Petra Bohne Kantorin St. Pankratius Offenbach-Bürgel; Diakonenweihe ihres Mannes im Mainzer Dom 2001

„Ich mach‘ es“ | Ehrenamtsförderung Bistum Mainz

Petra Bohne über ihre Leidenschaft für Kirchenmusik und Ehrenamt

Petra Bohne ist „62 Jahre jung“ und seit über 35 Jahren ehrenamtlich in der Kirche aktiv. In der Pfarrei St. Pankratius in Offenbach-Bürgel wirkt sie als Kantorin und organisiert darüber hinaus die liturgischen Dienste: von Lektorinnen und Lektoren über Kommunionhelfer bis hin zu Organisten. Ihre Leidenschaft ist dabei eindeutig die Kirchenmusik, die bis heute ihr Engagement prägt.

Was sie antreibt, bringt sie selbst auf den Punkt: „Es macht mich glücklich, für Gott und die Gemeinde zu singen und Gottesdienste dadurch abwechslungsreich zu gestalten.“ Dieses Glück ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Weges, der eher spontan begann. In den 1980er-Jahren wurde sie während einer Chorprobe angesprochen, ob sie sich den Kantorendienst vorstellen könne. „Ich bin praktisch hineingewachsen“, erinnert sie sich. Die Freude am Singen und Gestalten war von Anfang an da – und ist bis heute geblieben.

Seit Mitte der 1980er-Jahre steht sie regelmäßig im Dienst, zunächst in ihrer Heimatgemeinde St. Peter in Offenbach, später in St. Pankratius. Über die Jahre hinweg sind viele besondere Momente zusammengekommen – einige davon unvergesslich. Besonders bewegend war für sie die Diakonenweihe ihres Mannes im Mainzer Dom im Jahr 2001, bei der sie den Kantorendienst übernehmen durfte. „Der volle Dom – das war einfach überwältigend“, erzählt sie. Ebenso eindrucksvoll ist für sie bis heute jedes Mal die Osternacht, wenn sie das Exultet singt – ein Moment voller Spannung, aber auch tiefer Verbundenheit.

Ihr Ehrenamt gibt ihr viel zurück: Freude und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. „Ich fühle mich in meiner Gemeinde geborgen, akzeptiert und wertgeschätzt“, sagt sie. Gemeinschaft erlebt sie dabei besonders im Miteinander mit vielen anderen Engagierten. Dieses vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenspiel motiviert sie immer wieder, Neues auszuprobieren und auch über sich hinauszuwachsen.

Für Petra Bohne sind Werte wie Verantwortung, Verlässlichkeit und Eigeninitiative entscheidend. „Nicht nur zu sagen: ‚Jemand müsste mal …‘, sondern selbst anzupacken – das ist mir wichtig.“ Dabei spielt auch ihr Glaube eine zentrale Rolle. Durch den Gesang drückt sie aus, was sie trägt: „Wer singt, betet doppelt.“ Für sie ist das keine Floskel, sondern gelebte Erfahrung.Mit Blick auf die Zukunft der Kirche sieht sie das Ehrenamt als unverzichtbar an. „Man darf nicht nur fordern und warten, dass andere etwas tun“, sagt sie. Engagement sei notwendig, damit Vielfalt und Leben in der Kirche erhalten bleiben. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass Ehrenamt auch Zeit und Einsatz bedeutet. Vorbereitung, Proben, Abstimmung gehören dazu. „Und manchmal muss man auch mit Kritik umgehen können“, sagt sie offen. Um mehr Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern, wünscht sie sich vor allem eines: mehr Sichtbarkeit und persönliche Ansprache. „Man sollte Menschen gezielt ansprechen und ihnen ermöglichen, einfach mal hineinzuschnuppern.“ Ebenso wichtig ist für sie mehr Wertschätzung. „Ein kleines Dankeschön kann viel bewirken“, sagt sie. Denn was oft übersehen wird: Ehrenamt bedeutet nicht nur Arbeit, sondern vor allem Herzblut. „Wir machen das aus Überzeugung und geben damit auch unseren Glauben weiter“, beschreibt sie. Für Petra Bohne ist ihr Engagement daher nicht einfach ein Dienst, sondern ein lebendiges Glaubenszeugnis.