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title: "Thüringer Landesamt für Statistik Auslandszuzüge 2015 Thüringen; 71,8 Tausend Zuzüge, 24,6 Tausend Wanderungsgewinn"
sdDatePublished: "2026-05-15T12:10:00Z"
source: "https://statistik.thueringen.de/analysen/Aufsatz-02b-2026.pdf"
topics:
  - name: "population and census"
    identifier: "medtop:20000774"
  - name: "refugees and internally displaced people"
    identifier: "medtop:20000645"
  - name: "political crisis"
    identifier: "medtop:20000647"
locations:
  - "Bad Salzungen"
  - "Apolda"
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  - "Mühlhausen/Thüringen"
  - "Rudolstadt"
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  - "Artern"
  - "Greiz im Vogtland"
  - "Schleiz"
  - "Arnstadt"
  - "Meiningen"
  - "Sömmerda"
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Thüringer Landesamt für Statistik Auslandszuzüge 2015 Thüringen; 71,8 Tausend Zuzüge, 24,6 Tausend Wanderungsgewinn

Aufsatz aus dem Statistischen Monatsheft Thüringen - Ausgabe Februar 2026

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Statistisches Monatsheft Februar 2026, Thüringer Landesamt für Statistik
AUFSATZ
1. Einführung
Im Statistischen Monatsheft Dezember 2018 des
Thüringer Landesamtes für Statistik wurde der Auf-
satz „Die Thüringer Außenwanderungen unter be-
sonderer Berücksichtigung der methodischen und
technischen Neuerungen in der Wanderungsstatistik“
veröffentlicht. Dieser befasste sich vor allem mit
der Entwicklung der Zu- und der Fortzüge von und
nach Thüringen in den Jahren 1990 bis 2017. Ein
wichtiger Aspekt der damaligen Betrachtung war,
inwiefern das Jahr 2015 mit den besonders hohen
Zuzugszahlen aus dem Ausland eine Ausnahmesitu-
ation im Zu- und Fortzugsgeschehen von Thüringen
darstellte. Der Aufsatz endete mit der Feststellung,
„dass der 2015 erfasste Wanderungsgewinn vermut-
lich in den nächsten Jahren nicht wieder erreicht
wird und dieses Jahr in der Wanderungsstatistik
eine Ausnahme bleiben wird.“ Jedoch wurde im Fazit
auch folgender Satz niedergeschrieben: „Wie sich
die Wanderungsbewegungen – insbesondere die mit
dem Ausland – jedoch zukünftig entwickeln werden,
hängt nicht nur von der Situation in Deutschland,
sondern vor allem von den Entwicklungen in den
potentiellen Herkunftsgebieten der Zuwanderer
und den politischen Rahmenbedingungen in den
Herkunfts- und Zielgebieten ab.“
Dass sich tatsächlich die Vermutung aus dem 1.
Zitat aufgrund der im 2. Zitat bereits angedeuteten
Gründe als falsch herausstellen wird, ist ein vorweg-
genommenes Ergebnis des aktuellen Aufsatzes. Seit
Erscheinen des Aufsatzes im Jahr 2018 sind 8 Jahre
vergangen. In der Zwischenzeit erlebte Deutschland
mit der Corona-Krise, dem Lockdown und den (Ein-)
Reisebeschränkungen sowie dem Zuzug tausender
Schutzsuchender infolge des Ukraine-Kriegs weitere
Sondereffekte, welche neben der bereits seit Jahren
zu beobachtenden kontinuierlichen höheren Aus-
landszuwanderung weitere teils deutliche Folgen
auf die Wanderungsbilanz und somit auf die Ein-
wohnerentwicklung des Freistaats Thüringen hatten.
