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title: "VDV-Gutachten zeigt Investitionsbedarf im Saarland bis 2040; Jahresbedarf 836 Mio Euro 2040."
sdDatePublished: "2026-05-12T17:05:00Z"
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VDV-Gutachten zeigt Investitionsbedarf im Saarland bis 2040; Jahresbedarf 836 Mio Euro 2040.

Pressemitteilung
Berlin, den 12. Mai 2026
ÖPNV im Saarland bis 2040 stärken: Gutachten zeigt
Investitionsbedarf und konkrete Verbesserungen
Zwei Szenarien machen deutlich: Mit zusätzlichen Investitionen
kann das Saarland seinen Nahverkehr nicht nur stabilisieren,
sondern in Stadt und Land deutlich verbessern.
Der öffentliche Nahverkehr im Saarland steht vor einer Richtungsentscheidung.
Steigende Kosten, Modernisierungsbedarf, Fachkräftemangel und eine
unsichere Erlössituation setzen die Branche unter Druck. Gleichzeitig bleibt der
Anspruch klar: Busse und Bahnen sollen auch künftig verlässlich, bezahlbar und
attraktiv sein – in den Städten ebenso wie in den ländlich geprägten Räumen.
Das neue VDV-Leistungskostengutachten zeigt detailliert, wie sich Angebot,
Nachfrage und Finanzierungsbedarf bis 2040 im Saarland entwickeln – und
welche Verbesserungen mit zusätzlichen Investitionen möglich sind.
Mit zwei Szenarien – Modernisierung 2040 und Deutschlandangebot 2040 –
beschreibt das Gutachten, wie sich der ÖPNV im Saarland entwickeln kann. Beide
Wege führen nur dann zum Erfolg, wenn die Finanzierung mitwächst. Schon
heute tragen die Verkehrsunternehmen stark gestiegene Kosten für Personal,
Energie, Fahrzeuge und Digitalisierung – bei einem gleichzeitig begrenzten
Spielraum auf der Einnahmenseite.
Uwe Hiltmann, Vorsitzender der VDV-Landesgruppe Südwest:
„Das Saarland braucht einen ÖPNV, der zuverlässig funktioniert und den
Menschen im Alltag echte Mobilitätsoptionen bietet. Das Gutachten zeigt: Wenn
Politik und Branche jetzt gemeinsam handeln, können wir Angebot und Qualität
im ganzen Land sichtbar verbessern – nicht nur in Saarbrücken, sondern auch
darüber hinaus.“
Der ÖPNV im Saarland: heute solide, morgen deutlich besser?
Der ÖPNV im Saarland erbrachte 2024 rund 42,8 Millionen Nutzfahrzeug-
beziehungsweise Nutzzugkilometer. Der Bus dominiert mit 78 Prozent der
Betriebsleistung, bei der Nachfrage hat er mit 50 Prozent ebenfalls das größte

Gewicht. Der SPNV kommt auf 40 Prozent, die Sparte TRAM auf 10 Prozent. Die
Aufwendungen im ÖPNV lagen 2024 bei 385 Millionen Euro, davon konnten
knapp 128 Millionen Euro durch Fahrgelderlöse und sonstige Erlöse gedeckt
werden. Der öffentliche Finanzierungsbedarf lag damit bereits heute bei knapp
258 Millionen Euro. Die beiden Szenarien im VDV-Gutachten zeigen die
Entwicklungsperspektiven des saarländischen ÖPNV-Angebots in
unterschiedlicher Größenordnung:
Szenario „Modernisierung 2040“
• Modernisierung von Fahrzeugen, Betriebshöfen, Werkstätten und
Infrastruktur
• Stärkere Digitalisierung und Automatisierung
• Das Angebot verändert sich nur leicht, die Nachfrage geht demografisch
bedingt um 2 Prozent zurück
• Finanzierungsbedarf steigt von jährlich 258 Millionen Euro (Basisjahr
2024) auf rund 453 Millionen Euro im Jahr 2040
• Erforderlich sind im Schnitt also rund 12 Millionen Euro mehr pro Jahr
Dieses Szenario ist vor allem ein Qualitätsszenario: Es sichert den Bestand, baut
den Bedarf an Erneuerungsinvestitionen ab und macht den ÖPNV robuster.
Besonders stark steigen die Bedarfe bei der Sparte TRAM, weil hier
umfangreiche Grunderneuerungen anstehen. Zugleich zeigt das Gutachten: Mit
der Bestellung zusätzlicher SPNV-Leistungen im Zusammenhang mit der S-Bahn
Saarland hat sich das Land bereits auf den Weg in Richtung Deutschlandangebot
gemacht. Das zweite Szenario ist dagegen mehr als nur Qualitätssicherung. Es
zeigt einen deutlichen Wachstumspfad:
Szenario „Deutschlandangebot 2040“
• Flächendeckende Mindestbedienstandards im Busverkehr
• Zusätzliche Angebote in ländlichen Räumen durch On-Demand-Verkehre
• Ausbau des SPNV, etwa durch Reaktivierung von Primstalbahn und
Bisttalbahn
• + 52 Prozent mehr Sitzplatzkilometer, + 27 Prozent mehr Nachfrage

