Bischof Stefan Oster und Delegation des Bistums Passau besuchen das Bistum Karonga in Malawi; Weltkirchliche Verbundenheit gestärkt

Bischof Oster zu Besuch im Bistum Karonga | Bistum Passau

Bischof Oster zu Besuch im Bistum Karonga

Mit einer kleinen Delegation des Bistums Passau ist Bischof Stefan Oster SDB am Freitag (5.6.26) zu einer mehrtägigen Reise ins ostafrikanische Bistum Karonga aufgebrochen. Die Einladung bietet die Gelegenheit, die junge Diözese kennenzulernen, soziale und pastorale Projekte zu besuchen sowie die internationale Verbundenheit der Kirche zu stärken. Bereits das erste Wochenende war von zahlreichen Begegnungen geprägt.

Den Bischof von Karon­ga, Mar­tin Anwel Mtum­bu­ka, lern­te Bischof Ste­fan vor rund zwei Jah­ren über die Kon­tak­te des Pas­sau­er Kol­ping­ver­bands ken­nen. Das Bis­tum Karon­ga zählt zu den jüngs­ten Diö­ze­sen der Welt­kir­che. Mit der Rei­se ver­bin­det sich die Mög­lich­keit, Ein­bli­cke in das kirch­li­che Leben vor Ort zu gewin­nen und die welt­kirch­li­che Ver­ant­wor­tung des Bis­tums Pas­sau kon­kret zu leben. Schon in den ers­ten Tagen erwar­te­te die Dele­ga­ti­on ein dich­tes Programm.

Malawi – das warme Herz Afrikas

Orts­bi­schof Mar­tin Anwel Mtum­bu­ka und Kin­der, Frau­en und Män­ner aus der gan­zen Diö­ze­se hie­ßen die Pas­sau­er Grup­pe sehr herz­lich und freu­dig mit Musik und Tanz will­kom­men. Zunächst war Bischof Oster in der Dom­pfar­rei von Karon­ga zu Gast, die dem Patro­nat des hei­li­gen Joseph unter­stellt ist und 2014 ein­ge­weiht wur­de. Dort gab es ers­te Begeg­nun­gen mit dem Dom­pfar­rer und Ver­tre­tern der Pfar­rei, die Bischof Ste­fan und sei­nem Team einen ers­ten Ein­blick in die jun­ge Gemein­de gaben und vie­le Pro­jek­te vorstellten.

Gemein­sam wur­de die Hei­li­ge Mes­se in der Kathe­dra­le gefei­ert. Ent­spre­chend dem ört­li­chen Kalen­der fiel auf die­sen Tag das Fron­leich­nams­fest , das Bischof Ste­fan so in einer ganz ande­ren Kul­tur erle­ben konn­te. Er sag­te in sei­ner Pre­digt: ​ „ Ich habe die gro­ße Auf­ga­be, eini­ge Gedan­ken zum Evan­ge­li­um mit Ihnen zu tei­len. Aber wis­sen Sie, ich bin in einer beson­de­ren Situa­ti­on: Ich habe sehr viel von Ihnen gelernt. Ich habe viel von Ihrer Glau­bens­freu­de gelernt, viel davon, wie Sie Men­schen mit gro­ßer Dank­bar­keit auf­neh­men. Dan­ke, dass ich heu­te hier sein und gemein­sam mit Ihnen die Hei­li­ge Mes­se fei­ern darf!“

Am Sonn­tag­nach­mit­tag besuch­te Bischof Ste­fan das ​ „ Lus­u­bi­lo Com­mu­ni­ty Care“, ein Zen­trum für Wai­sen­kin­der . Kin­der, die ihre Eltern ver­lo­ren haben, wer­den dort auf­ge­nom­men — und anschlie­ßend in Fami­li­en unter­ge­bracht. Zudem küm­mert sich das Zen­trum um Kin­der der Regi­on und ver­sorgt sie an den Schu­len mit Essen und sau­be­ren Wasser.

Am Mon­tag stand zunächst eine Mes­se mit anschlie­ßen­dem Aus­tausch mit den Mit­ar­bei­ten­den der Diö­ze­se Karon­ga auf dem Pro­gramm. Danach folg­te ein Tref­fen mit der ​ „ Catho­lic Women Asso­cia­ti­on“, also der katho­li­schen Frauenvereinigung.

In der gesam­ten Woche ste­hen wei­te­re Besu­che in ver­schie­de­nen kirch­li­chen Sozi­al­ein­rich­tun­gen auf dem Programm.

Die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen der Diö­ze­se Koron­ga berich­ten aus­führ­lich über die Begeg­nun­gen vor Ort auf ihrem Facebook-Kanal:

Zu Malawi und dem Bistum Karonga

Die Repu­blik Mala­wi, zu der das Bis­tum Karon­ga gehört, ist ein­ge­bet­tet zwi­schen Mosam­bik, Sam­bia und Tan­sa­nia und liegt am Mala­wi­see, der etwa ein Fünf­tel des Staats­ge­biets ein­nimmt. Staat­li­che Selbst­stän­dig­keit erlang­te Mala­wi 1964 . Mit einem Durch­schnitts­al­ter von 18 Jah­ren ist das Land jung, zugleich ist das Land wirt­schaft­lich auf erheb­li­che Hil­fe von außen angewiesen.

Papst Bene­dikt XVI . hat Karon­ga 2010 mit der Apos­to­li­schen Kon­sti­tu­ti­on ​ „ Quo in Mala­vio“ gegrün­det, seit 2011 ist es dem Erz­bis­tum Lilongwe zuge­ord­net. Es eine Flä­che von 14 . 000 Qua­drat­ki­lo­me­tern im Nor­den von Mala­wi. Geglie­dert ist es in die zwei Deka­na­te Chi­ti­pa und Karon­ga, die zusam­men neun Pfar­rei­en umfas­sen; es zählt 61 . 000 Katho­li­ken, die etwa 15 % der Bevöl­ke­rung des Bis­tums­ge­biets aus­ma­chen. Zum Bis­tum gehö­ren die unzu­gäng­lichs­ten Gegen­den des Lan­des, was für die Seel­sor­ge für Ort eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung dar­stellt.

Die Diö­ze­se ist von einer gewis­sen Spra­chen­viel­falt geprägt: Neben der offi­zi­el­len Amts­spra­che Eng­lisch wer­den die Regio­nal­spra­che Tum­bu­ka und wei­te­re Spra­chen wie Lam­bya, Nda­li, Nyaky­u­sa und Ngon­de gespro­chen. Bischof und Bis­tums­lei­tung haben ihren Sitz in Karon­ga, dort steht auch die der Got­tes­mut­ter Maria geweih­te Kathedrale.

Redak­ti­on: Susan­ne Sim­perl, Moni­ka Zier­in­ger, Armin Berger

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