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title: "ADFC Sachsen e.V. Bike\u0026Ride in Sachsen; Mehr Pendler steigen in Bahn ein"
sdDatePublished: "2026-05-20T15:41:00Z"
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ADFC Sachsen e.V. Bike&Ride in Sachsen; Mehr Pendler steigen in Bahn ein

Layout_Broschuere_2

Bike&Ride in Sachsen
Bestandsanalyse und Potentiale des Fahrradparkens
an Bahnhöfen und Haltepunkten im Freistaat Sachsen.
Sachsen

Vorwort
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Pendeln in Sachsen
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Was bringt Bike&Ride?
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Fahrraddiebstahl in Sachsen .
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Fahrradparken - aber sicher! .
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Methodik der Studie Bike&Ride in Sachsen .
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Ergebnisse der Studie .
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Mit gutem Beispiel voran: Bike&Ride am Oschatzer Bahnhof .
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Parken in Fahrradboxen: Was darf‘s kosten? .
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Fördermöglichkeiten für Bike&Ride in Sachsen
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Weiterführende Informationen
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Daten aller Bahnhöfe und Haltepunkte in Sachsen .
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IMPRESSUM
Bike&Ride in Sachsen - Bestandsanalyse und Potentiale des Fahrradparkens
an Bahnhöfen und Haltepunkten im Freistaat Sachsen.
Herausgeber: Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Sachsen e. V., Mai 2026
Das Titelfoto zeigt die Fahrradabstellanlagen am Bahnhof Neusörnewitz bei Coswig.
Bildnachweise: Titel: Juliane Mostertz / FOTOGRAFISCH, Graﬁken: Konrad Krause / ADFC Sachsen, Portraitfoto S. 3: privat.
Inhalt: Konrad Krause, Janek Mücksch, Niklas Poggel
Verantwortlich für den Inhalt (V. i. S. d. P.): Janek Mücksch, Vorsitzender des ADFC Sachsen e. V.
Kontakt: ADFC Sachsen e.V., Bautzner Straße 25, 01099 Dresden
Telefon: 0351/501 39 17
E-Mail: info@adfc-sachsen.de
DANKSAGUNG
Der ADFC ist ein Mitmachverein und lebt von der Aktivität seiner Mitglieder. Er funktioniert nur, weil Men-
schen sich in ihrer Freizeit einbringen. Nur dank dieses Engagements von ehrenamtlich Aktiven ist dieses
Projekt zustande gekommen: ADFC-Mitglieder aus ganz Sachsen haben ihre Radtouren entlang von
Bahnstrecken gelegt, um Fahrradbügel zu zählen und Fahrradboxen zu fotograﬁeren. Sie haben morgens
auf dem Weg zur Arbeit die Abstellanlagen an ihrem Bahnhof dokumentiert. Dank für die Grundlage
dieses Projekts gilt daher besonders Tobias, Isabell, Jörg, Christin, Sascha, Juliana, Clemens, Jens, Alexander,
Sebastian, Michael, Konrad, Jürgen, Dorit, Sarah, Dirk, Freimut, Christiane, Friedrich, Nils, Maja, René, Char-
lotte, Janek, Erik, Frank, Rosalie, Christoph, Steffen und Georg. Ihr habt dieses Projekt erst ermöglicht.
Inhaltsverzeichnis
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7
9
11
12
16
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23
23
24
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       BIKE&RIDE IN SACHSEN

Liebe Leserinnen und Leser,
attraktive und einladende Bahnhöfe sind ein
wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Mobi-
lität. Dies betrifft Großstädte, Mittelzentren und
auch kleine Kommunen. In den letzten Jahren hat
das Deutschlandticket das Fahrgastaufkommen
spürbar gesteigert. Doch mit der steigenden
Nachfrage wächst auch die Herausforderung:
Immer mehr Menschen wollen ihr Fahrrad in die
tägliche Pendelstrecke einbinden. Damit unsere
Bahnen während der Stoßzeiten im Pendelver-
kehr nicht von Rädern überfüllt werden und die
Fahrt für alle angenehm bleibt, brauchen wir
diebstahlsichere und komfortable Abstellanlagen
an allen sächsischen Bahnhöfen.
Die hohen Benzinpreise machen vielen Sachsen
das Leben schwer. Das Pendeln mit dem Auto ist
zum Luxusgut geworden. Gleichzeitig arbeiten
aber 55% der Sozialversicherungsbeschäftigten in
Sachsen nicht an ihrem Wohnort. Schnelle politi-
sche Lösungen sind gefragt, um die Pendler zu
entlasten. Ein zügig umsetzbarer Baustein kann
sein, eine intelligente Verknüpfung von Rad und
Bahn zu ermöglichen. So können Pendler insbe-
sondere
außerhalb
der
Großstädte
freier
entscheiden, welches Mobilitätsangebot am
besten zu ihren Bedürfnissen passt.
Hinzu kommt, dass Fahrräder immer hochwer-
tiger werden. Niemand möchte sein teures Rad
ungeschützt zurücklassen. Sichere Abstell-
möglichkeiten sind deshalb nicht nur eine
Frage der Bequemlichkeit, sondern auch des
Diebstahlschutzes. Durch geeignete Fahrrad-
abstellanlagen kann der Einzugsradius eines
Bahnhofs deutlich erhöht werden. Und davon
proﬁtieren alle: Mehr Menschen kommen zur
Bahn, mehr Menschen steigen ein, und die
Investitionen in die Schieneninfrastruktur
lohnen sich umso mehr.
Nicht wenige Kommunen haben sich diesbe-
züglich bereits auf den Weg gemacht und das
verdient große Anerkennung. Es ist beeindru-
ckend zu sehen, wie moderne Abstellanlagen
die
Attraktivität
des
Bahnhofsumfeldes
steigern. Doch noch nicht alle sächsischen
Kommunen haben ihr Potential ausgeschöpft.
Wir möchten sie dazu ermutigen, gerade in
Zeiten knapper Kassen, mit wenig Geld und
Aufwand das Rad zum Zug kommen zu lassen.
Mein Dank gilt den über 30 Ehrenamtlichen des
ADFC Sachsen, die mit ihrer engagierten Arbeit
dieses Projekt ermöglicht haben. Mit ihrer Hilfe
können wir zeigen, wo in Sachsen Vorreiter sind
und wo Nachholbedarf besteht. Lassen Sie uns
die Herausforderungen gemeinsam anpacken.
DR. JANEK MÜCKSCH
Vorsitzender des ADFC Sachsen e. V.
BIKE&RIDE IN SACHSEN
3

