Christine Buchheit kündigt Solarsommer in Freiburg an; Ziel 280 MWp bis 2030

Amtsblatt der Stadt Freiburg im Breisgau - Nr. 911 vom Samstag 23.5.2026

„Solar ist unsere DNA“ Im Zeichen der Sonne: Freiburg startet in den Solarsommer „What’s new?“, fragte Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit bei der Pressekonferenz zum Start des Solarsommers – und gab die Antwort gleich selbst. Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Informationsangeboten will die Stadtver­ waltung ihre Solaroffensive in den nächsten Wochen und Monaten intensivieren. Bereits 2023 hat die Stadt ihre Photovoltaik- und Windkraftoffensive vorgestellt. Seitdem ist der Ausbau der Windkraft mit neuen Anlagen auf der Holzschlägermatte, dem Taubenkopf und dem Rosskopf deutlich vorangekommen. Jetzt richtet sich der Fokus verstärkt auf Freiburgs Dächer, um mehr Solarenergie zu erzeugen und die Klimaneutralität bis 2035 zu er­ reichen. Bundesweiter Vorreiter Die PV-Offensive baut auf einem soliden Fundament: „Solar ist unsere DNA“, sagte Bürgermeisterin Buchheit. Schon seit den 1990er-Jahren hat Freiburg beim Thema Sonnenenergie eine bundesweite Vorreiterrolle. Nicht zufällig hat mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme eines der weltweit größten Solarforschungsinstitute hier seinen Sitz und machte erst jüngst wieder mit spektakulären Weiterentwicklungen hocheffizienter PV-Module auf sich aufmerksam. Das Potenzial für solare Energieerzeugung in Freiburg ist riesig, wie Umweltschutzamtsleiter Klaus von Zahn erklärte. Theoretisch könnten auf Freiburgs Dächern rund 650 Megawatt Peak (MWp) installiert werden – aktuell sind es knapp 100, 2023 waren es noch 70. Als Zielmarke hat sich die Verwaltung 280 MWp bis zum Jahr 2030 gesetzt, rund dreimal mehr als aktuell. Das geht nur, wenn sich viele engagieren – nur acht Prozent der Dachflächen befinden sich auf öffentlichen Ge­ bäuden. Deshalb will die Stadt mit dem Solarsommer Freiburger­innen bei ihrer privaten Energiewende unterstützen. Das Solar­ mobil, ein Info- und Mitmachfahrzeug, ergänzt die bestehende Quartiersarbeit. Unabhängige Fachleute beraten vor Ort zu Photovoltaik, Fördermöglichkeiten und den ersten Schritten zur eigenen Solaranlage. Sie ist der Ausgangspunkt zu einer unabhängigeren, eigenen Energieversorgung. „Jede Solaranlage rechnet sich“, ist Amtsleiter von Zahn überzeugt. „Das teuerste Dach ist eines ohne Solaranlage.“ Außerdem bringt der Solarsommer das Thema Sonnenenergie an Freiburgs Schulen. Fortbildungen unterstützen Lehrerin­ nen dabei, passende Unterrichtsmaterialien vorzubereiten und Solarenergie langfristig im Lehrplan zu verankern. Solardach fürs Tierheim Dass auch kleine Maßnahmen eine große Wirkung haben können, zeigt jetzt der Tierschutzverein Freiburg im Breisgau. Der von einem Großbrand schwer getroffene Verein kann dank eines 25.000-Euro-Zuschusses jetzt eine Photovoltaikanlage auf das neue Dach installieren. Das senkt dauerhaft die Energiekosten – und ist ein weiterer kleiner Baustein für den Klima­ schutz. „Im Name der Tiere“ bedankte sich Marco Marsovsky für die Spende. Und auch Bürgermeisterin Buchheit freute sich: „Die Verbindung von Klimaschutz, verantwortungsvollem Ressourceneinsatz und dem Engagement für das Wohl der Tiere zeigt, wie nachhaltiges Handeln ganz konkret vor Ort wirken kann.“ Alle Veranstaltungen und Angebote des Solarsommers unter www.freiburg.de/soso AMTSBLATT Stadt Freiburg im Breisgau – Samstag, 23.05.2026 – Nr. 911 – Jahrgang 38

