DEZA Schweiz erinnert an Wasser als Voraussetzung für Entwicklung, Frieden und Stabilität in Afrika; Blue Peace stärkt Wasserdiplomatie in Afrika
Afrika: Wasser, eine unabdingbare Voraussetzung für Entwicklung, Frieden und Stabilität
MitteilungVeröffentlicht am 24. Mai 2026
Afrika: Wasser, eine unabdingbare Voraussetzung für Entwicklung, Frieden und Stabilität
Anlässlich des Internationalen Afrikatags, der jedes Jahr am 25. Mai gefeiert wird, erinnert die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) an die Bedeutung von Wasser für die menschliche Entwicklung, für Frieden und für Stabilität. Dabei gibt die DEZA auch einen Einblick in ihre Aktivitäten im Sudan, in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und im Tschad und informiert über die von der Schweiz lancierte «Blue Peace»-Initiative im Bereich Wasserdiplomatie.
«Den Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitärer Grundversorgung und Hygiene wiederherzustellen, ist eine dringende lebenswichtige Massnahme und ein Eckpfeiler zur Krankheitsprävention in Krisensituationen», betont Mirjam Sick, WASH-Expertin bei der WHO im Sudan.
In vielen afrikanischen Ländern ist der Zugang zu Wasser nicht nur in Krisensituationen eine Herausforderung. Im Jahr 2026 hat immer noch mehr als ein Drittel der afrikanischen Bevölkerung keinen Zugang zu grundlegender Trinkwasserversorgung, insbesondere in Subsahara-Afrika. Infolge von Bevölkerungswachstum, rasanter Urbanisierung, Klimawandel und Konflikten wächst der Druck auf die Wasserressourcen. In Ländern, die von langwierigen Konflikten oder Krisen betroffen sind, ist die Infrastruktur geschwächt oder zerstört und die Grundversorgung stark eingeschränkt.
Dies hat erhebliche Folgen für die Bevölkerung: Ausbreitung von Krankheiten, Ernährungsunsicherheit, Verlust der Lebensgrundlagen, Flucht und Vertreibung. In fragilen Regionen wie der Sahelzone oder dem Horn von Afrika verstärkt die Wasserknappheit die Spannungen. Frauen und Mädchen zahlen den höchsten Preis. Sie verbringen Stunden damit, Wasser zu holen, was oft auf Kosten ihrer Ausbildung und wirtschaftlichen Unabhängigkeit geht.
Wasser, das Jahresthema 2026 der Afrikanischen Union, ist eine unabdingbare Voraussetzung für menschliche Entwicklung, Frieden und Stabilität. Der 25. Mai, der Internationale Afrikatag, ist eine Gelegenheit, daran zu erinnern.
Über die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) kann die Schweiz ihre langjährige Erfahrung im Wassermanagement auf mehreren Ebenen einbringen. Von Projekten vor Ort bis hin zu Initiativen in der Wasserdiplomatie (z. B. Blue Peace) unterstützt sie innovative, konkrete und nachhaltige Lösungen zugunsten der Bevölkerung. Dabei stützt sie sich auf schweizerisches und internationales Fachwissen. Nachfolgend einige Beispiele:
DRK: Rasante Urbanisierung in GomaInstallation von Geräten für eine Brunnenbohrung in Goma (DRK). — © IKRKIm Jahr 2021 zählte Goma – die Hauptstadt von Nord-Kivu, einer Provinz im Osten, an der Grenze zu Ruanda – rund 770 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Drei Jahre später, im Jahr 2024, waren es fast 2 Millionen. Grund für die rasante Zunahme sind das starke Bevölkerungswachstum, die Landflucht und der Zustrom von Vertriebenen infolge der wiederkehrenden Konflikte, die das Land, insbesondere den Osten, seit den 1990er-Jahren prägen.Trotz der Lage am Kivu-See, der die Stadt mit Wasser versorgt, ist Goma mit chronischem Trinkwassermangel konfrontiert. Die Wasserversorgung aus dem See ist teuer und die Aufbereitung komplexer als bei Grundwasser.In einigen Quartieren gibt es nur zeitweise oder gar keinen Wasserzugang. Die hohen Kosten belasten die Haushalte, weshalb die Bevölkerung den Wasserverbrauch auf das absolute Minimum reduziert. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung nutzt Wasser, das sich nicht zum Trinken eignet, und ist daher wasserbedingten Krankheiten wie Cholera und Durchfall ausgesetzt.Installation von Geräten für eine Brunnenbohrung in Goma (DRK). — © IKRKVon der Schweiz finanzierte Grundwasseranalysen zeigen, dass unter der Stadt Wasserressourcen von guter Qualität und in ausreichender Menge vorhanden sind – ein vielversprechender Weg für die Versorgung der Stadt. Gemäss dem Schweizer Kooperationsbüro in Bukavu ist die «Nutzung von Grundwasser, das dank der Topografie ohne Pumpen verteilt werden kann, eine innovative, nachhaltige und wirtschaftliche Alternative zur Wasserversorgung aus dem Kivu-See». Es ist deutlich kostengünstiger, Grundwasser zu enthärten und dessen Fluorgehalt zu reduzieren als Oberflächenwasser aufzubereiten.Dank dem von der DEZA unterstützten Projekt, das vom IKRK, einem langjährigen Partner der Schweiz in der Region, durchgeführt wird, können die Wasserversorgung diversifiziert und die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegenüber klimabedingten Risiken gestärkt werden.
