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title: "Gedenkstätte Augustaschacht Hasbergen eröffnet Ausstellung 'trotzdem da!'; Dialogförderung über NS-Verbrechen"
sdDatePublished: "2026-05-13T09:06:00Z"
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Gedenkstätte Augustaschacht Hasbergen eröffnet Ausstellung 'trotzdem da!'; Dialogförderung über NS-Verbrechen

Gedenkstätte Augustaschacht: Ausstellung „trotzdem da!“ erfolgreich gestartet - Osnabrücker Rundschau

Gedenkstätte Augustaschacht: Ausstellung „trotzdem da!“ erfolgreich gestartet

Zeitzeuge Jack-Peter Kurbjuweit stand im Blickpunkt

Am Sonntag, den 3. Mai 2026 lud die Gedenkstätte Augustaschacht in Hasbergen zur Eröffnung der Sonderausstellung „trotzdem da! – Kinder aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen“ ein.

Diese Ausstellung ist das Ergebnis eines überregionalen Forschungs- und Ausstellungsprojekts, das 2023 und 2024 von der Gedenkstätte Lager Sandbostel umgesetzt wurde. „trotzdem da!“ ist den Lebensgeschichten von Kindern gewidmet, die aus „verbotenen“ Beziehungen während der NS-Zeit hervorgingen. Ihre Geschichten wurden lange tabuisiert, sind wissenschaftlich wenig erforscht und in der Erinnerungskultur bisher kaum präsent.

Dr. Michael Gander, Geschäftsführer des Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht e.V., begrüßte die anwesenden Gäste, darunter Vertreter:innen aus der Politik sowie Akteur:innen der lokalen Erinnerungskultur. Er wies auf Fälle aus der Region hin sowie an hiesige Erinnerungsorte für Kinder mit ähnlichen Schicksalen. „Die Ausstellung ‚trotzdem da!‘ erzählt die Geschichte der Kinder, die dennoch am Leben blieben. Sie erinnert uns an die Eltern und die Helfenden, die sich den rassistischen Zwängen nicht unterordneten und menschlich handelten. Sie erzählt auch von den Schwierigkeiten, diese Geschichten nach dem Krieg zu erzählen.“

In seinem anschließenden Grußwort hob Matthias Selle, Vorstand beim Landkreis Osnabrück, die Bedeutung der Ausstellung hervor; „trotzdem da!“ stehe für eine stille Rebellion gegen das NS-Unrecht und setzte auch ein wichtiges Zeichen in der heutigen Zeit. „Möge die Ausstellung zum Dialog einladen.“

Auch Johann to Büren, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Hasbergen, begrüßte die Anwesenden. Er dankte den Gedenkstätten für ihre Erinnerungsarbeit und wünschte der Ausstellung viel Sichtbarkeit.

Als Ehrengast an diesem Tag sprach Zeitzeuge Jack-Peter Kurbjuweit aus Hameln. 1945 als Sohn einer Deutschen und eines griechischen Zwangsarbeiters geboren, ist er eines der zahlreichen Kinder aus „verbotenen“ Beziehungen. In dem Buch „Das ist doch gar nicht dein Vater!: Eine europäische Spurensuche“, erschienen 2018 hat er sein Schicksal und die Suche nach seinem leiblichen Vater in Griechenland beschrieben. Er hat als Projektteilnehmer an der Ausstellung „trotzdem da!“ mitgewirkt. Er sprach über die Zusammenarbeit mit anderen Kindern aus solchen Beziehungen, die Machart und Vertiefungsmöglichkeiten der Ausstellung sowie die Chance des Dialogs, die sie Menschen aller Altersklassen biete. Er schloss mit dem bekannten Zitat des Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

Anschließend besichtigten die Anwesenden die Ausstellung und nutzten die Möglichkeit, sich mit Jack-Peter Kurbjuweit und den Gedenkstättenmitarbeitenden auszutauschen.

Ausstellung ist noch bis zum 30. Juni geöffnet

„trotzdem da!“ ist noch bis 30. Juni während der Öffnungszeiten der Gedenkstätte Augustaschacht zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Die Gedenkstätten möchten Menschen aus der Region Osnabrück, die ebenfalls aus solchen „verbotenen“ Beziehungen stammen, dazu ermutigen, sich zu melden und ihre Geschichten, gerne im vertraulichen Rahmen, zu erzählen. Kontaktmöglichkeit: per Mail aninfo@augustaschacht.deoder telefonisch unter 05405 8959270.