In diesem Aufsatz wird somit die im Aufsatz aus
dem Jahr 2018 aufgezeigte Entwicklung der Zu- und
Fortzugszahlen von und nach Thüringen wieder auf-
gegriffen und weitergeführt. Dabei werden insbeson-
dere die Wanderungsergebnisse nach Herkunfts- und
Zielgebiet, Nationalität, Alter und Geschlecht be-
trachtet. Dafür werden einige der damals aufgezeig-
ten Datenreihen auf den aktuell zur Verfügung ste-
henden Zeitraum einschließlich des Berichtsjahres
2024 aktualisiert. Zur besseren Verständlichkeit und
Sichtbarmachung der Entwicklung der Wanderungs-
zahlen werden die Datenreihen zum Teil mit den
Jahren vor 2017 gebildet und somit teilweise wieder-
holt. Abschließend werden mit einem kleinen Exkurs
die Auswirkungen der Wanderungsbewegungen auf
die Bevölkerungsentwicklung Thüringens aufgezeigt,
insbesondere die Folgen der Wanderungsgewinne
gegenüber dem Ausland.
2. Die Wanderungsbilanz
Thüringens 2015 bis 2024
Bevor die weitere Entwicklung der Wanderungszah-
len ab dem Jahr 2018 betrachtet wird, muss zuerst
ein Rückblick auf die Wanderungsentwicklung um
das Jahr 2015 in Thüringen geworfen werden. Nur
so lässt sich das Geschehen in den Folgejahren
besser einordnen und bewerten. Wie Abbildung 1
zeigt, war die Wanderungsentwicklung im Jahr 2015
im Vergleich zu den Jahren zuvor außergewöhnlich.
Außergewöhnlich daher, weil die Wanderungssalden
in Thüringen bis dahin lange Zeit negativ waren und
erst im Jahr 2013 auf einen minimalen positiven
Saldo angestiegen sind. Die enorme Zunahme der
Auslandszuzüge, welche sich im Jahr 2015 im Ver-
gleich zu 2014 mehr als verdoppelten (von rund
21,4 Tausend Personen auf rund 43,3 Tausend Per-
sonen), waren für diese Entwicklung verantwortlich.
Ausgelöst durch die Konflikte in der Welt, unter
anderem der Bürgerkrieg in Syrien, die Konflikte im
Irak und in Afghanistan, suchten massenhaft Men-
Die Entwicklung der Wande-
rungszahlen in Thüringen
Alexander Kuhnt
Abteilung Bevölkerungs-
und Haushaltsstatistiken
BEVÖLKERUNG, MIKROZENSUS

Statistisches Monatsheft Februar 2026, Thüringer Landesamt für Statistik  39
AUFSATZ
schen Schutz in Europa und kamen so auch nach
Deutschland und Thüringen. Die Zahl der Zuzüge
über die thüringische Landesgrenze stieg 2015 ins-
gesamt auf einen Rekordwert von rund 71,8 Tausend
Personen. Der Gesamtwanderungsgewinn stieg auf
rund 24,6 Tausend Personen an, was für Thüringen
ebenfalls ein vorher nie dagewesener, somit außer-
gewöhnlicher Wert war und für ein deutliches Ein-
wohnerplus sorgte.
Die Entwicklung setzte sich nach 2015 jedoch nicht
so fort. Im Jahr 2016 lag der Wanderungssaldo bei
einem Minus von 2,3 Tausend Personen. Dies war die
Folge aus mehreren Effekten. Zum einen sanken die
Zuzugszahlen auf rund 56,8 Tausend Personen, was
einem Rückgang um rund 15,1 Tausend Personen ge-
genüber dem Vorjahr entsprach. Andererseits stiegen
die Fortzugszahlen auf rund 59,0 Tausend Personen
an (ein Anstieg von 11,8 Tausend Personen). Dieser
Anstieg war vor allem von den gestiegenen Fort-
zugszahlen in das Ausland getragen (+9,0 Tausend
Personen). Jedoch gab es durch Weiterzugseffekte
auch gegenüber den anderen Bundesländern ein
Plus bei den Fortzügen in Höhe von 2,8  Tausend
Personen auf rund 37,0 Tausend Personen.
