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title: "Dirk Panter prüft VW-Sachsen Joint Venture mit chinesischem Partner in Zwickau; Arbeitsplätze und Wertschöpfung sichern"
sdDatePublished: "2026-05-11T14:06:00Z"
source: "https://www.smwa.sachsen.de/blog/2026/05/11/industrielle-zukunft-sichern-warum-dirk-panter-bei-vw-sachsen-auf-pragmatismus-setzt/"
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Dirk Panter prüft VW-Sachsen Joint Venture mit chinesischem Partner in Zwickau; Arbeitsplätze und Wertschöpfung sichern

Industrielle Zukunft sichern: Warum Dirk Panter bei VW Sachsen auf Pragmatismus setzt - #ZUKUNFTblog - sachsen.de

Industrielle Zukunft sichern: Warum Dirk Panter bei VW Sachsen auf Pragmatismus setzt

Die Debatte über mögliche Joint Ventures zwischen Volkswagen und chinesischen Herstellern ist mehr als eine Diskussion über neue Eigentümermodelle. Sie berührt eine zentrale industriepolitische Frage: Wie lassen sich industrielle Wertschöpfung, hochqualifizierte Arbeitsplätze und technologische Kompetenz in Zeiten tiefgreifender Umbrüche sichern? Gerade im Automobilland Sachsen, das bei der Elektromobilität seit Jahren eine Vorreiterrolle einnimmt, stellt sich diese Frage besonders deutlich.

Genau hier setzt Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter an. Seine Linie ist klar: industrielle Standorte sichern, Arbeitsplätze erhalten und die Transformation der Automobilindustrie pragmatisch begleiten. Diese Haltung prägt auch den Kurs der sächsischen Staatsregierung. Deshalb war Panter –u.a. gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer sowie Bundesumweltminister Carsten Schneider– in den vergangenen Monaten mehrfach bei der Volkswagen Sachsen GmbH vor Ort, um mitBeschäftigten, Betriebsrat und Unternehmensführungüber die Zukunftsperspektiven der Werke zu sprechen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Werk Zwickau. Es war das erste Werk des Volkswagen-Konzerns, das vollständig auf die Produktion reiner Elektrofahrzeuge umgestellt wurde. Dafür wurden Milliarden investiert, Produktionslinien modernisiert und Beschäftigte umfassend qualifiziert. In Zwickau ist über Jahre hinweg industrielle Kompetenz für die Elektromobilität entstanden.

Gleichzeitig steht der Standort vor Herausforderungen. Aufgrund konzerninterner Entscheidungen und einer derzeit schwächeren Auslastung des E-Automarktes werden die Produktionslinien in Zwickau aktuell nur teilweise ausgelastet. Nach derzeitiger Planung soll die Produktion auf Linie 1 in Halle 5 ab dem Jahr 2027 vollständig ruhen. Genau hier setzt der Vorschlag von Wirtschaftsminister Dirk Panter an: Bestehende industrielle Kompetenz und vorhandene Produktionskapazitäten sollen nicht verloren gehen, sondern weiter genutzt und abgesichert werden.

Bereits nach seinem Amtsantritt machte Panter deutlich, dass der bloße Erhalt der Standorte nicht ausreicht. Sachsen brauche langfristige Perspektiven für Beschäftigung, Wertschöpfung und industrielle Entwicklung. Im Tarifkonflikt Ende 2024 forderte er deshalb klare Zukunftsperspektiven für die Standorte Zwickau und Dresden.

Dabei geht es nicht nur um Fahrzeugproduktion. Bund, Freistaat und Volkswagen fördern gemeinsam ein großesRecycling- und Kreislaufwirtschaftsprojekt in Zwickau mit mehr als 100 Millionen Euro. Ziel ist es, neue industrielle Wertschöpfung im Bereich Batterierecycling und Rohstoffkreisläufe aufzubauen – ein Zukunftsfeld der europäischen Automobilindustrie. Damit könnte das Werk Zwickau künftig auf drei industriellen Säulen stehen: der Produktion klassischer VW-Fahrzeuge, der möglichen Fahrzeugproduktion im Rahmen eines Joint Ventures sowie dem Recycling und der Kreislaufwirtschaft von Fahrzeugen und Batterien.

