Lieselotte Vogler besucht Anlung Pi Free School, Siem Reap, Kambodscha; Spenden sichern Unterrichtsmittel und Feste
Lieselotte in Kambodscha: “Irgendwie hat es mich auch ein bisschen stolz gemacht” | AEG Ravensburg
Lieselotte in Kambodscha: “Irgendwie hat es mich auch ein bisschen stolz gemacht”
Lieselotte Vogler, unsere ehemalige Schülersprecherin, war vor Kurzem zu Besuch in unserer Partnerschule in Kambodscha: Nachdem ich letztes Jahr am AEG mein Abitur gemacht hatte, war ich letzte Woche als Teil meiner Südostasien-Reise mit meiner Freundin Freda in Siem Reap und habe die Anlung Pi Free School besucht, für die das AEG ja seit vielen Jahren immer Kuchenmarathons und andere Spendenevents veranstaltet.
Nachdem wir uns am Abend davor schon mit Mr. Main, dem Schulleiter, zum Essen getroffen hatten, wussten wir also schon ein bisschen über die Schule Bescheid, als er uns am nächsten Morgen eingesammelt hat und zur Schule fuhr.
Anlung Pi liegt etwa eine halbe Stunde außerhalb von Siem Reap und ist das Heimatdorf von Mr. Main. Die meisten Menschen dort sind sehr arm und verdienen ihr Geld beim Flaschensammeln auf der Mülldeponie. Vor allem Männer machen diesen Job, wobei sie meist ein paar Dollar am Tag verdienen. Die Schule selbst findet für eine Gruppe vormittags und für die andere nachmittags statt. Die Kinder lernen in der Anlung Pi Free School Englisch, werden aber auch in Hygiene unterrichtet und machen dort auch Sport.
Als wir dort ankamen, wurden wir fröhlich begrüßt und Mr. Main brachte uns dann in zwei benachbarte Klassenzimmer. Freda war bei den etwas jüngeren Kindern, mit denen sie das Wetter lernte, und ich bei den Älteren bis ca. 11 Jahre. Das waren hauptsächlich Mädchen, da viele Jungs in dem Alter dann auch schon arbeiten. Wir spielten dann Buchstabierspiele, bevor sich beide Klassen draußen versammelten und mit uns tanzten. Wir stellten uns zwar etwas blöd an, aber hatten trotzdem sehr viel Spaß und es gab viel Gelächter über unsere Versuche, die drehenden Schritte und Handbewegungen der Mädchen nachzuahmen. Besonders verzaubert waren sie auch von unserer Größe, sodass wir bald eine ganze Reihe an Kindern in der Luft im Kreis wirbelten. Am Ende halfen wir noch, einen Snack und neue Schulsachen auszuteilen, die Mr. Main für die Kinder gekauft hatte, worüber sich alle sehr freuten (besonders, wenn der Gegenüber bereit war, die Farbe zu tauschen und beide mit einem breiten Grinsen nun die gewünschte Farbe in den Händen hielten).
Auf dem Gelände befindet sich außerdem noch eine kleine Bibliothek für die Kinder, eine Küche und ein Nähraum. Dort können Frauen aus dem Dorf hingehen und nähen, während auf ihre kleinen Kinder aufgepasst wird, und so entweder ihre kaputten Dinge selbst reparieren oder auch als Dienstleistung von außen damit Geld verdienen.
Recht neu dazugekommen ist ein Pavillon mit zwei ganz einfachen Zimmern, in dem Mr. Main plant, Volunteers unterzubringen, die dann in der Schule helfen können. Er hat uns nämlich nochmal erklärt, wie wichtig es ist, dass die Kinder gutes Englisch lernen und aber vor allem auch sehen, weshalb sie Englisch lernen sollen, denn Siem Reap ist eine sehr touristische Stadt und durch gute Englischkenntnisse ergeben sich dort für die Zukunft Jobperspektiven, die helfen können, die Kinder und damit auch zukünftige Generationen aus der Armut zu holen.
(Falls sich jemand für das Volunteering nach dem Abi interessiert, könnt ihr euch gern bei Frau Cron melden, die euch dann den Kontakt vermitteln kann!)
Wir haben uns auf jeden Fall sehr gefreut, die Schule besuchen zu dürfen, und auch wenn die Umstände natürlich sehr bedrückend sind, ist es schön zu sehen, wie sich Mr. Main und seine 3 Lehrerinnen dort engagieren, um den Kindern eine gute Zukunftschance zu vermitteln, und auch zu sehen, dass es ein sicherer und sauberer Ort für die Kinder zum Lernen ist, fanden wir schön.
Der Schulleiter erklärte uns auf dem Heimweg auch nochmal, dass das AEG wirklich eine sehr große Rolle in der Finanzierung spielt und dass man unglaublich dankbar ist über die immer fortwährenden Spenden, denn damit werden die Lehrerinnen, die Unterrichtshefte und bisweilen auch Feste, wie zum Beispiel zum Khmer-Neujahr, finanziert, bei dem es für alle einen Burger gab.
Irgendwie hat es mich auch ein bisschen stolz gemacht, dass wir die Schule dort so unterstützen können, denn obwohl der Kuchenverkauf für mich in meiner Schulzeit irgendwie immer sehr banal gewirkt hat, konnte ich jetzt sehen, dass das Geld wirklich einen wichtigen Zweck hat. Also backt und esst weiter fleißig Kuchen!!
DANKE, liebe Lieselotte, dass du unserem Spendeprojekt und unserer Schule so verbunden bist!