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title: "Luchs Bardi wandert nach Sachsen; könnte lokale Luchspopulation stärken."
sdDatePublished: "2026-05-11T23:20:00Z"
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  - "Lower Saxony"
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Luchs Bardi wandert nach Sachsen; könnte lokale Luchspopulation stärken.

Medienservice Sachsen - Pressemitteilung

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Medieninformation
Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Ihre Ansprechpartnerin
Karin Bernhardt
Durchwahl
Telefon +49 351 2612 9002
Telefax +49 351 4511 9283 43
karin.bernhardt@
lfulg.sachsen.de*
11.05.2026
Seltene Weitwanderung eines Luchses nach Sachsen
Erste eindeutig nachgewiesene Zuwanderung aus dem Böhmerwald
nach Sachsen
Seit Anfang Februar hält sich in der großräumigen Umgebung von
Eibenstock/Westerzgebirge ein zugewanderter Luchs auf, der mehrmals in
»Fotofallen« getappt ist. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie (LfULG) heute in Dresden mit.
Laut der tschechischen Nationalparkverwaltung Šumava handelt es sich bei
dem Tier um den Luchs »Bardi«. Seine unverwechselbare charakteristische
Fleckenzeichung hatte bei einem Vergleich von Wildkameraaufnahmen
schnell zu diesem Ergebnis geführt.
Das Tier ist knapp zwei Jahre alt und wurde im Frühjahr 2024 nahe der
nordöstlichen Grenze des Böhmerwalds geboren. Im Winter 2025 wanderte
»Bardi« aus dem Territorium seiner Luchsmutter ab und machte sich auf die
Suche nach einem eigenen Revier. Auf seiner Wanderung ins Westerzgebirge
wurde er nur einmal im Juli 2025 in der Region Klatovy südlich von Pilsen von
Wildkamerafallen erfasst. Deshalb sind weder seine genaue Wanderstrecke
noch die dabei zurückgelegten Kilometer bekannt. Die reine Luftlinie von
der Geburtsregion des Luchses bis ins Westerzgebirge beträgt etwa 160
Kilometer.
Die Weitwanderung von Luchs »Bardi« hat eine große Bedeutung für das
Luchsprojekt »RELynx Sachsen«. Er trifft im Westerzgebirge auf die im
Rahmen des Projektes ausgewilderten Luchse und wurde bereits mehrmals
an Wildkamerastandorten aufgenommen, die auch von den territorialen
Luchsen Alva und Chapo genutzt werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass
»Bardi« mit dem Luchsmännchen Chapo um das Weibchen Alva konkurriert
hat, denn zwischen Februar und April ist Paarungszeit bei den Luchsen.
Sollte sich »Bardi« dauerhaft im Westerzgebirge ansiedeln, könnte er die
lokale, noch kleine und im Aufbau bendliche Population stärken.
Hausanschrift:
Landesamt für Umwelt,
Landwirtschaft und Geologie
August-Böckstiegel-Straße 1
01326 Dresden-Pillnitz
www.smul.sachsen.de/lfulg
* Kein Zugang für verschlüsselte
elektronische Dokumente. Zugang
für qualiziert elektronisch signierte
Dokumente nur unter den auf
www.lsf.sachsen.de/eSignatur.html
vermerkten Voraussetzungen.

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Weite Wanderungen sind bei Luchsen selten, aber essenziell für die
Vernetzung von Populationen. Dieses aktuelle Ereignis zeigt, dass das
Projektziel von »RELynx Sachsen« aufgehen kann und der notwendige
natürliche Austausch zwischen mitteleuropäischen Luchsvorkommen
erreichbar ist. Im Rahmen dieses bedeutenden Artenschutzprojektes soll
im Erzgebirge eine Trittsteinpopulation des Karpatenluchses angesiedelt
werden, die eine Verbindung zwischen Vorkommen in Tschechien, dem Harz
und Thüringen schafft.
Fachlicher Hintergrund:
Die böhmisch-bayerisch-österreichische Luchspopulation zählt zu den
bedeutendsten in Mitteleuropa und spielt eine zentrale Rolle für die
Vernetzung anderer europäischer Bestände. Sie wurde in den 1970er-
und 1980er-Jahren im Rahmen von Wiederansiedlungsprojekten auf Basis
weniger Tiere aus den Westkarpaten gegründet. Damit gehört der Luchs
»Bardi« derselben Unterart an wie die bisher in Sachsen ausgewilderten
Luchse.
Projekt »RELynx Sachsen«:
Seit dem Spätsommer 2024 wurden im Rahmen des Projektes sieben Luchse
im Eibenstocker Forst des Westerzgebirges ausgewildert, darunter Alva
und Nova - beide Wildfänge aus dem Schweizer Juragebirge – sowie fünf
Luchse aus Gehegehaltung: das Weibchen Freya und die vier Kuder Juno,
Anton, Chapo und Charlie. Anton lebt nicht mehr, er wurde überfahren. Im
Spätsommer 2026 sollen zwei weitere Luchse ausgewildert werden.
Medien:
Foto: Luchs Bardi (Wildkamera)
Foto: Luchs Bardi (Wildkamera)
Links:
Mehr Informationen zum Luchsprojekt »RELynx Sachsen«
Mehr Informationen zum Luchsprojekt »RELynx Sachsen« in
tschechischer Sprache