DRK: Rasante Urbanisierung in Goma
Im Jahr 2021 zählte Goma – die Hauptstadt von Nord-Kivu, einer Provinz im Osten, an der Grenze zu Ruanda – rund 770 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Drei Jahre später, im Jahr 2024, waren es fast 2 Millionen. Grund für die rasante Zunahme sind das starke Bevölkerungswachstum, die Landflucht und der Zustrom von Vertriebenen infolge der wiederkehrenden Konflikte, die das Land, insbesondere den Osten, seit den 1990er-Jahren prägen.
Trotz der Lage am Kivu-See, der die Stadt mit Wasser versorgt, ist Goma mit chronischem Trinkwassermangel konfrontiert. Die Wasserversorgung aus dem See ist teuer und die Aufbereitung komplexer als bei Grundwasser.
In einigen Quartieren gibt es nur zeitweise oder gar keinen Wasserzugang. Die hohen Kosten belasten die Haushalte, weshalb die Bevölkerung den Wasserverbrauch auf das absolute Minimum reduziert. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung nutzt Wasser, das sich nicht zum Trinken eignet, und ist daher wasserbedingten Krankheiten wie Cholera und Durchfall ausgesetzt.
Dank dem von der DEZA unterstützten Projekt, das vom IKRK, einem langjährigen Partner der Schweiz in der Region, durchgeführt wird, können die Wasserversorgung diversifiziert und die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegenüber klimabedingten Risiken gestärkt werden.
Tschad: Wasser als Faktor für Frieden und StabilitätWasserholen an einem Brunnen im Tschad. — © DEZA, Togyanouba Yananbaye«Trinkwasser mussten wir in Ida-Toile holen, etwa 7 km entfernt. Wenn es dort kein Wasser mehr gab, mussten wir bis nach Oum-Hadjer, das sind 17 km. Das war sehr schwierig. Unser Brunnen funktionierte nicht.» Dass sein Brunnen mit der Unterstützung der DEZA saniert werden konnte, war eine Erleichterung für Mahamat Ali Souleyman. So konnte der Viehzüchter aus der Provinz Batha im Zentrum des Tschad weiterhin arbeiten und seine Familie ernähren. Seine Geschichte zeigt, wie wichtig Wasser ist: ohne Wasser kein Leben, keine Arbeit und keine Stabilität.In diesem Sahelland ist die Weidewirtschaft eine der Säulen der Wirtschaft und der Ernährungssicherheit. Doch in einer Welt, die durch den Klimawandel, den Bevölkerungsdruck und die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzflächen geschwächt ist, führen der Zugang zu Wasser und Land zu Spannungen zwischen Viehzüchtern und Bauern.Das von der DEZA unterstützte Projekt zur Stärkung der Weidetierhaltung beruht auf einem integrierten Ansatz, der Wasser mit der Gesundheit von Menschen und Tieren verknüpft. Es umfasst unter anderem vorgeburtliche Untersuchungen sowie die Impfung von Kindern und von Viehherden. Seit 2022 wurden dank neuer und sanierter Wasseranlagen bereits mehr als 20 000 km² Weideland für die Trockenzeit erschlossen: Insgesamt wurden 10 Teiche angelegt, 16 Brunnen saniert und 3 neue Brunnen und 5 Pumpstationen für die Weidewirtschaft in Betrieb genommen. 10 weitere Anlagen befinden sich im Bau.Das Projekt beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Errichtung von Wasseranlagen: Dutzende lokaler Vereinbarungen regeln die Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, der Wasseranlagen, der Weidekorridore und der Weideplätze. Sie ermöglichen es den Nomadengemeinschaften, länger an den Wasserstellen zu bleiben und dort Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. Der Zugang zu Wasser verändert den Alltag Tausender Viehzüchter, die weniger weite Wege auf sich nehmen müssen, und gewährleistet die Ernährungssicherheit der Haushalte.
