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title: "Judith Hermann erforscht NS-Vergangenheit ihres Großvaters in Radom, Polen; Belastung der Nachkommen im Fokus."
sdDatePublished: "2026-06-11T07:14:00Z"
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Judith Hermann erforscht NS-Vergangenheit ihres Großvaters in Radom, Polen; Belastung der Nachkommen im Fokus.

Schatten der Vergangenheit und Geld als Waffe – Kultur Blog Stadtlandsee

11. Juni 2026 29. Mai 2026

Denkanstöße von Judith Hermann und Ulrike Herrmann

Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin Judith Hermann setzt sich in ihrem Buch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ mit der Vergangenheit ihres Großvaters auseinander. Er war überzeugter Nationalsozialist und ab 1941 als Mitglied der Waffen-SS im polnischen Radom stationiert. Gegenüber seiner Familie schwieg er über diese Zeit. Judith Hermann selbst hat ihn nie kennenglernt; er starb vor ihrer Geburt. Auf ihrer Spurensuche führt die Autorin zahlreiche Gespräche mit ihrer Mutter und stößt auf eine Kiste mit Fotografien. Auf einem Bild, das ihren Großvater auf einem Motorrad der SS zeigt, steht handschriftlich „Radom 1941“. Judith Hermann reist nach Radom, um mehr über das Jahr zu erfahren, in dem ihr Großvater dort lebte. Sie durchstreift die Stadt, besucht das Historische Museum und den Platz auf dem einst die Synagoge stand. Um weitere Gespräche innerhalb der Familie zu führen, reist Judith Hermann von Polen aus zu ihrer Schwester nach Neapel.

In ihrem Buch stellt sie grundlegende Fragen: Was bedeutet es für nachfolgendende Generationen, mit belastenden Erinnerungen zu leben, mit dem Verschwiegenen und Unausgesprochenen in den Lebensgeschichten der Vorfahren? Wie viel lässt sich über die eigene Familie tatsächlich herausfinden und wo beginnt Spekulation?

Auch die Wirtschaftsjournalistin und Bestsellerautorin Ulrike Herrmann widmet sich in ihrem neuen Sachbuch „Geld als Waffe“ grundlegenden Fragen von hoher Aktualität. Droht ein dritter Weltkrieg? Und welche Möglichkeiten gibt es, Frieden zu sichern? Ulrike Herrmann untersucht große internationale Konflikte und deren Ursachen sowie den Einfluss von Kapital auf politische Entscheidungen. Ihr Fazit: Oft sind es wirtschaftliche Interessen, die über Krieg und Frieden entscheiden. Geld werde nicht nur zur Waffe, indem es klassisches Militärgerät finanziert, schreibt sie in ihrem Vorwort. Auch die Wirtschaft selbst könne militärische Funktionen erfüllen. Zu den wichtigsten ökonomischen Waffen zählten Sanktionen, Interventionen auf den Devisenmärkten, Rohstoffembargos, Technologiemonopole, strategische Korruption sowie gezielte Finanzhilfen. In einem Interview formuliert Ulrike Herrmann: „Wenn ein Land erst einmal auf eine Kriegswirtschaft umgestellt hat, kann es nicht mehr zurück. Das ist gerade die Lage in Russland: Putin wird Krieg führen, solange er an der Macht ist.“

Michael Riethmüller ist Mitgründer der Buchhandlung RavensBuch.

Judith Hermann: „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“

Sa 13. Juni, Theater Ravensburg, 17 Uhr

Lesung und Gespräch mit Sebastian Guggolz, Lektor, Verleger und Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

Ulrike Herrmann: „Geld als Waffe“

Fr 19. Juni, Wirtschaftsmuseum Ravensburg, 19 Uhr

Karten bei RavensBuch, in allen Osiander Buchhandlungen, unter osiander.reservix.de

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