Fast fünf Monate keine Bahn nach Zähringen Gleisarbeiten auf der Linie 3 ab 26. Mai Die Freiburger Verkehrs AG erneuert ab Dienstag, 26. Mai, in zwei Bauabschnitten die Stadtbahngleise auf der Linie 3 in Brühl und Zähringen. Statt Bahnen sind in der Bauzeit Busse unterwegs. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis 18. Ok­ tober. Die Arbeiten sind notwendig, weil die Gleise nach mehreren Jahrzehnten ohne größere Sanierung ihre Verschleißgrenze er­ reicht haben. Für Fahrgäste mit einem sensiblen Popometer ist das sogar zu spüren; die Bahnen gleiten einfach nicht mehr so ruhig über die Gleise, wie sie das tun sollten – und nach der Sanierung auch wieder tun. Deswegen ist seit geraumer Zeit auch die Geschwindigkeit reduziert. Neben den Gleissanierungen finden Umbauten für mehr Barrierefreiheit und eine Modernisierung der Haltestellen statt. Außerdem wird der Anteil des schallschluckenden und hübsch anzusehenden Grüngleises weiter erhöht. Zwei Bauphasen Die Arbeiten erfolgen in zwei Bauabschnitten. Entsprechend gibt es auch zwei unterschiedliche Phasen des Schienen­ ersatzverkehrs. In der Phase 1 (26. Mai bis 19. Juni) fahren nur noch Busse zwischen den Haltestellen Europaplatz und Gundelfinger Straße. In der Phase 2 (20. Juni bis 18. Oktober) fährt die Linie 3 wieder bis zur Hornusstraße – von dort bis zur Gundelfinger Straße geht es dann weiter per Bus. Entlang der gesperrten Abschnitte halten die Busse an allen Straßen­ bahn-Haltestellen. In den Hauptverkehrszeiten erhöhen Zusatzbusse die Kapazität. In den ersten Tagen der Bauphase setzt die VAG vor Ort Servicekräfte ein, bis sich die neuen Abläufe eingespielt haben. Die VAG empfiehlt, die elektronische Fahrplanauskunft zu nutzen. In der VAG-App sowie unter www.vag-freiburg.de sind alle Abfahrten in Echtzeit zu finden. Habsburgerstraße zu Parallel zur Gleissanierung finden im Umfeld weitere Arbeiten am unterirdischen Leitungsnetz statt, wodurch es zu wei­ teren Behinderungen kommt. So erneuert die Badenova in der Habsburgerstraße ab dem 26. Mai eine alte Erdgasleitung. Dafür muss die stadteinwärts führende Fahrbahn zwischen Rennweg und der Haltestelle Hauptstraße voraussichtlich bis Mitte Juni voll gesperrt werden. Der Verkehr wird über mehrere Routen umgeleitet und entsprechend ausgeschildert. www.vag-baustelle.de

Gemeinderat wählt Generalmusikdirektor Leslie Suganandarajah beginnt 2027 Der Gemeinderat hat Leslie Suganandarajah zum neuen Generalmusikdirektor am Theater Freiburg gewählt. In einem mehrstufigen Auswahlprozess setzte sich Suganandarajah gegen insgesamt 129 Bewerber*innen durch. „Wir freuen uns, dass wir Leslie Suganandarajah als neuen Generalmusikdirektor für das Freiburger Theater gewinnen konnten. Wir sind überzeugt, dass er in der Nachfolge von André de Ridder den fruchtbaren und kreativen Dialog mit den unterschiedlichsten Akteuren der Musikstadt Freiburg fortführen wird“, so Kulturbürgermeister Roland Meder. Seit 2019 ist Suganandarajah Musikdirektor am Salzburger Landestheater. Für die Spielzeiten 2026/27 und 2027/28 wurde er außerdem als Chefdirigent der Konzertsparte am Oldenburger Staatstheater ernannt. „Mit ihm gewinnen wir einen star­ ken künstlerischen Partner für unser Haus, der gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Freiburg immer wieder neue musikalische Räume erschließen wird“, so Intendant Felix Rothenhäusler. Leslie Suganandarajah wurde 1983 in Colombuthurai in Sri Lanka geboren und zog als Zweijähriger mit seiner Familie nach Deutschland. Er verfügt über eine umfangreiche und vielseitige Erfahrung mit verschiedenen Orchestern an diversen Häusern, sowohl im symphonischen Konzert als auch in der Oper.

Zehntausende fiebern mit dem SC Freiburg an der Messe und in der Stadt mit Manche historischen Ereignisse sind nur im Rückblick als solche einzuordnen, bei anderen ist die Dimension von Beginn an klar: Das gilt ohne Zweifel für die erste europäische Endspielteilnahme der Kicker des Sportclubs Freiburg. Das größte Spiel der Vereinsgeschichte zog am vorigen Mittwoch die ganze Stadt in den Bann. Allein beim Public Viewing an der Messe fieberten 15.000 Fans mit Julian Schusters Mannen mit. Für den Pokalsieg hat es am Ende leider nicht gereicht, manchmal ist der Fußball halt doch so, dass mehr Geld einfach mehr Tore schießt. Doch der Sportclub und seine Fans haben sich erfolgreich auf der internationalen Bühne angemeldet – und den Weg nach Istanbul kennen sie jetzt ja: Dort findet 2027 das Endspiel der Conference-League statt. . .