In den folgenden Jahren stabilisierten sich die Zu-
zugszahlen über die thüringische Landesgrenze und
lagen zwischen 2017 und 2019 bei rund 54,0 bis
maximal rund 55,5 Tausend Personen. Die Fortzugs-
zahlen sanken im Vergleich zu 2016 auf rund 50,0 bis
maximal 50,9 Tausend Personen ab. In den Jahren
2017 bis 2019 blieb dadurch ein positiver Saldo von
rund 3,4 bis maximal 4,6 Tausend Personen.
Dann kam das Jahr 2020 und die Corona-Pandemie
begann. Umfassende (Ein-)Reisebeschränkungen
wurden national wie international erlassen, was
zu einem spürbaren Einschnitt im Zu- als auch
Fortzugsgeschehen führte. Die Zuzüge lagen 2020
bei knapp 47,0 Tausend Personen und damit rund
7,0  Tausend Personen niedriger als noch 2019.
Vor allem die Zuzüge aus dem Ausland (−6,1  Tau-
send Personen) waren für diesen Effekt verantwort-
lich. Der Rückgang bei den Fortzügen betrug rund
5,1 Tausend Personen. Die Zahl der Fortzüge lag in
der Folge bei 45,6 Tausend Personen. Der Gesamt-
wanderungssaldo war für Thüringen im Jahr 2020
zwar noch positiv, sank jedoch auf 1,4  Tausend
Personen ab und lag damit – ausgenommen das
Jahr 2016 – so niedrig wie seit dem Jahr 2013 nicht
mehr (Wanderungssaldo 2013: 152  Personen). Das
Jahr 2021, nach wie vor durch die Corona-Pandemie
Abbildung 1: Wanderungsbewegungen von und nach Thüringen in den Jahren 2010 bis 2024 gegen-
über den anderen Bundesländern und dem Ausland
-60 000
-40 000
-20 000
 0
20 000
40 000
60 000
80 000
100 000
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
Personen
Fortzüge ins Ausland
Fortzüge in andere Bundesländer
Zuzüge aus dem Ausland
Zuzüge aus anderen Bundesländern
Wanderungssaldo mit anderen Bundesländern
Wanderungssaldo mit dem Ausland
Gesamtwanderungssaldo

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Statistisches Monatsheft Februar 2026, Thüringer Landesamt für Statistik
AUFSATZ
geprägt, brachte zumindest bei den Fortzügen keine
Veränderung, aber die Zuzüge stiegen deutlich auf
das Vor-Corona-Niveau um rund 6,9  Tausend auf
53,9  Tausend Personen an, was in der Folge auch
einen Anstieg beim Saldo in derselben Höhe auf
nunmehr insgesamt rund 8,5 Tausend Personen zur
Folge hatte. Zumindest bei den Zuzugszahlen und
beim Gesamtwanderungssaldo machte dies die Delle
des Corona-Jahres 2020 wett.
Im Jahr 2022 begann der Ukraine-Krieg. Hundert-
tausende vor allem ukrainische Schutzsuchende
kamen zusätzlich nach Deutschland und somit auch
nach Thüringen. Dies war auch deutlich in den Er-
gebnissen der Wanderungsstatistik zu sehen. Die
Zuzugszahlen nach Thüringen stiegen um 34,6 Tau-
send Personen auf 88,5 Tausend Personen an. Da die
Binnenzuzüge nach Thüringen (innerhalb Deutsch-
lands) identisch blieben, war der Anstieg ausschließ-
lich auf Zuzüge aus dem Ausland zurückzuführen.
Die Fortzüge stiegen 2022 zwar ebenfalls leicht um
rund 6,0 Tausend Personen an, aber in der Summe
führte diese Entwicklung trotzdem zu einem neuen
Höchststand beim Wanderungssaldo in Höhe von
rund 37,1 Tausend Personen. Das waren nochmals
rund 12,4 Tausend Personen mehr als im Jahr 2015,
welches bereits als außergewöhnlich erschien. Dass
dieser Anstieg eine Folge des Krieges in der Ukraine
war, wird im weiteren Verlauf des Aufsatzes noch
genauer im Rahmen der Ausführungen der Wande-
rungen nach Nationalität betrachtet.