Vor diesem Hintergrund ordnen sich auch Pantersjüngste Aussagenzu möglichen Kooperationen mit chinesischen Herstellern ein. Dirk Panter: »Es ist besser, industrielle Kompetenz bei VW in Sachsen weiterzuentwickeln und die Produktion abzusichern, als auf verlorenem Posten zu kämpfen und Wertschöpfung zu verlieren. Wir müssen mit der Zeit gehen. Deswegen: China ist eine Chance für Zwickau.«

Wichtig ist dabei: Panter spricht ausdrücklich nicht über einen Verkauf des Werkes an chinesische oder staatliche Investoren. Vielmehr geht es um Kooperationen im Rahmen bestehender oder neuer Joint Ventures, an denen Volkswagen bereits beteiligt ist. Dazu gehören beispielsweise bestehende Partnerschaften wie SAIC Volkswagen (SVW), an dem Volkswagen Deutschland, Volkswagen China sowie SAIC Motor beteiligt sind. Darüber hinaus bestehen bereits weitere Joint Ventures wie FAW-Volkswagen oder das Elektroauto-Werk VW Anhui in Hefei.

Und weiter: »Unser Maßstab ist nicht Ideologie, sondern industrielle Zukunftsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze bei VW in Sachsen. Ich bin für eine pragmatische Industriepolitik, die Zukunft im Freistaat sichert. Zwickau verfügt über hochqualifizierte Fachkräfte und industrielle Kompetenz, die wir erhalten müssen.«

Dabei betont Panter zugleich klare Bedingungen: »Als Sachsen sind wir offen für Neues. Wir sind aber auch nicht naiv. Investitionen können nur unter klaren europäischen Regeln und Standards stattfinden. Deshalb spreche ich von einem Joint Venture zwischen VW und einem chinesischen Hersteller.«

Hintergrund ist die Realität eines globalen Automobilmarktes, in dem chinesische Hersteller bei Elektromobilität und Batterietechnologien längst eine zentrale Rolle spielen. Auch darauf verweist Panter ausdrücklich: »China ist heute in vielen Bereichen der Elektromobilität technologisch und industriell längst kein Entwicklungsland mehr, sondern Innovationstreiber und Vorreiter. Wer die Zukunft der Automobilindustrie in Sachsen und in Deutschland sichern will, darf diese Realität nicht ignorieren.«

Zugleich zeigt der Blick nach Europa, dass chinesische Hersteller und Joint Ventures längst auf dem europäischen Markt produzieren. BYD errichtet ein Werk im ungarischen Szeged, weitere Investitionen sind in der Türkei geplant. Leapmotor produziert gemeinsam mit Stellantis im spanischen Zaragoza. Chery lässt Fahrzeuge im ehemaligen Nissan-Werk in Barcelona fertigen. Die internationale Automobilindustrie verändert sich bereits – und genau diese Realität dürfe man nicht ignorieren, wenn man industrielle Zukunft in Sachsen sichern wolle.

Die Botschaft dahinter ist klar: Für Sachsen steht nicht ideologische Abschottung im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie industrielle Kompetenz, gute Arbeit und Wertschöpfung auch unter veränderten globalen Bedingungen gesichert werden können. Für Panter bedeutet das konkret: Wertschöpfung muss weiterhin in Sachsen stattfinden, Arbeitsplätze müssen erhalten und die sächsische Zulieferindustrie gesichert bleiben. Auch künftig sollen in Sachsen – gemeinsam mit Volkswagen – die Automobile der Zukunft gebaut werden.

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