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title: "BUND Potsdam kritisiert Radverkehrskonzept 2035 in Potsdam; fordert ambitionierte, verbindliche, naturverträgliche Umsetzung."
sdDatePublished: "2026-05-23T13:41:00Z"
source: "https://www.bund-brandenburg.de/service/meldungen/detail/news/rad-konzept-mit-schlagloch-radverkehr-staerken-aber-nicht-auf-kosten-von-baeumen-ufern-wald-und-stadtgruen/"
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BUND Potsdam kritisiert Radverkehrskonzept 2035 in Potsdam; fordert ambitionierte, verbindliche, naturverträgliche Umsetzung.

Rad-Konzept mit Schlagloch: Radverkehr stärken – aber nicht auf Kosten von Bäumen, Ufern, Wald und Stadtgrün

Folgen der BraunkohlewirtschaftKlimaerhitzung BrandenburgStromgewinnung aus Wind und SonneMassentierhaltungMobilität und Verkehr

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„Potsdam braucht deutlich bessere Bedingungen für den Radverkehr. Aber der Ausbau darf nicht gegen Stadtgrün, Bäume, Wald und sensible Uferbereiche ausgespielt werden“, sagte Klaus E. Petersen vomKreisvorstand des BUND Potsdam. „Vorrang muss die Umverteilung vorhandener Kfz-Flächen haben – nicht der Griff in Grünflächen.“

Der BUND kritisiert insbesondere, dass die Zielwerte des Konzepts zu wenig ambitioniert seien. Eine Steigerung des Radverkehrsanteils von 28 Prozent im Jahr 2028 auf 30 Prozent bis 2033 reiche nicht aus, um Potsdams verkehrs- und klimapolitische Herausforderungen zu bewältigen. Radverkehrsförderung dürfe sich nicht auf Angebotsverbesserungen beschränken. Notwendig seien auch Maßnahmen zur Verringerung des motorisierten Individualverkehrs, darunter die Umverteilung des Straßenraums zugunsten des Umweltverbunds, der Abbau überbreiter Kfz-Flächen, eine konsequentere Parkraumbewirtschaftung, Verkehrsberuhigung sowie die systematische Prüfung von Tempo 30.

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist die fehlende Verbindlichkeit bei der Umsetzung. Der BUND fordert eine transparente Aufarbeitung des Radverkehrskonzepts 2017. Für alle nicht vollständig erledigten Maßnahmen müssten Status, Hinderungsgrund, nächster Schritt, Zuständigkeit, Zeitplan und Finanzbedarf nachvollziehbar dargestellt werden. Nur so könne das neue Konzept eine belastbare Grundlage für Verwaltungshandeln, Prioritätensetzung und Mittelverwendung werden.

„Ein Konzept, das bis 2035 wirken soll, darf Konflikte nicht in spätere Planungsverfahren verschieben“, so Petersen. „Wo Natur-, Denkmal- oder Baumschutz betroffen sind, müssen Alternativen bereits jetzt geprüft und offen benannt werden.“

Besonders kritisch bewertet der BUND geplante oder dargestellte Netzergänzungen in sensiblen Landschaftsräumen. Dazu zählen unter anderem Verbindungen am Fahrlander See, im Polder Fahrland, im Wildpark sowie im Bereich Katharinenholz. Wege durch Uferzonen, Wald- und Feldfluren dürften nicht ohne zwingenden Nachweis erschlossen, verbreitert, asphaltiert oder beleuchtet werden. Beleuchtung in sensiblen Bereichen müsse grundsätzlich vermieden oder streng begrenzt und in jedem Fall natur- und insektenfreundlich gestaltet werden.

Zugleich fordert der BUND konkrete Verbesserungen für den Radverkehr im Stadtgebiet. Die Innenstadt bleibe ein Engpass. Sichere Ost-West- und Nord-Süd-Verbindungen, bessere Führungen an Haltestellen, größere Aufstellflächen an Knotenpunkten, Schutz vor Dooring-Gefahren und weniger Kfz-Parken auf wichtigen Radachsen müssten deutlich stärker priorisiert werden. Besonders zu prüfen seien unter anderem Friedrich-Ebert-Straße, Charlottenstraße, Gutenbergstraße, Hegelallee, Zeppelinstraße und Breite Straße.

Der BUND fordert außerdem, die Bestandsanalyse und Karten des Entwurfs zu korrigieren. Einige Wege würden als Radverkehrsverbindungen dargestellt, obwohl sie tatsächlich Wald-, Wander- oder Feldwege seien oder keine belegte Radverkehrsnutzung aufwiesen. Solche Darstellungen dürften keine Vorfestlegung für spätere Ausbaumaßnahmen erzeugen.

Für alle Maßnahmen mit möglichen Baum- oder Vegetationskonflikten verlangt der BUND einen verbindlichen Prüfstandard. Dazu gehören die Erfassung von Baumbestand, Kronentraufen und Wurzelräumen, die Prüfung von Schutzstatus und Vitalität, die Bewertung von Fällrisiken, eine Alternativenprüfung mit Vorrang für Kfz-Flächenumverteilung sowie eine öffentliche Dokumentation der Abwägung.

Der BUND Kreisverband Potsdam fordert die Landeshauptstadt auf, den Entwurf vor einer Beschlussfassung grundlegend zu überarbeiten. Das Radverkehrskonzept 2035 könne ein wichtiger Beitrag zur Verkehrswende werden – wenn es ambitionierter, verbindlicher und naturverträglicher ausgestaltet werde.

Für weitere Informationen siehe Stellungnahme RadverkehrskonzeptHIER!.