Auch im Jahr 2023 waren die Zuzugszahlen mit
68,8 Tausend Personen im Vergleich zum Zeitraum
vor 2022 noch deutlich erhöht, aber schon niedriger
als ein Jahr zuvor (−19,8 Tausend Personen). Die Fort-
zugszahlen nahmen hingegen leicht um 3,3 Tausend
Personen zu, was in der Summe für einen gerin-
geren, aber immer noch hohen Wanderungssaldo
von 14,0  Tausend Personen ausreichte. Im Jahr
2024 erreichten die Zuzugszahlen mit 57,8 Tausend
Personen nahezu das Niveau der Vorkriegs- und
Vorcorona-Zeit. Jedoch blieben die Zuzugszahlen mit
53,2  Tausend Personen auf dem Niveau der Jahre
2022 und 2023, was zu einer Reduzierung des Wan-
derungsplus auf 4,5 Tausend Personen führte. Dieser
Wert entsprach den Salden der Jahre 2017 bis 2019.
3. Wanderungen nach
Nationalität
Aufgegliedert nach Nationalität zeigt sich, dass in den
vergangenen 10 Jahren, aber insbesondere in den
Jahren 2015 und 2022 das Wanderungsgeschehen,
vor allem der Wanderungsgewinn, durch Zuwande-
rung Nichtdeutscher bestimmt wurde. Denn wie man
anhand der Abbildung 2 erkennen kann, ist im Saldo
der Wanderungsverlust von Deutschen über die Lan-
desgrenze Thüringens in den vergangenen Jahren
relativ konstant im negativen Bereich geblieben. Die
Spannweite lag hierbei von -0,7 Tausend deutschen
Personen im Jahr 2021 bis hin zu -6,3  Tausend
Abbildung 2: Wanderung über die Thüringer Landesgrenze 2015 bis 2024 nach Nationalität der Wan-
dernden
-60 000
-40 000
-20 000
 0
20 000
40 000
60 000
80 000
100 000
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
Personen
Zuzüge deutsch
Zuzüge nichtdeutsch
Fortzüge deutsch
Fortzüge nichtdeutsch
Wanderungssaldo deutsch
Wanderungssaldo nichtdeutsch

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AUFSATZ
deutschen Personen im Jahr 2016. Bei den nicht-
deutschen Personen hingegen lag die Spannweite bei
einem positiven Wanderungssaldo von 2,4 Tausend
Personen im Jahr 2020 bis zu 38,4 Tausend Perso-
nen im Jahr 2022. Vor allem in den Jahren 2015
(+29,1 Tausend nichtdeutsche Personen) und 2022
ist der Zuzugsüberschuss deutlich am Ausschlag der
Linie des Wanderungssaldos ablesbar.
Eine andere Darstellungsform wird mit Abbildung
3 verfolgt. Diese zeigt zum einen die Anzahl deut-
scher und nichtdeutscher Zu- und Fortzüge über
die Landesgrenzen Thüringens und zum anderen
deren relativer Anteil an der Gesamtwanderung in
den Jahren 2015 bis 2024.
Anhand des Balkenverlaufs in der Abbildung kann
man gut erkennen, dass die Zahl der deutschen
Zu- und Fortzüge in den vergangenen Jahren nach
einem kleinen Anstieg von 2,7  Tausend Personen
von 2015 zu 2016 im Anschluss stetig gesunken
ist, von rund 58,7 Tausend Personen im Jahr 2016
auf 47,4  Tausend Personen im Jahr 2024. Bei den
Nichtdeutschen ist das Wanderungsvolumen teils
sehr sprunghaft, je nach geopolitischer Situation. Im
Jahr 2015 gab es bei Zu- und Fortzügen von nicht-
deutschen Personen einen Sprung auf 63,1 Tausend
Personen (+29,9 Tausend im Vergleich zum Vorjahr).
Damit lag die Zahl der nichtdeutschen Wandernden
erstmals seit Jahrzehnten über der Zahl der deut-
schen Wanderungen (56,0 Tausend). Der Anteil der
nichtdeutschen Wandernden am Gesamtwande-
rungsvolumen im Jahr 2015 betrug 53 Prozent. Im
Ansc