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title: "Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie – Öko-Sortenempfehlungen 2025/26: Winterweizen in Sachsen; Winterfestigkeit schwer zu bewerten"
sdDatePublished: "2026-05-19T13:17:00Z"
source: "https://www.landwirtschaft.sachsen.de/download/Sortenempfehlung_Oeko_Winterweizen_2026_3.pdf"
topics:
  - name: "agriculture"
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  - name: "arable farming"
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  - "Switzerland"
  - "Germany"
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  - "Bernburg"
  - "Mittelsömmern"
  - "Poland"
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Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie – Öko-Sortenempfehlungen 2025/26: Winterweizen in Sachsen; Winterfestigkeit schwer zu bewerten

Sortenempfehlungen 2026 Winterweizen Öko-Anbau

Autoren: Dr. Wolfgang Karalus, Katharina Brütting, Martin Sacher, Michael Sorms; Sächsisches Landesamt für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; Abteilung 9; Referat 93; Telefon: 035242 631-9411;
E-Mail: Katharina.Bruetting@lfulg.sachsen.de; Redaktionsschluss: 18.05.2026; www.lfulg.sachsen.de
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Öko-Sortenempfehlungen 2025/26 - Winterweizen

Hinweise zur Fruchtart
In Sachsen nimmt der Winterweizen einen Anteil von ca. 40 % vom angebauten Öko-Winter-
getreide ein. Damit zählt Winterweizen auch im ökologischen Landbau zu den wichtigsten Ge-
treidearten und hat vor allem auf besseren Böden einen hohen Stellenwert. Um die angestreb-
ten Ziele bei Qualität und Ertrag zu erreichen, wird zum einen auf eine ausreichende Stick-
stoffversorgung Wert gelegt, d. h. der Weizen steht in einer günstigen Fruchtfolgeposition. Zum
anderen trägt die Auswahl geeigneter Sorten maßgeblich zum Anbauerfolg bei. Bei Winter-
weizen steht inzwischen ein größeres Angebot an Sorten zur Verfügung, die gezielt für den
ökologischen Landbau gezüchtet wurden.
Wesentliche Kriterien bei der Sortenwahl sind die Qualitätssicherheit und Ertragsfähigkeit so-
wie pflanzenbauliche Eigenschaften wie Winterfestigkeit, Pflanzenlänge, Standfestigkeit und
Krankheitsresistenz. Insbesondere in den Regionen Ostdeutschlands mit kontinental gepräg-
ter Witterung ist die Widerstandsfähigkeit der Sorten gegen Kahlfröste beachtenswert. Dabei
besteht die Problematik, dass für die meisten neueren Sorten eine Einschätzung der Winter-
festigkeit aus Feldversuchen kaum möglich ist, da in den letzten Jahren mit meist milden Win-
tern frostbedingte Ausfälle in den Sortenversuchen nicht zu verzeichnen waren. Einige Sorten
können auf Grundlage von Provokationsversuchen in Kastenanlagen eingestuft werden.
Im Öko-Anbau wird aufgrund der vergleichsweise geringen Stickstoffversorgung des Weizens
die Standfestigkeit weniger gefordert als im konventionellen Anbau. Dennoch nimmt auch hier
mit zunehmender Bodengüte das Risiko für Lager zu. Kürzere Sorten sind meist standfester,
weisen aber eine geringere Konkurrenzkraft gegen Unkräuter auf. Die Pflanzenlänge sollte
daher auch im Hinblick auf den Unkrautdruck bzw. die vorgesehene Intensität des Striegelns
berücksichtigt werden.
Bei den Resistenzen gegen Krankheiten ist vor allem der Gelbrost relevant, auch wenn diese
Krankheit nicht in jedem Jahr und auf jedem Standort eine große Bedeutung erlangt. Der An-
bau gelbrostanfälliger Sorten ist aufgrund der starken Ertragswirksamkeit im ökologischen
Weizenanbau mit einem hohen Risiko verbunden. Auch beim Braunrost bestehen deutliche
Sortenunterschiede bei den Resistenzen. Einzelne Sorten können stärker mit Mehltau befallen
werden, diese Krankheit erreicht bei Öko-Weizen aber eher selten eine hohe Befallsstärke.
Blattseptoria tritt bei allen Sorten mehr oder weniger stark auf.
Weizensteinbrand ist im Öko-Anbau die wichtigste Ährenkrankheit. Neben der Verwendung
von gesundem Saatgut lässt sich ein Befall durch resistente bzw. tolerante Sorten einschrän-
ken. Betriebe mit Maisanbau und pflugloser Bodenbearbeitung sollten außerdem auf die Fusa-
riumanfälligkeit der Sorten achten.
Die Qualitätsanforderungen für Backweizen lassen sich nur mit qualitätsbetonten E- Weizen-
sorten sicher erfüllen. Mit ausgesprochen ertragsbetonten Sorten ist in Jahren mit insgesamt
niedrigem Qualitätsniveau die Erzeugung von hochwertigem Backweizen (Rohproteingehalt >
11,5 %, Feuchtklebergehalt im Schrot mindestens 22 bis 24 %) kaum möglich. Die Fallzahl ist
unabhängig von den anderen Qualitätsmerkmalen zu betrachten. Sorten mit unzureichender
Fallzahl und Fallzahlstabilität sind ein Risiko für die Backweizenerzeugung, auch wenn sie
beim Rohprotein- und Feuchtklebergehalt günstige Einstufungen aufweisen.

