute des Wohlfahrtsverbandes dringenden Handlungsbedarf. Etwa in Tarif- und Finanzierungsfragen, bei der Ausbildung, bei der Regelung zur Suizidassistenz oder im Ausbau starker Präventions- und Beratungsstrukturen fordern sie von der Politik schnelles und nachhaltiges Handeln. Mit dem Papier wird eine Delegation des Verbandes am 12. Mai, dem internationalen Tag der Pflege, zu Vertretern des Bundesministeriums für Gesundheit nach Berlin reisen.

"Um die Pflege in Deutschland für die großen derzeitigen Herausforderungen und für die Zukunft zu stabilisieren, braucht es Rahmenbedingungen, die wirtschaftliche und demografische Entwicklungen langfristig berücksichtigen", sagt die Diözesancaritasdirektorin Pia Stapel. "Wenn wir eine gute pflegerische Versorgung aufrechterhalten wollen, müssen wir für die Einrichtungen und Mitarbeitenden Voraussetzungen schaffen, in denen sie finanzielle und organisatorische Sicherheit für ihre Infrastruktur und ihren Beruf finden."

Nur damit sei auch der Anspruch der Caritas in ihren Angeboten für alte und kranke Menschen künftig zu sichern. "Menschennähe, Erhalt von Lebensqualität oder präventive Ansätze brauchen verlässliche Rückendeckung", sagt Stapel. "Die Motivation in unseren Einrichtungen vor Ort ist groß und darf nicht durch strukturelle Hürden ausgebremst werden."

Mit wieviel Herzblut Pflegekräfte der Caritas in ihren Arbeitsalltag gehen, zeigt eine begleitende Video-Reihe des Diözesancaritasverbandes mit dem Titel "Pflege will Zukunft gestalten". "Ohne Professionalität wäre es uns nicht möglich, die Bewohner in ihrem letzten Lebensabschnitt wertschätzend zu begleiten", sagt etwa Raphaela Stöcke, die für das Qualitätsmanagement im Altenpflegeheim Klarastift in Münster zuständig ist. Kristina Lind, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Tagespflegen der Caritas im Kreis Coesfeld, beschreibt die Prävention als wichtigen Ansatz ihres Angebots, "weil wir versuchen, unsere Gäste körperlich und geistig so fit zu halten, dass sie möglichst lange in der Häuslichkeit bleiben können". Judith Loth, die das Hospiz Donbrüggen in Kleve leitet, sieht in der Nähe zum Menschen eine zentrale Motivation für ihre Arbeit: "Wir sehen den Menschen ganzheitlich, wollen ihm zuhören, Geborgenheit schenken, ein offenes Ohr für Gäste und Angehörige haben und manchmal auch einfach nur still beisammensitzen, um die schwere Situation gemeinsam auszuhalten."

Das Positionspapier wird in vielen Punkten deutlich, um diesen Einsatz weiterhin so zu ermöglichen. "Die verlässliche Tarifbindung und der Respekt vor der Tarifautonomie sind notwendig in einem fairen System, in dem Menschen von ihrer Hände Arbeit leben können sollen", heißt es unter anderem. Oder zur neuen Pflegefachassistenz-Ausbildung ab 2027: "Pflegeschulen und Einrichtungen brauchen zeitnah eine verlässliche Orientierungsgrundlage für einen Rahmenlehrplan und für praktische Ausbildungspläne."

Auch müssten Prävention und Gesundheitsförderung als "regelhafte Kernaufgabe der Pflege" gesehen und finanziert werden, um "die Selbstständigkeit älterer Menschen zu stärken, Angehörige zu entlasten, den Druck auf Fachkräfte zu mindern und damit die Kosten im Gesundheitssystem nachhaltig zu senken". Zudem sei "eine gezielte Entlastung von Bürokratie und Prüfungsstrukturen in der Pflege erforderlich, da diese derzeit erhebliche zeitliche Ressourcen binden und damit die direkte Arbeit mit Pflegebedürftigen einschränken".

Mit diesen und weiteren Forderungen reist die Delegation des Diözesancaritasverbandes am 12. Mai nach Berlin. Anschließen werden sich ihr der stellvertretende Diözesancaritasdirektor aus dem Erzbistum Köln, Matthias Schmitt, der für die Altenhilfe der Caritas inNRWzuständig ist, undDr.Elisabeth Fix, Leiterin der Kontaktstelle Politik im Deutschen Caritasverband in Berlin.

Von Recke bis Recklinghausen, von Emmerich bis Lengerich - die Caritas im Bistum Münster ist für Menschen in Notsituationen da. Ob Jung oder Alt, Alleinstehend oder Großfamilie, mit Behinderung oder Migrationshintergrund, körperlicher oder psychischer Erkrankung. Unter dem Motto "Not sehen und handeln" sind 80.000 hauptamtliche Mitarbeitende und 30.000 Ehrenamtliche rund um die Uhr im Einsatz. Für die Hilfe vor Ort sorgen 25 örtliche Caritasverbände, 18 Fachverbände des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und 3 desSKM- Katholischer Verein für Soziale Dienste. Hinzu kommen 57 Kliniken, rund 150 Einrichtungen der Behindertenhilfe, 205 Altenheime, 95 ambulante Dienste, 115 Tagespflegen, 27 Pflegeschulen, 89 Kindertageseinrichtungen und 22 stationäre Einrichtungen der Erziehungshilfe. Über 6.200 Teilnehmende nutzen jährlich die 350 Fort- und Weiterbildungsangebote des Diözesancaritasverbands.

Caritasverband für die Diözese Münster e. V.Kardinal-von-Galen-Ring 4548149 Münster

Deutscher Caritasverband e. V.Reinhardtstr. 1310117Berlin