Bischof Rudolf Voderholzer trifft Bischof Sahaya Thatheus Thomas in Simla und Chandigarh, Indien; Pastoralplan öffentlich vorgestellt

Bischof Voderholzer trifft Bischof Sahaya aus dem Bistum Simla und Chandigarh in Indien

Bischof Voderholzer trifft Bischof Sahaya aus dem Bistum Simla und Chandigarh in Indien

Bischof Rudolf Voderholzer hat am 21. Mai Bischof Sahaya Thatheus Thomas aus der indischen Diözese Simla und Chandigarh getroffen und über die Lage der Katholiken im Norden des Landes gesprochen.

Bischof Sahaya Thatheus Thomas ist seit rund einem Jahr Bischof in der nordindischen Bistum Simla und Chandigarh. Er war bereits sieben Mal in der Diözese Regensburg als Urlaubsvertretung tätig. Mit Bischof Rudolf Voderholzer, Pfarrer Sven Grillmeier und Diakon Andreas Dieterle tauschte er sich über die Situation des indischen Bistums aus. Bischof Voderholzer machte sich anhand einer Karte des Bistums ein Bild von der Lage. Simla und Chandigarh ist eine flächenmäßig sehr große Diözese im Norden von Indien, in der es rund 23.000 Katholiken gibt. 72 Priester sind derzeit dort tätig.

Bischof Voderholzer zeigte reges Interesse am Aufbau der Diözese, welche sich über mehrere Bundesstaaten erstreckt. Ein pastorales Zentrum befindet sich in Simla am Sitz der Diözese. Hier, so Bischof Sahaya, würde Vieles zusammenkommen und diözesane Aktivitäten gebündelt. So finden dort etwa Angebote für Ministranten oder Katechisten statt. Ganz neu und erst seit diesem Monat öffentlich ist ein Pastoralplan, den jede indische Diözese vorlegen muss.

Im Gespräch kam die Verteilung der unterschiedlichen Religionen zur Sprache. Katholiken machen nur etwa 0,1 Prozent der Bevölkerung aus, während zum Beispiel Muslime und Buddhisten weitaus häufiger vertreten sind. Auf Nachfrage von Bischof Rudolf berichtete der indische Bischof, dass es einige wenige Muslime gebe, die zum Christentum konvertieren würden, der Weg dahin jedoch nicht leicht sei. Für die aktuelle Regierung in Indien sei das Bistum kaum von Bedeutung, erklärte Bischof Sahaya. Unter anderem gibt es strenge Regelungen, was die Rückkehr von Priestern oder Ordensleuten angeht, die länger im Ausland waren und beispielsweise die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen haben – die Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit in Indien ist nahezu unmöglich. Die politische Situation werde sich in nächster Zukunft nicht ändern, beschrieb der indische Bischof die Lage vor Ort, die Leute seien radikalisiert.

Das nordindische Bistum hat in diesem Jahr eine Priesterweihe zu verzeichnen, im nächsten ebenfalls eine und im darauffolgenden fünf. Bischof Sahaya erklärte, dass die Zahlen unter anderem dadurch zustande kommen, dass viele Priesteramtskandidaten nur zeitweise ins Bistum kommen, um Englisch zu lernen. In den südindischen Diözesen ist Englisch keine Amtssprache. Viele würden deshalb einige Zeit im Norden studieren, um richtig Englisch zu lernen, dann aber wieder zurück in ihre Heimat gehen.

Besprochen wurden zu guter Letzt noch die Voraussetzungen, um Priester aus Indien ins Bistum Regensburg zu entsenden, wie das Erlernen der deutschen Sprache. Bischof Sahaya stellte die Entsendung eines Kandidaten zum Studium nach Regensburg in Aussicht.

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