Mehmet Türkmen ist in Gaziantep freigelassen worden; Internationale Delegation beobachtete den Prozess

Der seit 57 Tagen inhaftierte Gewerkschafter Mehmet Türkmen ist frei - DIDF

Der seit 57 Tagen inhaftierte Gewerkschafter Mehmet Türkmen ist frei

Der seit 57 Tagen inhaftierte Gewerkschafter Mehmet Türkmen ist frei. Er wurde am 16. März verhaftet, nachdem ihm nach einer Kundgebung „Aufhetzung des Volkes zum Hass auf den Staat“ vorgeworfen wurde. Türkmen prangerte in einer Rede die schlechten Arbeitsbedingungen und das System aus Korruption und Straffreiheit für die Fabrikbesitzer in den unzähligen Textilfabriken in Gaziantep an. Das reichte für den türkischen Staat schon aus, um ihn für 57 Tage unter menschenunwürdigen Bedingungen zu inhaftieren. Die Vorwürfe waren von Anfang an juristisch höchst fragwürdig und ganz klar politisch motiviert. Sie sind ein direkter Angriff auf Grundrechte wie das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung und die Einhaltung von Arbeits- und Gesundheitsschutz.Über seine Haftbedingungen berichtete Türkmen, dass die medizinische Versorgung für Mitgefangene gar nicht oder nicht ausreichend gewährleistet wurde, woraufhin einzelne Gefangene binnen weniger Tage zugrunde gerichtet wurden. Mehmet Türkmen war in einer Zelle mit 65 weiteren Insassen gefangen, in denen es nur 25 Betten gab. Geschlafen werden musste in Schichten.Eine siebenköpfige, internationale Delegation von Gewerkschafter*innen aus Deutschland und Großbritannien war als Prozessbeobachtung vor Ort.Ali Çiçek vom internationalen gewerkschaftlichen Austausch Köln: „Das Kapital agiert und organisiert sich global, auch die arbeitende Klasse muss sich international organisieren und aufstellen, um ihre Interessen durchzusetzen. Gute Arbeit und Solidarität weltweit!“Paul Kershaw vom National Shop Steward’s Network (NSSN) aus London: „Heute war ein wichtiger Tag für demokratische Arbeiterrechte. Wir können nicht akzeptieren, dass Menschenrechte an den Werkstoren enden. Wir werden die internationale Solidarität verstärken und weiterhin antidemokratische sowie arbeiterfeindliche Maßnahmen öffentlich machen und beobachten.“