Katharina Scheller und Ladina Ingold schreiben den New Graphic Standard in Basel; CO2-Bilanz durch Gestaltung beeinflusst.

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Katharina Scheller (links) hat Visuelle Kommunikation und Design Research studiert. Sie arbeitet als Grafikerin, Designforscherin und Dozentin. Ladina Ingold hat Visuelle Kommunikation und Integratives Design studiert und arbeitet seit rund sieben Jahren Fotos: Pati Grabowicz Weil Katharina Scheller und Ladina Ingold in ihrer Branche den Klimadiskurs vermissten, haben die zwei Basler Grafikerinnen den ‹New Graphic Standard› geschrieben. Dieser Artikel verursacht CO₂-Emissionen – unter anderem durch Papier, Druckfarbe und Bildproduktion. Weitere Emissionen entstehen durch Datenpakete und Skripts, die verrechnet werden, um die Website Hochparterre.ch zu laden. Jeder Menüpunkt, die Pläne und Fotos – also das, was ein Online-Magazin für Sie attraktiv machen soll – verbraucht Energie. Lesen Sie Hochparterre online, emittieren Sie mit dem Aufruf der Startseite 1,08 Gramm CO₂. Damit ist sie erschreckende 75 Prozent schmutziger als die durchschnittliche Website. Klicken Sie auf den Artikel, verbessert sich die Bilanz: Die CO₂-Emission der Artikelseiten pendelt sich mit etwa 0,5 Gramm im soliden Durchschnitt ein. Bei 1500 Leserinnen pro Artikel könnte man mit demselben Energieverbrauch auch knapp 800 Tassen Tee kochen. Das entspricht ungefähr der Menge CO₂, die ein Baum in einem Jahr absorbieren kann. Was sind die Stellschrauben, an denen Grafikerinnen drehen können? Das Handbuch ‹New Graphic Standard› versammelt Ideen und Tipps für den nachhaltigen Umgang bei der gestalterischen Arbeit. Diese Rechnungsbeispiele zeigen: Gestaltung spielt eine Rolle. Jede grafische Entscheidung hat – mal mehr, mal weniger – Einfluss auf die Ökobilanz eines Flyers, einer Zeitschrift oder eben einer Website. Anders als in anderen Designdisziplinen wie dem Industriedesign ist man sich in der Grafik seines Fussabdrucks nicht wirklich bewusst oder sucht lange nach den wegleitenden Informationen. Wer ein Möbel baut, klärt, ob die benötigten Rohstoffe nachwachsen, wie weit die Transportwege sind und ob im Entwurf die Leimverbindung wirklich nötig ist. Für grafische Produkte existieren zwar viele Labels, aber wenige einheitliche Standards oder Richtwerte. Was ist schon nachhaltig? Hier setzt der Basler Verein ‹New Graphic Standard› an, den Ladina Ingold und Katharina Scheller vor sechs Jahren gegründet… Grüne Grafik Weil Katharina Scheller und Ladina Ingold in ihrer Branche den Klimadiskurs vermissten, haben die zwei Basler Grafikerinnen den ‹New Graphic Standard› geschrieben. 11.05.2026 08:00