Tschad: Wasser als Faktor für Frieden und Stabilität
«Trinkwasser mussten wir in Ida-Toile holen, etwa 7 km entfernt. Wenn es dort kein Wasser mehr gab, mussten wir bis nach Oum-Hadjer, das sind 17 km. Das war sehr schwierig. Unser Brunnen funktionierte nicht.» Dass sein Brunnen mit der Unterstützung der DEZA saniert werden konnte, war eine Erleichterung für Mahamat Ali Souleyman. So konnte der Viehzüchter aus der Provinz Batha im Zentrum des Tschad weiterhin arbeiten und seine Familie ernähren. Seine Geschichte zeigt, wie wichtig Wasser ist: ohne Wasser kein Leben, keine Arbeit und keine Stabilität.
In diesem Sahelland ist die Weidewirtschaft eine der Säulen der Wirtschaft und der Ernährungssicherheit. Doch in einer Welt, die durch den Klimawandel, den Bevölkerungsdruck und die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzflächen geschwächt ist, führen der Zugang zu Wasser und Land zu Spannungen zwischen Viehzüchtern und Bauern.
Das von der DEZA unterstützte Projekt zur Stärkung der Weidetierhaltung beruht auf einem integrierten Ansatz, der Wasser mit der Gesundheit von Menschen und Tieren verknüpft. Es umfasst unter anderem vorgeburtliche Untersuchungen sowie die Impfung von Kindern und von Viehherden. Seit 2022 wurden dank neuer und sanierter Wasseranlagen bereits mehr als 20 000 km² Weideland für die Trockenzeit erschlossen: Insgesamt wurden 10 Teiche angelegt, 16 Brunnen saniert und 3 neue Brunnen und 5 Pumpstationen für die Weidewirtschaft in Betrieb genommen. 10 weitere Anlagen befinden sich im Bau.
Das Projekt beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Errichtung von Wasseranlagen: Dutzende lokaler Vereinbarungen regeln die Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, der Wasseranlagen, der Weidekorridore und der Weideplätze. Sie ermöglichen es den Nomadengemeinschaften, länger an den Wasserstellen zu bleiben und dort Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. Der Zugang zu Wasser verändert den Alltag Tausender Viehzüchter, die weniger weite Wege auf sich nehmen müssen, und gewährleistet die Ernährungssicherheit der Haushalte.
Sudan: «Die Versorgung mit ausreichend Trinkwasser hat oberste Priorität»Spitalbesuch in Port Sudan. — © WHOSeit Kriegsbeginn wurden über 100 000 Menschen getötet, 21 Millionen leiden an akuter Mangelernährung und 13 Millionen wurden vertrieben. 9 Millionen sind Binnenvertriebene, und 4 Millionen flüchteten in die Nachbarländer, hauptsächlich in den Tschad, den Südsudan und nach Ägypten. Ausserdem sind Millionen Menschen wasserbedingten Krankheiten ausgesetzt. Mirjam Sick, Mitglied des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe, war als WASH-Expertin bei der WHO im Sudan im Einsatz. Wir haben mit ihr gesprochen.
Sudan: «Die Versorgung mit ausreichend Trinkwasser hat oberste Priorität»
Seit Kriegsbeginn wurden über 100 000 Menschen getötet, 21 Millionen leiden an akuter Mangelernährung und 13 Millionen wurden vertrieben. 9 Millionen sind Binnenvertriebene, und 4 Millionen flüchteten in die Nachbarländer, hauptsächlich in den Tschad, den Südsudan und nach Ägypten. Ausserdem sind Millionen Menschen wasserbedingten Krankheiten ausgesetzt. Mirjam Sick, Mitglied des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe, war als WASH-Expertin bei der WHO im Sudan im Einsatz. Wir haben mit ihr gesprochen.
Mirjam, kannst du uns erklären, worin deine Arbeit besteht?
Ich arbeite als WASH-Verantwortliche für die WHO im Länderbüro in Port Sudan. Die Themen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sind Teil des Mandats zur Prävention und Kontrolle von Infektionen, da viele Krankheiten wie Cholera mit verunreinigtem Wasser, unzureichenden Sanitärversorgung und ungenügender Hygiene zusammenhängen. Ausserdem können offene Gewässer zu Brutstätten für Mücken werden, die Krankheiten wie Malaria oder Denguefieber übertragen, während eine schlechte Abfallentsorgung die Verbreitung von path