Valentin Lippmann (BÜNDNISGRÜNE) fordert gesamtheitliches Konzept zum Umgang mit kampfmittelbelasteten Waldflächen in Sachsen; Vollständige Kampfmittelberäumung nicht möglich.

Kampfmittelbelastete Waldflächen/Brandschutz - Lippmann: Es braucht ein gesamtheitlich gedachtes Konzept – Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag

Datum: 12. Mai 2026 Kampfmittelbelastete Waldflächen

Brandschutz – Lippmann: Es braucht ein gesamtheitlich gedachtes Konzept Redebeitrag des Abgeordneten Valentin Lippmann (BÜNDNISGRÜNE) zum Antrag der Fraktionen BSW, CDU und SPD „Umgang mit kampfmittelbelasteten Waldflächen im Freistaat Sachsen – risikobasiertes Vorgehen stärken, Einsatzfähigkeit sichern, Schutz der Einsatzkräfte verbessern“ (Drs. 8

    1. Sitzung des 8. Sächsischen Landtags, Dienstag, 12.05.2026, TOP 8 – Es gilt das gesprochene Wort – Sehr geehrter Herr Präsident, Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Waldbrandsaison für das Jahr 2026 ist gestartet. Erst vorletzte Woche gab es einen Großbrand in der Böhmischen Schweiz, der glücklicherweise wieder als gelöscht gilt. Es ist wichtig und richtig, dass wir uns im Landtag dem Thema Waldbrand und kampfmittelbelastete Waldflächen immer wieder widmen. Denn wir haben in Sachsen nicht nur das Problem der Waldbrände, sondern darüber hinaus die Situation, dass verschiedene Risikogebiete für Waldbrände kampfmittelbelastet sind und durch unvorhersehbare Detonationen eine unmittelbare Gefahr für die vor Ort agierenden Einsatzkräfte darstellen. Und zwar für Einsatzkräfte, die im ganz großen Teil im Ehrenamt tätig sind, einen unglaublich großen Teil ihrer Freizeit für den Brandschutz und damit den Schutz unserer Natur und unserer Gesellschaft opfern und darüber hinaus sich selbst im Einsatz immer wieder in Gefahr bringen. Diesen Menschen gebührt unsere aufrichtige Anerkennung, unsere Unterstützung und unser aller Dank. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wir müssen deshalb die Sorgen aller im Brandschutz tätigen Menschen ernst nehmen. Wir haben im Innenausschuss in den letzten Monaten verschiedene Anhörungen zu den Themen kampfmittelbelastete Waldflächen und sondergeschützte Fahrzeuge für die Löscharbeiten in ebendiesen Gebieten durchgeführt und sind nach Zeithain in die Gohrischheide gefahren, um mit den Engagierten der Freiwilligen Feuerwehr dort ins Gespräch zu kommen, uns die Gegebenheiten vor Ort und die zur Waldbrandlöschung entwickelte Technik der Freiwilligen Feuerwehr Zeithain zu begutachten. Wir haben auch eindrücklich gezeigt und geschildert bekommen, in welch beängstigenden Geschwindigkeiten sich ein Waldbrand entwickelt und was für verheerende Folgen der Waldbrandkatastrophe aus dem letzten Jahr noch heute deutlich sichtbar sind und auch noch lange Zeit sein werden. Expertinnen und Experten und auch die Mitglieder des Innenausschusses sind sich nach den letzten Anhörungen sicher – eine vollständige Kampfmittelberäumung der Flächen in Sachsen ist weder technisch möglich, noch ökologisch vertretbar. Insofern besteht Einigkeit dahingehend, dass es ein gesamtheitlich gedachtes Konzept braucht, um Waldbrände in großen Ausdehnungen von vorneherein zu unterbinden und so die Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten, uns und unsere Natur nachhaltig zu schützen. Dafür gibt es bereits vielversprechende Ansätze in anderen Bundesländern – Brandenburg beispielsweise hat Rauchmelder im Wald installiert, die sehr sensibel und schnell Rauchentwicklungen melden. Aufgrund dieser Meldungen werden dann sofort Drohnen rausgeschickt, um Risiko, Brandgefahr und Ausbreitungsgefahr schnellstmöglich einschätzen zu können und direkt mit den Löscharbeiten beginnen zu können. Auch dieser Antrag enthält erste Ansätze zum Umgang mit kampfmittelbelasteten Flächen. Eine konzeptuelle, risikobasierte, koordinierte, interdisziplinäre und planvolle Vorgehensweise ist dabei wichtig. Das sind wir den vielen Menschen, die sich in dem Bereich der Waldbrandlöschung engagieren, schuldig. Wie werden dem Antrag deshalb zustimmen, auch wenn es am Ende nur Selbstverständlichkeiten enthält, aber das ist immer mehr als nicht. Vielen dank