• Der Finanzierungsbedarf steigt auf jährlich knapp 836 Millionen Euro im
Jahr 2040
• Dafür sind im Schnitt rund 36 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr nötig
Besonders deutlich wird der Nutzen dieses Szenarios beim Blick auf die
sogenannten Güteklassen: Die durchschnittliche ÖPNV-Note verbessert sich
durch das Deutschlandangebot im Saarland von heute 4,2 auf 2,5 im Jahr 2040.
Für mehr als ein Drittel der Bevölkerung verbessern sich Erschließung und
Angebot also um zwei Güteklassen, für knapp die Hälfte um eine Güteklasse –
und zwar flächendeckend in allen Landkreisen.
Karsten Nagel, Geschäftsführer der Saarbahn: „Wir erleben täglich, wie hoch die
Erwartungen der Fahrgäste an einen verlässlichen und attraktiven Nahverkehr
sind. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Fahrzeuge, Infrastruktur,
Personal und Digitalisierung kontinuierlich. Das Gutachten macht aus unserer
Sicht sehr nachvollziehbar deutlich: Damit das Angebot im Saarland stabil und
leistungsfähig bleiben kann, braucht es eine Finanzierung, die mit diesen
Entwicklungen Schritt hält.“
Alexander Möller, VDV-Geschäftsführer ÖPNV:
„Das Saarland zeigt beispielhaft, worum es in vielen Bundesländern geht: Ohne
zusätzliche Mittel lässt sich der heutige Standard im ÖPNV gerade noch sichern,
aber mehr nicht. Erst mit einem echten Ausbau entstehen bessere Takte und
Erreichbarkeit sowie spürbar mehr Qualität. Das Gutachten liefert dafür die
fachliche Grundlage – jetzt braucht es politische Entscheidungen des Saarlands
und des Bundes.“
Bevölkerungsrückgang und verhältnismäßig geringe Landesmittel
Die demografische Entwicklung im Saarland setzt den ÖPNV zusätzlich unter
Druck. Bis 2040 soll die Bevölkerung um 7,3 Prozent sinken, die Zahl der
Menschen im erwerbsfähigen Alter sogar um 17,7 Prozent. Gerade deshalb
reicht es nicht, nur den Status quo zu erhalten. Wer einen Nachfragerückgang
vermeiden und gleichwertige Lebensverhältnisse sichern will, muss über die
reine Modernisierung hinausgehen.
Zugleich macht das Gutachten deutlich, dass das Saarland seinen ÖPNV nicht
ohne zusätzliche Anstrengungen des Landes weiterentwickeln kann. Für 2025
waren Ausgaben von rund 206 Millionen Euro vorgesehen, davon rund
75 Prozent aus Bundesmitteln und knapp 25 Prozent aus Landesmitteln. Der
Anteil an Investitionen ist dabei vergleichsweise gering. Genau hier liegt der
politische Hebel: Das Land muss den ÖPNV langfristig stärker und verlässlicher

finanzieren, wenn Busse und Bahnen im Saarland bis 2040 wirklich besser
werden sollen.
Das ÖPNV-Gutachten für das Saarland gibt es zum Download unter:
www.bewegt-uns-alle.de
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV)
Lars Wagner · Pressesprecher · T 030 399932-14 · wagner@vdv.de
Eike Arnold · stv. Pressesprecher · T 030 399932-19 · arnold@vdv.de
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist der Branchenverband des öffentlichen Personen- und
Schienengüterverkehrs mit rund 700 Mitgliedsunternehmen. Branche und Branchenverband sorgen für mehr
klimaschonende Beförderung und Transport von Menschen und Gütern bei weniger Verkehr.
Die Mitgliedsunternehmen des VDV spielen eine entscheidende Rolle für den Wirtschaftsstandort Deutschland
und bei der Lösung verkehrlicher Herausforderungen. Nachdem die Fahrgastzahlen im öffentlichen
Personennahverkehr pandemiebedingt zurückgegangen waren, steigt die Nachfrage seit dem Jahr 2022 wieder an.
Die VDV-Mitgliedsunternehmen befördern jeden Tag 24 Millionen Fahrgäste in Deutschland mit Bus und Bahn und
ersparen damit 17 Millionen Autofahrten. Im Jahr 2022 transportierten die VDV-Unternehmen im öffentlichen
Schienengüterverkehr 360 Millionen Tonnen Güter. Das ersetzt am Tag rund 60.000 voll beladene Lkw auf
deutschen Straßen. Durch ihre Verkehrsleistung sparten Busse und Bahnen zuletzt zehn Millionen Tonnen
Treibhausgasemissionen ein.

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