Querformat Streetart für den Augustinerplatz Nach mehr als zehn Jahren ist die italienische Streetart-Künstlerin und Illustratorin Alice Pasquini nach Freiburg zurückge­ kehrt und hat ihr Wandgemälde an der Mauer des Augustiner­spielplatzes erweitert und vollendet. Die aus Rom stammende Künstlerin zählt zu den wenigen international anerkannten Frauen in der zeitgenössischen Streetart-Szene. Ihre Werke sind in mehr als 100 Städten weltweit zu finden, darunter New York, London, Hongkong, Lissabon, Berlin und auch Freiburg. Der Kontakt zu und die Zusammenarbeit mit Pasquini war 2015 und auch jetzt wieder in Kooperation mit dem Freiburger Verein Kultur­aggregat zustande gekommen. Das Motiv des Gemäldes hatte der städtische Beirat für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum aus drei Vorschlägen Pasquinis ausgewählt. Das Wandgemäldet bildet den Abschluss der Arbeiten auf dem Spielplatz, der im Zuge der Neueröffnung des Augustinermuseums Ende Februar saniert wurde. So gibt es dort jetzt eine neue Wellenbank, mehr Sitzgelegenheiten und frische Wege. Die Kosten für die Spielplatzsanierung lagen bei 80.000 Euro, für das Kunstwerk hat die Stadt rund 10.000 Euro bezahlt.

Schutz für jüdisches Leben Stadt baut Zaun an der Synagoge Die weiterhin angespannte Sicherheitslage und wiederholte Angriffe auf jüdisches Leben in Deutschland lassen keine ande­ re Wahl: Die Stadtverwaltung baut an der Synagoge der Israelitischen Gemeinde einen Schutzzaun. Der Entscheidung sind längere Abstimmungen mit der Israelitischen Gemeinde sowie intensive Abwägungen vorausge­ gangen. Bei einem Ortstermin sagte OB Martin Horn, dass es oberstes Ziel sei, jüdisches Leben in Freiburg bestmöglich zu schützen. „Nach sorgfältiger Abwägung und im engen Austausch mit der Israelitischen Gemeinde haben wir uns ent­ schieden, diesen Schritt zu gehen.“ Den 1,75 Meter hohen Stahlstaketenzaun bezeichnete er als „die beste Lösung, die je diskutiert wurde“. Nikita Nikischin, Sicherheitsbeauftragter der Israelitischen Gemeinde, ergänzte, dass sich natürlich niemand wünschen würde, einen Zaun zu brauchen. „Die Realität ist leider eine andere.“ Neben dem Sicherheitsaspekt biete der Zaun aber die Chance, einen geschützten Bereich für ein Denkmal zu schaffen, das an die alte Synagoge erinnern soll, wie Nikischin erklärte. Dafür sollen die Fundamentsteine verwendet werden, die bei den Umbauarbeiten am Platz der Alten Synagoge ge­ fundenen wurden. Er dankte der Stadt, dass sie den rund 120.000 Euro teuren Zaun bezahlt. 27.500 Euro steuert außerdem der Zentralrat der Juden bei. Planung und Bau des Zauns übernimmt der Caritasverband, der in unmittelbarer Nähe die Pflasterstub’, eine Anlaufstelle für wohnungslose Menschen, betreibt. Der Zaun trage dazu bei, die Situation vor der Synagoge zu klären, erklärte der Vorstandsvorsitzende Rainer Gantert. „Uns ist viel gelegen an der Sicherheit unserer älteren Schwestern und Brüder im Glauben.“

Drei Fragen an Katrin Werkle vom AMI zu Dolmetscherinnen im Gesundheitswesen Wer zum Arzt/zur Ärztin geht, will und muss vor allem eins: ­verstanden werden. Das ist besonders für Menschen mit ­wenig Deutschkenntnissen wichtig. Deshalb haben die Stadt und das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Kreisverband Freiburg, jetzt 50 Dolmetscherinnen in 30 Sprachen für den Einsatz in Krankenhaus oder Arztpraxis geschult. Mehr dazu weiß Katrin Werkle vom Amt für Migration und Integration.

  1. Wer wurde geschult, und wie lief das ab? Geschult wurden Interessierte, die in einem Erstgespräch ausgewählt worden waren. Dabei wurden hohe Anforderungen an Sprachkompetenz, Fachwissen und den professionellen Umgang mit vertraulichen Situationen gestellt. Die Schulung dauerte elf Monate und umfasste je 40 Unterrichtsstunden pro Durchgang. Dabei wurden die Teilnehmenden gezielt auf unterschiedliche Dolmetsch-Situationen im medizinischen Alltag vorbereitet.
  2. Wie können die Dol­metscherinnen helfen? Sie bilden eine wichtige Brücke zwischen Patienten­innen und medizinischem Fachpersonal.