Schweizer Frauen frieren Eizellen im Rahmen von Social Freezing in der Schweiz ein; ca. 2000/Jahr, doppelt so viele wie früher
Kinderwunsch heute: bewusster geplant – medizinisch enger begleitet | Luzerner Kantonsspital
Kinderwunsch heute: bewusster geplant – medizinisch enger begleitet
Kinderwunsch heute: bewusster geplant – medizinisch enger begleitet
Deraktuelle Jugendbarometerzeigt: Junge Erwachsene wünschen sich nach wie vor Kinder, knüpfen diesen Wunsch jedoch stärker an Bedingungen wie berufliche Stabilität, Partnerschaft und finanzielle Sicherheit. Gleichzeitig steigt die Offenheit gegenüber medizinischen Möglichkeiten wie dem Einfrieren von Eizellen.
Diese Entwicklungen spiegeln sich auch im Alltag des Kinderwunschzentrums am Luzerner Kantonsspital wider. «Viele Paare und Frauen kommen heute gut informiert in die Beratung und möchten ihre Situation möglichst realistisch einschätzen können», sagt Prof. Dr. med. Alexandra Kohl Schwartz, Co-Chefärztin Reproduktionsmedizin. «Gleichzeitig zeigt sich, dass die biologische Fruchtbarkeit nur bedingt planbar ist.»
Ein zentrales Spannungsfeld entsteht dadurch, dass sich der Kinderwunsch häufig in ein späteres Lebensalter verschiebt, während die Erfolgschancen mit zunehmendem Alter abnehmen. Diese Diskrepanz trägt dazu bei, dass medizinische Abklärungen und Behandlungen häufiger notwendig werden als noch vor einigen Jahren.
Zusätzlicher Handlungsspielraum dank Social Freezing
Ein Beispiel für diese Entwicklung ist das wachsende Interesse am sogenannten «Social Freezing». Seit der Gesetzesänderung im Jahr 2017, die eine längere Lagerung von Eizellen ermöglicht, hat die Nachfrage deutlich zugenommen. In der Schweiz liessen zuletzt jährlich rund 2000 Frauen ihre Eizellen einfrieren – etwa doppelt so viele wie noch vor wenigen Jahren.
Social Freezing kann Frauen zusätzlichen Handlungsspielraum geben, etwa wenn sich die Familienplanung aus persönlichen Gründen verzögert. Gleichzeitig ist eine realistische Einordnung entscheidend: «Das Einfrieren von Eizellen ist eine Option, aber keine Garantie», so Kohl Schwartz. Der Erfolg hängt wesentlich vom Alter der Frau sowie von der Anzahl und Qualität der gewonnenen Eizellen ab.
Im Kinderwunschzentrum steht deshalb die individuelle Beratung im Mittelpunkt. Ziel ist es, medizinische Möglichkeiten verständlich zu erklären, Chancen und Grenzen transparent aufzuzeigen und gemeinsam Wege zu entwickeln, die zur Lebenssituation der Patientinnen und Patienten passen.
Hinweis: Prof. Dr. med. Alexandra Kohl Schwartz hat diese Entwicklungen kürzlich auch in einemInterview mit der «Luzerner Zeitung»(Paywall) für eine breite Öffentlichkeit beleuchtet.
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Prof. Dr. med. Alexandra Kohl Schwartz