Pendeln in Sachsen
Tag für Tag pendeln 909.562 Menschen in Sach-
sen zur Arbeit.1 Mehr als 55% der sozialversiche-
rungspﬂichtig Beschäftigten in Sachsen arbei-
ten nicht in dem Ort, an dem sich ihr Lebens-
mittelpunkt beﬁndet. Diese knappe Million Men-
schen trifft jeden Tag neu die Entscheidung: Mit
der Bahn, mit dem Rad oder mit dem Auto –
oder mit einer Mischung davon?
Für viele Menschen ist es eine Bürde, jeden Tag
das Auto zu benutzen. Die „Kostenfalle Auto“2
setzt sich aus zahlreichen Faktoren zusammen:
Neben dem Preis für Kraftstoff, Parken und für
Reparaturen schlägt besonders der Wertverlust
hoch zu Buche. Nicht alle Menschen wollen oder-
können diese Kosten stemmen. Vor allem in den
sächsischen Zentren des Einpendelns Chem-
nitz, Dresden und Leipzig, führen die schier end-
losen Ströme von Einpendlern jeden Morgen zu
erheblichen Staus. Und nicht nur das: Beim
Warten im Auto geht viel Zeit verloren, der
volkswirtschaftliche Schaden und der Ärger der
Betroffenen sind zwar schwer zu beziffern, aber
sicher ebenfalls hoch.
Entscheidend für die Wahl des Verkehrsmittels
sind die Rahmenbedingungen beim Pendeln.
Abseits des Autos besteht im traditionellen
Bahnland Sachsen großes Potential für Verbes-
serungen. Deshalb ist der Freistaat Sachsen gut
beraten, den Ausbau der Alternativen voranzu-
bringen. Sicher ist dafür die Verbesserung des
ÖPNV durch neue Buslinien, der Ausbau von
Bahnstrecken und ein verbessertes Linienange-
bot bedeutsam. Viel schneller und preiswerter
wird man aber eine größere Zahl an Fahrgästen
erreichen, wenn man die Erreichbarkeit der
Bahnhöfe durch eine attraktive Verknüpfung mit
dem Radverkehr stärkt und ﬂexibler macht.3
In kleineren Städten und Gemeinden ist der
Anteil der Pendler besonders hoch. Analog dazu
gilt, dass in die Großstädte eher eingependelt
wird. Menschen, die außerhalb der Großstädte
wohnen, sind daher besonders auf gute Pendel-
bedingungen angewiesen. Daher ist es beson-
ders wichtig, dass gerade an den Bahnhöfen in
kleineren Orten hochwertige und sichere Abstel-
lanlagen für Fahrräder geschaffen werden.
4

       BIKE&RIDE IN SACHSEN
1 Statistisches Landesamt Sachsen, 2025.
2 Vgl. ADAC e. V.: Übersicht: Autokosten aller Modelle von A bis Z, online unter <https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/
auto-kaufen-verkaufen/autokosten/uebersicht/>, (28.04.2026). Der ADAC schreibt weiter: „Wer beim Autokauf nur auf
Anschaffungspreis und Verbrauch achtet, kann leicht in eine Kostenfalle laufen.“
3 Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) (Hrsg.): Mobilikon. Bike and Ride-Anlagen. Online unter
<https://www.mobilikon.de/en/node/1296>, (28.04.2026). Hier heißt es weiter „Gemeinden profitieren vom geordneten
Fahrradparken, da dieses das Ortsbild, das Ordnungs- sowie das allgemeine Sicherheitsempfinden verbessert. Zudem erhöht sich
der Anteil der Menschen, die anstelle des Autos mit dem Fahrrad zur Haltestelle fahren, sodass ein geringerer Flächenbedarf für
das Abstellen von Autos erforderlich ist und Emissionen vermieden werden.
Attraktive Bike&Ride-Anlagen fördern den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr und erhöhen damit auch die Einnahmen der
Verkehrsunternehmen.“
Anzahl der Auspendler aus sächsischen Gemeinden relativ
zur Beschäftigtenzahl, Durchschnittswerte der Landkreise.
Daten: Statistisches Landesamt Sachsen 2025.
31 %
73 %
72 %
28 %
78 %
72 %
71 %
24 %
66 %
73 %
65 %
74 %
66 %