Autoren: Dr. Wolfgang Karalus, Katharina Brütting, Martin Sacher, Michael Sorms; Sächsisches Landesamt für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; Abteilung 9; Referat 93; Telefon: 035242 631-9411;
E-Mail: Katharina.Bruetting@lfulg.sachsen.de; Redaktionsschluss: 18.05.2026; www.lfulg.sachsen.de
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Inwieweit eine gezielte Futterweizenerzeugung wirtschaftlich interessant ist, hängt von der
Preisrelation zum Backweizen ab. Ertragsstarke Futterweizensorten bringen im Öko-Anbau
Mehrerträge von etwa 20 bis 30 % im Vergleich zu den Backweizensorten.

Etliche Weizensorten haben einen oder mehrere Schwachpunkte. Daher ist die Wahl von meh-
reren Sorten ratsam, um das Anbaurisiko zu vermindern. Insbesondere bei der Winterfestig-
keit, Standfestigkeit, Gelbrostresistenz und Fallzahl sollten nicht alle Sorten die gleiche Schwä-
che aufweisen, so dass witterungsbedingt auftretende Verluste begrenzt werden.
Seit 2012 können Winterweizensorten beim Bundessortenamt zur Wertprüfung angemeldet
werden, die ausschließlich unter den Bedingungen im ökologischen Landbau durchgeführt
wird. Diese Möglichkeit wird von verschiedenen Züchtern zunehmend genutzt. Im Anbaujahr
2024/25 standen 11 Stämme in der Öko-Wertprüfung, die an 14 Standorten in Deutschland in
die Öko-Landessortenversuche (LSV) integriert ist. Dazu zählen die ostdeutschen Löss-Stand-
orte Nossen, Bernburg und Mittelsömmern. Nach dreijähriger Wertprüfung im Öko-Anbau ha-
ben inzwischen 24 Sorten eine Zulassung durch das Bundessortenamt erhalten.
Einige der speziell für den ökologischen Landbau gezüchteten Sorten weisen nach Aussagen
der Züchter eine Resistenz bzw. Toleranz gegen den Weizensteinbrand auf. Im Rahmen der
LSV ist eine Bewertung dieser Krankheit nicht möglich. Daher wird auf die Angaben der Züch-
ter verwiesen.