Brandschutz – Lippmann: Es braucht ein gesamtheitlich gedachtes Konzept

Redebeitrag des Abgeordneten Valentin Lippmann (BÜNDNISGRÜNE) zum Antrag der Fraktionen BSW, CDU und SPD „Umgang mit kampfmittelbelasteten Waldflächen im Freistaat Sachsen – risikobasiertes Vorgehen stärken, Einsatzfähigkeit sichern, Schutz der Einsatzkräfte verbessern“ (Drs. 8

  1. Sitzung des 8. Sächsischen Landtags, Dienstag, 12.05.2026, TOP 8

– Es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrter Herr Präsident, Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Waldbrandsaison für das Jahr 2026 ist gestartet. Erst vorletzte Woche gab es einen Großbrand in der Böhmischen Schweiz, der glücklicherweise wieder als gelöscht gilt.

Es ist wichtig und richtig, dass wir uns im Landtag demThema Waldbrand und kampfmittelbelastete Waldflächen immer wieder widmen.Denn wir haben in Sachsen nicht nur das Problem der Waldbrände, sondern darüber hinaus die Situation, dass verschiedene Risikogebiete für Waldbrände kampfmittelbelastet sind unddurch unvorhersehbare Detonationen eine unmittelbare Gefahr für die vor Ort agierenden Einsatzkräfte darstellen.

Und zwar für Einsatzkräfte, die im ganz großen Teil im Ehrenamt tätig sind, einen unglaublich großen Teil ihrer Freizeit für den Brandschutz und damit den Schutz unserer Natur und unsererGesellschaft opfern und darüber hinaus sich selbst im Einsatz immer wieder in Gefahr bringen.

Diesen Menschen gebührt unsere aufrichtige Anerkennung, unsere Unterstützung und unser aller Dank.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wir müssen deshalb die Sorgen aller im Brandschutz tätigen Menschen ernst nehmen. Wir haben im Innenausschuss in den letzten Monaten verschiedene Anhörungen zu den Themen kampfmittelbelastete Waldflächen und sondergeschützte Fahrzeuge für die Löscharbeiten in ebendiesen Gebieten durchgeführt und sind nach Zeithain in die Gohrischheide gefahren, um mit den Engagierten der Freiwilligen Feuerwehr dort ins Gespräch zu kommen, uns die Gegebenheiten vor Ort und die zur Waldbrandlöschung entwickelte Technik der Freiwilligen Feuerwehr Zeithain zu begutachten.

Wir haben auch eindrücklich gezeigt und geschildert bekommen, in welch beängstigenden Geschwindigkeiten sich ein Waldbrand entwickelt und was für verheerende Folgen der Waldbrandkatastropheaus dem letzten Jahr noch heute deutlich sichtbar sind und auch noch lange Zeit sein werden.

Expertinnen und Experten und auch die Mitglieder des Innenausschusses sind sich nach den letzten Anhörungen sicher – eine vollständige Kampfmittelberäumung der Flächen in Sachsen ist weder technisch möglich, noch ökologisch vertretbar. Insofern besteht Einigkeit dahingehend, dass es ein gesamtheitlich gedachtes Konzept braucht,um Waldbrände in großen Ausdehnungen von vorneherein zu unterbinden und so die Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten, uns und unsere Natur nachhaltig zu schützen.

Dafür gibt es bereits vielversprechende Ansätze in anderen Bundesländern – Brandenburg beispielsweise hat Rauchmelder im Wald installiert, die sehr sensibel und schnell Rauchentwicklungen melden. Aufgrund dieser Meldungen werden dann sofort Drohnen rausgeschickt, um Risiko, Brandgefahr und Ausbreitungsgefahr schnellstmöglich einschätzen zu können und direkt mit den Löscharbeiten beginnen zu können.

Auch dieser Antrag enthält erste Ansätze zum Umgang mit kampfmittelbelasteten Flächen. Eine konzeptuelle, risikobasierte, koordinierte, interdisziplinäre und planvolle Vorgehensweise ist dabei wichtig.Das sind wir den vielen Menschen, die sich in dem Bereich der Waldbrandlöschung engagieren, schuldig.

Wie werden dem Antrag deshalb zustimmen, auch wenn es am Ende nur Selbstverständlichkeiten enthält, aber das ist immer mehr als nicht.

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