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title: "Enja Kluser Masterarbeit zur Einbeziehung von Eltern in der Berufswahl Sekundarstufe I Bern; Dialogkarten regen Dialog auf Augenhöhe an"
sdDatePublished: "2026-05-23T13:26:00Z"
source: "https://www.phbern.ch/ueber-die-phbern/aktuell/news/schulische-heilpaedagogin-kurz-vor-der-lizenz-zum-foerdern"
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Enja Kluser Masterarbeit zur Einbeziehung von Eltern in der Berufswahl Sekundarstufe I Bern; Dialogkarten regen Dialog auf Augenhöhe an

Schulische Heilpädagogin kurz vor der "Lizenz zum Fördern" | PHBern

Enja Kluser hat bereits ein Bachelorstudium für Primarstufe an der PHBern abgeschlossen. Jetzt ist sie im letzten Semester des Masterstudiums Schulische Heilpädagogik, schreibt gerade ihre Masterarbeit und arbeitet Teilzeit als Heilpädagogin auf der Sekundarstufe I.

Enja, was hat Sie dazu bewogen, nach dem Bachelor für die Primarstufe noch den Master in Schulischer Heilpädagogik zu absolvieren?

Ich wollte Kinder und Jugendliche noch besser verstehen und sie gezielter fördern können. Beim Bachelor für Primarstufe stand das Unterrichten im Zentrum. In der schulischen Heilpädagogik liegt der Fokus eher auf den einzelnen Schülerinnen und Schülern, ihren Voraussetzungen und ihrem Unterstützungsbedarf. Ich habe gelernt, genauer wahrzunehmen, gut zuzuhören und hinter Verhalten nicht vorschnell eine einfache Erklärung zu suchen.

Was ist der Inhalt der Masterarbeit, die Sie gerade verfassen?

In meiner Masterarbeit geht es um die Frage, wie Eltern im Berufswahlprozess ihrer Kinder besser einbezogen und unterstützt werden können. Gerade auf der Sekundarstufe I ist die Berufswahl ein sehr wichtiger Schritt. Ich sehe meine Rolle als eine Art Brückenfunktion zwischen Jugendlichen, Eltern, Regellehrpersonen und weiteren Fachstellen. In der Zusammenarbeit mit den Regellehrpersonen kann ich eine ergänzende heilpädagogische Perspektive einbringen. Dabei habe ich in meiner beruflichen Praxis gemerkt, dass nicht alle Jugendlichen zu Hause gleich viel Unterstützung erhalten. Das liegt nicht unbedingt daran, dass Eltern nicht helfen möchten, sondern oft auch daran, dass sie nicht genau wissen, wie sie ihr Kind konkret begleiten können oder wie das Bildungssystem funktioniert.Deshalb entwickle ich in meiner Masterarbeit Dialogkarten für Elterngespräche im Berufswahlprozess. Diese Karten sollen helfen, miteinander ins Gespräch zu kommen, die Sichtweisen der Eltern und Jugendlichen aufzunehmen und zentrale Themen der Berufswahl verständlich zu besprechen. Ich sehe die Eltern dabei als wichtige Ressource im Berufswahlprozess, die manchmal noch stärker einbezogen und aktiviert werden kann. Die Karten machen Ressourcen und Stärken sichtbar und regen einen Dialog auf Augenhöhe an.

Wie hat Sie das Studium darauf vorbereitet, Kinder und Jugendliche professionell zu begleiten und zu fördern?

Ich kann jetzt Förderziele und -massnahmen gezielt erstellen und planen. Ich habe gelernt, die Perspektive der Kinder und der Jugendlichen aktiv in den Prozess mit einzubeziehen. Gerade in der Pubertät funktioniert es besser, gemeinsam zu klären, was im Alltag tatsächlich hilft, anstatt ihnen ein Konzept überzustülpen. Besonders wertvoll war für mich, dass ich das Gelernte bereits während des Studiums direkt in meiner Anstellung auf der Sekundarstufe I anwenden konnte. Dort begleite ich als Schulische Heilpädagogin Jugendliche mit unterschiedlichem Förderbedarf. Dabei wurde mir deutlich, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen, individuelle Strategien ernst zu nehmen und Förderung an der konkreten Lebens- und Lernsituation der Jugendlichen auszurichten.

Enja Kluser will Kinder und Jugendliche noch besser verstehen und gezielter fördern können. Deshalb studiert sie Schulische Heilpädagogik.

Welche Kompetenzen haben Sie sich konkret angeeignet?

Besonders viel mitgenommen habe ich aus dem Modul "Beratung und Kooperation". Ich habe gelernt, Gespräche strukturierter und lösungsorientierter zu gestalten. Im Zentrum des Moduls standen Haltungen und Menschenbild, und wie sie unser pädagogisches Handeln prägen. Seither reflektiere ich meine eigene Perspektive bewusster und achte stärker auf mögliche Vorannahmen.

Auch vom Modul "herausfordernde Unterrichtssituationen" profitierte ich viel. Es ging darum, sich nicht nur auf Defizite und Störungen zu fokussieren, sondern die Kinder und Jugendlichen in ihrer ganzen Persönlichkeit wahrzunehmen. Diese Haltung hilft auch im Schulalltag: im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, in Gesprächen mit Eltern und in Situationen, in denen vorschnell geurteilt wird.

Durch das Modul "Bildungssoziologie für Heilpädagogik" verstehe ich jetzt besser, wie stark Bildungswege vom sozialen Umfeld beeinflusst werden und wie Bildungsungleichheit entsteht. Das hat meinen Blick auf Schule und Förderung nochmals erweitert. Ein Beispiel: Zuschreibungen wie "bildungsfern" greifen oft zu kurz, weil viele Faktoren zusammenspielen.

Warum studieren Sie an der PHBern?

Die PHBern vereint zwei wichtige Voraussetzungen. Zum einen ist die Flexibilität in der Studienplanung sehr gross. Für mich war es sehr wertvoll, dass sich das Studium gut mit meiner beruflichen Tätigkeit verbinden liess. Gleichzeitig habe ich die Ausbildung als fachlich fundiert erlebt, besonders in Modulen, die sich direkt auf meinen Berufsalltag beziehen. Und dann geht es auch um Lebensqualität. Bern ist für mich der perfekte Mix zwischen Stadt und Land: gemütlich und grün und gleichzeitig mit viel Kultur und Sport.

Ich kann jetzt Förderziele und Fördermassnahmen gezielt erstellen und planen.

Schulische Heilpädagogin kurz vor der "Lizenz zum Fördern"