ThSV Eisenach unterliegt TBV Lemgo Lippe in der Werner-Aßmann-Halle; Lemgo beendet 8-Spiele-Serie

„Wir wurden hinterlaufen, überlaufen und überworfen." - ThSV Eisenach

  1. Mai 2026 „Wir wurden hinterlaufen, überlaufen und überworfen." Schwächeanfall nach der Halbzeitpause - ThSV Eisenach bekommt in der zweiten Halbzeit keinen Zugriff in der Abwehr, unterliegt dem TBV Lemgo Lippe mit… Beitrag lesen

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„Wir wurden hinterlaufen, überlaufen und überworfen."

Schwächeanfall nach der Halbzeitpause - ThSV Eisenach bekommt in der zweiten Halbzeit keinen Zugriff in der Abwehr, unterliegt dem TBV Lemgo Lippe mit 34:38 (14:15)

Eigentlich wollte der ThSV Eisenach den rechnerischen Klassenerhalt perfekt machen, doch stattdessen beendete der auf dem 6. Tabellenplatz rangierende TBV Lemgo Lippe eine Serie von 8 sieglosen Spielen. Die Wartburgstädter unterlagen den Lipperländern vor erneut ausverkaufter Werner-Aßmann-Halle mit 34:38 (14:15). Beide Teams mussten verletzungsbedingt auf einige Stammkräfte verzichten. Beim ThSV Eisenach fehlten erneut Dominik Solak, Philipp Meyer, Max Beneke und Silvio Heinevetter. Torwarttrainer und Teammanager Stanislaw Gorobtschuk fand sich im Spielprotokoll unter den Aktiven wieder, stand auch zwischen der 43. und 56. Minute für den glücklosen Matija Spikic im Kasten. Das Torwartduell ging klar an die Gäste. Für TBV-Keeper Urh Kastelic wurden 12 Paraden notiert. (Der österreichische Auswahltorwart Constantin Möstl stand nicht im Kader.). Das Eisenacher Torhüterduo Spikic

Gorobtschuk kam zusammen auf gerade einmal 6 Paraden.

Ausschlaggebend, darin waren sich beide Trainer einig, der Start in die zweite Halbzeit mit einem 5:1-Lauf für den TBV Lemgo Lippe. Aus einem 14:15-Halbzeitstand wurde ein 15:20 (36.). „Wir haben damit die Kontrolle über das Spiel übernommen, der Abstand blieb“, freute sich Florian Kehrmann, seit Dezember 2014 auf der Kommandobrücke des TBV Lemgo Lippe, und damit dienstältester Bundesligacoach. „Die erste Halbzeit verlief sehr ausgeglichen, wir ließen gute Torchancen liegen. Im zweiten Abschnitt bekamen wir defensiv keinen Zugriff, haben es nicht geschafft, defensiv zu unserer gewohnten Stabilität zu finden“, konstatierte Eisenachs Coach Sebastian Hinze. „Wir wurden in der Abwehr immer wieder hinterlaufen. Unsere Defensive war nicht so, wie wir sie kennen. Die Kommunikation klappte nicht. Wir sind im zweiten Abschnitt ständig einem 4 bis 5-Tore-Rückstand hinterhergelaufen. Der TBV Lemgo Lippe ist dafür bekannt, lange und geduldig zu spielen, wenige Fehler zu machen. Wir markierten allerdings 34 Tore, das müsste im Heimspiel für einen Sieg reichen“, erklärte Eisenachs Rechtsaußen-Spieler Moritz Ende. „Wir wurden hinterlaufen, überlaufen und überworfen. Warum? Absprachen wurden nicht eingehalten. Das muss unbedingt wieder besser werden“, fand Eisenachs Tillman Leu, mit Justin Kurch im Deckungs-Innenblock, klare Worte, bevor er zu ein paar freien Tagen zum Pfingstfest in Richtung Heimat aufbrach. „Der TBV Lemgo Lippe spielt seinen Stiefel 60 Minuten herunter. Das hat er in Eisenach unter Beweis gestellt. Der 1:5-Lauf nach Wiederanpfiff war eine zu schwere Hypothek, die wir nicht aufholen konnten“, bilanzierte Eisenachs langzeitverletzter Rückraumspieler Jannis Schneibel. „Für mich war es dennoch schön, mal wieder die Atmosphäre in der Werner-Aßmann-Halle genießen zu können“, ergänzte der 26-Jährige. Er hofft, in der nächsten Saison wieder selbst auf dem Parkett zu stehen. Nach langer Verletzungspause bestritt Aleksandar Capric sein erstes Heimspiel wieder. „Er warf auch sein erstes Tor wieder. Ich freue mich für ihn“, so sein Trainer Sebastian Hinze. Von einer „Willensleistung“ und einem „Abnutzungskampf“ sprach Florian Kehrmann. „Wir wussten, bei der aufgeheizten Stimmung in Eisenach wird es sehr schwer. Kompliment an meine Mannschaft, aufgrund von Verletzungen mit A-Jugend-Spielern im Kader“, unterstrich Florian Kehrmann, vor seiner Trainertätigkeit seit 1999 Spieler beim TBV Lemgo Lippe. In Hendrik Wagner (9 Treffer aus 10 Versuchen) und Niels Versteijnen (8 Treffer aus 12 Versuchen) konnte er auf zwei ausgesprochen treffsichere Rückraumspieler bauen, die mehrfach nahezu ohne Kontakt abziehen konnten. „Unterm Strich fanden wir nicht zu Stabilität in der Defensive, sonst unsere Stärke“, fasste Sebastian Hinze die 60 Minuten zusammen. Felix Aellen (8 Treffer aus 10 Versuchen) und Stephan Seitz 7 Treffer (aus 11 Versuchen) waren Eisenachs beste Werfer.

„Die Ostwestfalen haben über die Jahre ihre Mannschaft zusammengehalten und sich immer punktuell verstärkt. Mit dem Ergebnis, dass sie nun um das europäische Geschäft mitspielen“, befand Eisenachs Neu-Nationalspieler Vincent Büchner. Eigentlich wollte dieser den Klassenerhalt nicht auf der Couch feiern, lieber selbst eintüten, gewinnen am Samstag Wetzlar (gegen Erlangen) oder Minden (in Gummersbach) ihre Partien nicht, sind die Wartburgstädter auch theoretisch nicht mehr einzuholen.

ThSV Eisenach: Spikic (5 Paraden), Gorobtschuk (43.-56.

1 Parade); Joelsson (5), Reichmuth, Capric (1), Attenhofer (1), Walz (2), Ende (3), Aellen (8

4), Antonijevic (1), Seitz (7), Kurch (1), Büchner (4), Saul, Leu (1),

TBV Lemgo Lippe: Kastelic (12 Paraden), Borreck (bei 1 Siebenmeter

0 Paraden); Hutecek, Theilinger (3), Zehnder (6

3), Simak (2), Carstensen, Nyfjäll, Suton (3), Willecke (4), Versteiijnen (8), Wagner (9), Faust (3), Sundermann, L. Kehrmann, Kracht

5 – TBV Lemgo Lippe 3

ThSV Eisenach 4 x 2 Min. – TBV Lemgo Lippe 1 x 2 Min.

Spielfilm: 7:5 (12.), 9:11 (22.). 13:13 (25.), 14:15 (30.), 15:20 (36.), 22:28 (45.), 26:30 (51.), 30:36 (57.), 34:38 (60.)