Sortenempfehlungen für den ökologischen Landbau
Backweizen:
Wendelin (E), Alessio (E), Grannosos (E), Castado (E), Prim (E),
Montalbano (E)*, **
Futterweizen:
SU Fiete (B), RGT Dello (C)*

* Vorläufige Empfehlung
** Schwächere Winterfestigkeit

Hinweise zu den Sorten
Backweizen
Wendelin (E) verfügt über ein insgesamt mittleres Ertragsvermögen, auch wenn 2025 ein stär-
kerer Abfall beim Kornertrag zu verzeichnen war. Die Einstufungen bei den Qualitätsmerkma-
len, insbesondere beim Rohprotein- und Feuchtklebergehalt ermöglichen eine recht sichere
Backweizenerzeugung. Zu beachten ist die mittlere bis hohe Fallzahl. Kennzeichen von Wen-
delin sind ein langer Wuchs, eine gute Standfestigkeit sowie gute Resistenzeigenschaften ge-
gen Gelbrost und Ährenfusarium. Braunrost kann stärker auftreten.
Alessio (E) erreichte 2025 hohe Kornerträge, mehrjährig zeigte sich die begrannte Sorte mit
mittlerer Ertragsleistung und insgesamt guten Qualitätseigenschaften, auch wenn vereinzelt
die Fallzahlstabilität gering ausfiel. Die Reife wird vergleichsweise früh erreicht. Bei den agro-
nomischen Eigenschaften ist die Züchtung aus Österreich ausgewogen, weder bei der Stand-
festigkeit noch bei den Krankheiten waren Schwächen zu erkennen. Damit bietet sich Alessio
besonders für Betriebe an, die aufgrund des Anbauumfangs nur eine Backweizensorte an-
bauen.
Grannosos (E) ist eine begrannte Sorte aus biologisch-dynamischer Züchtung. Mehrjährig
waren niedrige Kornerträge zu verzeichnen. Der Rohproteingehalt ist mit hoch bis sehr hoch
und der Feuchtklebergehalt mit hoch eingestuft. Vorteilhaft ist außerdem die hohe und stabile
Fallzahl. Damit lassen sich mit Grannosos die Qualitätsanforderungen für Backweizen relativ
sicher erfüllen. Trotz des langen bis sehr langen Wuchses blieb Grannosos weitgehend stand-
fest und zeigte auch bei den Blattkrankheiten keine stärkeren Schwächen. Die Anfälligkeit für
Ährenfusarium ist gering. Der Züchter gibt eine Stein- und Flugbrandresistenz an.

Autoren: Dr. Wolfgang Karalus, Katharina Brütting, Martin Sacher, Michael Sorms; Sächsisches Landesamt für
Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; Abteilung 9; Referat 93; Telefon: 035242 631-9411;
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Castado (E) stammt ebenfalls aus biologisch-dynamischer Züchtung und erreichte wie Gran-
nosos mehrjährig niedrige Erträge. Während die Rohprotein- und Feuchtklebergehalte hoch
bis sehr hoch ausfallen, liegt Castado bei Fallzahl und Fallzahlstabilität nur auf mittlerem Ni-
veau. Die Sorte ist durch einen langen Wuchs gekennzeichnet, wobei Lager im mittleren Um-
fang auftreten kann. Castado weist eine geringe Anfälligkeit für Rostkrankheiten und Ähren-
fusarium sowie nach Angaben des Züchters eine Stein- und Flugbrandresistenz auf.
Moschus (A) erwies sich in den letzten drei Prüfjahren weiterhin als sehr stabile ertragsstarke
Weizensorte. Beim Rohprotein- und Feuchtklebergehalt schnitt Moschus mit mittleren bis un-
terdurchschnittlichen Werten ab. Damit ist Moschus keine Sorte, mit der im Öko-Anbau sicher
Backweizen erzeugt werden kann. Positiv zu vermerken ist die hohe Fallzahl und Fallzahlsta-
bilität. Moschus zählt zu den weitgehend winterfesten Weizensorten. Bei mittlerer Wuchslänge
ist die Standfestigkeit gut. Moschus hat eine geringe Anfälligkeit für Gelbrost, Mehltau und
Ährenfusarium. Braunrost trat im mittleren Umfang in Erscheinung.
Prim (E) erwies sich als sehr ertragsschwache Weizensorte, erzielte aber sehr hohe Rohpro-
tein- und Feuchtklebergehalte. Auch die Fallzahl liegt auf hohem Niveau. Prim ist durch eine
frühere Reife, einen langen bis sehr langen Wuchs, eine mittlere Lagerneigung sowie mittlere
Resistenzeigenschaften gekennzeichnet. Die Züchtung fand unter den Bedingungen des bio-
logisch-dynamischen Landbaus statt. Ein Anbau kommt in Frage, wenn standortbedingt mit
anderen (ertragsstärkeren) Sorten keine Backweizenerzeugung möglich ist oder die sehr gute
Qualität preislich honoriert wird.

