ver.di erhöht Druck zur dritten Verhandlungsrunde in Potsdam; 3.000 Demonstrierende in Potsdam
Telekom 2026: ver.di erhöht Druck zur 3. Verhandlungsrunde | ver.di
Tarifrunde Telekom 2026: ver.di erhöht Druck zur dritten Verhandlungsrunde
Der Druck auf die Deutsche Telekom wächst, und zwar unmittelbar vor der dritten Verhandlungsrunde. AmMontag, den 11. Mai 2026,streiken Beschäftigte aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen. AmDienstag, dem 12. Mai, folgen Niedersachsen, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg — damit sind an beiden Streiktagen nahezu alle Bundesländer erfasst.
Gleichzeitig versammeln sich am Montagrund 3.000 Beschäftigte zur Kundgebungdirekt am Verhandlungsort in Potsdam. Die Botschaft ist unmissverständlich: Nachzwei Verhandlungsrunden ohne ein einziges Angebotder Arbeitgeber reicht die Geduld der Belegschaft nicht weiter.
„Die Kolleginnen und Kollegen empfinden die Hinhaltepolitik der Arbeitgeber als Zeichen mangelnder Wertschätzung“, sagt ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland. „Sie haben in den letzten zwei Jahren Rekordergebnisse für den Konzern erarbeitet. Dennoch haben die Arbeitgeber in zwei Verhandlungsrundenkein Angebot eingebracht. Es liegt nun an den Arbeitgebern, ein Signal für Verhandlungsbereitschaft zu senden.Wir erwarten endlich ein Angebot.“
Kundgebung Montag, 11. Mai 2026, in Potsdam Mercure Hotel Potsdam, Lange Brücke, 14467 Potsdam · Beginn: 11 Uhr
Im täglichen Geschäft fordern die Arbeitgeber ‚radikale Zusammenarbeit’ im gesamten Konzern. In Tarifverhandlungen verweigern sie sich allerdings, für alle Konzerneinheiten gemeinsam zu verhandeln. Insofern ist besonders die Beteiligung aus den T-Shops, der Services Europe und der T-Systems erfreulich.
Nach einer ersten Streikwoche mitüber 10.000 Beteiligtenhatte ver.di den Arbeitskampf am7. Mai 2026auf Standorte inzwölf Bundesländernausgeweitet: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern.
Der Arbeitskampf bei der Deutschen Telekom hatte damit seinebislang stärkste Eskalationsstufeerreicht.Rund 9.000 Beschäftigtebeteiligten sich an den Warnstreiks — der bisher stärkste Einzelstreiktag in dieser Tarifrunde. Seit dem Start der Warnstreiks am 28. April waren insgesamt weit über 10.000 Beschäftigte beteiligt.
Ein Novum:Erstmals wurden auch Beschäftigte der Deutschen Telekom Privatkunden-Vertrieb GmbH, der Deutschen Telekom Services Europe SE und der T-Systems International GmbH zu Solidaritätsstreiks aufgerufen — und folgten dem Aufruf.
Rückblick: So hat sich der Streik entwickelt
Die Warnstreiks starteten am28. Aprilim Norden und Nordosten Deutschlands, am29. Aprilfolgten NRW, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, am30. Aprilweitete ver.di den Arbeitskampf auf Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern aus. Am7. Maifolgte dann der bislang breiteste Aufruf.
„Mehr als 7.500 Kolleginnen und Kollegen haben sich bereits an den ersten beiden Streiktagen beteiligt“, hatte ver.di-Arbeitskampfleiter Pascal Röckert nach dem zweiten Streiktag gesagt. „Gewisse Einschränkungen für Kundinnen und Kunden der Telekom lassen sich nicht vermeiden – uns geht es aber in erster Linie darum, ein Signal an die Arbeitgeber zu senden, in den Tarifverhandlungen ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.“
ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland betonte: Die Tarifrunde 2024
2025 hatte eine tragfähige Lösung in Zeiten der Hochinflation gefunden. Die langfristigen Folgen für die Beschäftigten seien jedoch noch nicht überwunden – und der nächste Preisschub stehe vor der Tür.
Die Arbeitgeberseite verkennt offensichtlich die Lebensrealität der Beschäftigten. Wir werden es nicht hinnehmen, wenn das Management aus Rekordumsätzen und Rekordergebnissen nur Rekorddividenden für Aktionäre ableitet und diese über die berechtigten Forderungen der Beschäftigten stellt.
ver.di fordert in der diesjährigen Tarifrunde Deutsche Telekom für bundesweit rund60.000 Tarifbeschäftigte:
6,6 Prozentmehr Entgelt bei einer Laufzeit vonzwölf Monaten
Eine Erhöhung derAusbildungsvergütungenund Entgelte dual Studierender um monatlich120 Euro
Einen zusätzlichenMitgliederbonus für Azubis und dual Studierendevon240 Euroim Jahr
Die ver.di-Tarifkommission hatte diese Forderungen am 13. März 2026 beschlossen. Dem war ein breit angelegter Beteiligungsprozess vorausgegangen. „Die Kolleginnen und Kollegen haben uns ein sehr klares Bild gezeichnet, welche Erwartungen sie an die Deutsche Telekom haben“, sagte Sauerland. Im Mittelpunkt standen: Belastungen durch gestiegene Preise abfedern, gewerkschaftliches Engagement honorieren und verlässliche Perspektiven in der Transformation sichern.
Darüber hinaus hat ver.diGesprächsbedarf zur „Magenta-Zukunft“ der Beschäftigten. Auch junge Menschen bräuchten verlässliche und attraktive Perspektiven im Konzern Deutsche Telekom AG. Die Telekom habe hier eine besondere Verantwortung.
Die digitale Transformation kann nur gelingen, wenn den Beschäftigten Kündigungsschutz garantiert wird.
Der Telekom-Konzern in Deutschland besteht ausinsgesamt 20 verschiedenen tarifgebundenen Konzernunternehmen, in denen jeweils eigenständige Tarifverträge gelten. Ein Großteil der Entgelttarifverträge hat eine Laufzeit bis zum 31. März 2026. ver.di und Deutsche Telekom AG haben im Vorfeld der Tarifrunde eine Vereinbarung über gemeinsame Verhandlungen für diese Gesellschaften geschlossen.
Die Tarifverhandlungen wurden am 13. April 2026 gestartet. Insgesamt wurden vier Termine bis Ende Mai vereinbart:
Verhandlungsrunde: 13. April 2026 ✓
Verhandlungsrunde: 27. April 2026 ✓ — kein Angebot der Arbeitgeber, Warnstreiks sind die Antwort
- Mai 2026 Potsdam← Kundgebung: 11. Mai, ab 11 Uhr
Einen ersten Energieschub für die ver.di-Mitglieder und die bevorstehenden Herausforderungen hat es durch die Betriebsratswahlen Mitte März bei der Telekom gegeben. Insgesamt735 Mandatewurden in 44 Betrieben bei der Wahl vergeben. Davon sind624, rund 85 Prozentaller Mandate anver.di-Mitgliedergegangen.
Mehr zu den Tarifverhandlungen auf unserer Kampagnenseite zurTarifrunde Telekom 2026