Was bringt Bike & Ride?
Sachsen ist europaweit eine der am dichtesten
mit der Eisenbahn erschlossenen Regionen.
Auch in Grenznähe und den dünn besiedelten
Bereichen des Freistaats besteht ein regelmäßi-
ges Bahnangebot. 93,5% der Sachsen leben in
einer Kommune mit SPNV-Anschluss.4
Doch schon ab einer Entfernung von einem
halben Kilometer ist es für kaum jemanden noch
attraktiv, zu Fuß zum Bahnhof zu gehen. Hinzu
kommt, dass eine regelmäßige und komfortable
Umsteigerelation vom Bus zum Zug häuﬁg nicht
gegeben ist und nur für einen geringen Anteil
der Menschen ist die Fahrt mit dem Auto zum
Bahnhof eine sinnvolle Alternative. Will man also
mehr Menschen dazu bringen, die vorhandenen
Bahnangebote stärker zu nutzen und den
Kostendeckungsgrad im ÖPNV steigern, sind
neben Radwegen zum Bahnhof Abstellanlagen
wichtig, die das Rad nicht nur vor Witterung,
sondern auch vor Diebstahl schützen.
Bike&Ride erweitert gegenüber einer fußläuﬁgen
Erschließung den Einzugsbereich eines Bahnhofs
um das Zehnfache.5 Damit stellt Bike&Ride eine
ﬂexiblere Alternative zum Busverkehr sowie zu
Park-and-Ride-Angeboten (P+R) dar – bei deutlich
geringeren Kosten. Insbesondere auf Distanzen
von 3 bis 5 Kilometern spielen die Vorteile des
Fahrrads ihre Stärken aus. Durch die zunehmende
Verbreitung von E-Bikes ist davon auszugehen,
dass sich dieser Aktionsradius nochmals deutlich
erweitert. Davon proﬁtieren auch Verkehrsunter-
nehmen, Kommunen und Landkreise: Nutzen
mehr Menschen den ÖPNV, so sinkt dessen
Zuschussbedarf durch öffentliche Mittel.
Der Freistaat Sachsen hat sich gemeinsam mit
den Landkreisen und Gemeinden das Ziel
gesetzt, den Anteil des ÖPNV und des Radver-
kehrs zu erhöhen.6 Der Landesverkehrsplan 2030
setzt dazu auf die Vernetzung der Verkehrsträ-
ger. Das Fahrrad ist nicht nur für die vielen kurzen
Pendelwege in großen Städten und den kleinen
Kommunen sehr gut geeignet, sondern auch ein
hervorragender Zubringer zur nächsten Bahn-
station. Eine entscheidende Stellschraube hierfür
ist der Aufbau eines Angebots hochwertiger,
diebstahlsicherer und witterungsgeschützter
Abstellanlagen an allen SPNV-Haltepunkten.
Aus fachlicher Perspektive ist es daher notwen-
dig und machbar, dass an den 25 wichtigsten
Bahnhöfen im Freistaat Sachsen bis zum Jahr
2030 eine Fahrradstation errichtet wird. Neben
einem bereits vor vielen Jahren realisierten
Projekt in Oschatz sind nun auch erste größere
Radstationen in Chemnitz, Dresden und Leipzig
auf den Weg gebracht.
89%
100.000
und mehr
50.000
—
99.999
20.000
—
49.999
1
—
999
1.000
—
4.999
5.000
—
9.999
10.000
—
19.000
84%
77%
41%
68%
61%
27%
ANTEIL DER AUSPENDLER
(relativ zur Einwohnerzahl in Abhängigkeit von der Gemeindegröße)
BIKE&RIDE IN SACHSEN
5
4 Berechnung des ADFC Sachsen unter Nutzung von Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen.
5 Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr (2016): Mit dem Rad zum Bahnhof, S. 7.
6 Mobilität für Sachsen – Landesverkehrsplan 2030, S. 9ff., S. 54.
Je weniger Menschen in einer Gemeinde leben, desto
höher ist der Anteil der Arbeitnehmer, die auspendeln.
Der Ausbau von Bike&Ride lohnt sich daher keineswegs
nur in den großen Städten.
Daten: Statistisches Landesamt Sachsen 2025.

Oft werden Radstationen nur an großen Bahnhö-
fen mit Fernverkehr als sinnvoll angesehen. Die
Erfahrung der letzten Jahre zeigt jedoch, dass in
kleineren Städten teils sogar ein größeres Poten-
tial für eine Radstation bestehen kann. Dieses