Ertrag (relativ) und Qualitätseigenschaften von Winterweizensorten im Öko-Anbau

Qual.
Ertrag (relativ)
Roh-
protein-
gehalt
Feucht-
kleber-
gehalt
Fall-
zahl
Fall-
zahl-
stabi-
lität

2023
2024
2025
2024-
2025
2020-
2025
Moschus
A
106
109
108
108
107
+/0
0/-
++
+
Alessio
(E)
95
97
106
102
98
+/++
+/0
+
(-)
Wendelin
E
101
97
92
95
98
+/++
+
+/0
+
Brandex Pop.

96
100
97
98
97
+
+/0
0
(-)
Grannosos
E
93
93
88
90
92
+/++
+
+/++
+
Castado
E
88
98
95
96
93
+/++
+/++
+/0
+/0
Prim
(E)
85
78
82
81
82
++
++
+/++
(+/0)
Montalbano
(E)
106
96
102
99
101
+
+/0
++
+
Vinzenz
E

100

96
(+)
(+)
(+/0)
*
Exsal
E

122

(-)
(-/--)
(+)
*
Aurelius
(E)

124

(-)
(-)
(+)
*
SU Fiete
B
117
120
117
118
118
-
-
0
+/0
Rübezahl
A
113
110
114
112
114
0
0
+
+
RGT Dello
C

134
133
133
128
--
--
+/0
0
KWS Espinum
(A)

127

128
(-)
(-/--)
(+)
*
Euforia
(A)

117

(0/-)
(-)
(+)
*
BB (dt/ha)

59,3
40,6
60,0
49,4
51,6

Anzahl Orte

4
6
5
11

Qual. = Qualitätsgruppe (bei EU-Sorten in Klammern)

BB = Bezugsbasis (Moschus, Alessio, Wendelin, Brandex Population, Grannosos, Prim, Castado, Montalbano, SU
Fiete, Rübezahl)
Ertrag 2020-2025: Adjustierte Mittelwerte (Sorte mindestens in 3 Jahren und an 13 Orten geprüft)
++ = sehr hoch, + = hoch, 0 = mittel, - = niedrig
* Keine Einschätzung wegen geringer Datenbasis

( ) vorläufige Einschätzung,
Feuchtklebergehalt: Aus dem Erntejahr 2025 liegen für die Einstufung Ergebnisse von 3 Orten vor

Autoren: Dr. Wolfgang Karalus, Katharina Brütting, Martin Sacher, Michael Sorms; Sächsisches Landesamt für
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Bei der Brandex Population handelt es sich um ein Vielliniengemenge, das durch eine hohe
genetische Vielfalt gekennzeichnet ist. Populationen werden mit den Zielen angebaut, eine
bessere Anpassungsfähigkeit an die Umweltbedin