SSB-Delegiertenversammlung im Haus des Sports in Ittigen; Prognose 2026: +40'000 CHF; 2027: +32'000 CHF
SSB-Delegiertenversammlung im Zeichen der Finanzen – «Sie haben mit Ihrem ehrlichen Auftritt Charakter bewiesen» - FSS
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SSB-Delegiertenversammlung im Zeichen der Finanzen – «Sie haben mit Ihrem ehrlichen Auftritt Charakter bewiesen»
13.06.2026 20:35 a cura di Markus Angst
ma - Die 2025 schwer in die roten Zahlen geratenen Finanzen standen im Zentrum der heutigen Delegiertenversammlung des Schweizerischen Schachbundes (SSB) im Haus des Sports in Ittigen, die rund dreieinhalb Stunden dauerte.
Doch obwohl die Jahresrechnung 2025 mit einem Defizit von rund 27‘000 Franken abschloss und ohne Auflösung von Rückstellungen gar ein Verlust von rund 100‘000 Franken resultiert hätte, verliefen die Diskussionen darüber äusserst sachlich.
Wesentlichen Anteil daran hatte Werner Hertzog, der in seinen viertelstündigen Ausführungen zur aktuellen Finanzlage kein Blatt vor den Mund nahm und nichts beschönigte. «Das Jahresergebnis 2025 ist schlecht, und unser Budget ersetzte den Zufall durch den Irrtum. Ich fühlte mich wie ein Chirurg ohne Operationsinstrumente», sagte der SSB-Finanzchef wörtlich.
Um allerdings gleich anzufügen: «Heute haben wir jedoch ein Operationsteam zusammen, das wir brauchen können, und wir sind wieder voll handlungsfähig. Gemäss Forecast erwarten wir für 2026 ein positives Jahresergebnis in der Höhe von rund 40‘000 Franken, und das Budget 2027 sieht einen Reingewinn von rund 32‘000 Franken vor.»
Zwar gab es durchaus auch kritische Voten wie «Wir drücken an der DV jedes Mal ein Auge zu, wenn etwas nicht gut läuft» (Alexander Lipecki
SC Brugg) oder «Die Geschäftsstelle ist zu dick geworden, dort müsst Ihr sparen» (Markus Klauser (SG Schwarz-Weiss Bern). Doch der Tonfall war meist moderat. Und von Marcel Mettler, dem Co-Präsidenten der Fédération Genevoise d’Echecs (FGE), erntete Werner Hertzog gar ein mit grossem Applaus bedachtes Kompliment: «Sie haben mit Ihrem ehrlichen Auftritt Charakter bewiesen – auf einem Posten, den ich nicht haben möchte.»
Die Jahresrechnung 2025 wurde nach nahezu einstündiger Diskussion mit 129:2 Stimmen abgesegnet. Das Budget 2027 ging gar oppositionslos durch.
Mit 84:40 angenommen wurde auch ein Antrag des CE Genève, wonach der SSB inskünftig keine Gebühren für beim Rating des Weltschachbunds FIDE gewertete Blitz- und Rapidturniere mehr erheben darf. Mit 101:38 abgelehnt wurde hingegen der Antrag desselben Vereins, wonach die bisher vom SSB erhobenen Gebühren für Schnellschachturniere hätten zurückerstattet werden müssen.
Neue SSB-Website: Silvio Bucher orientierte kurz über den Stand der neuen Verbands-Website. Vieles ist gemäss dem Verantwortlichen des Ressorts Marketing bereits umgesetzt (so als Nebenprodukt auch das neue SSB-Logo), der Rest ist nächstens verfügbar. Es ist vorgesehen, die als Beta-Version bereits verfügbare neue Website im kommenden Monat online zu schalten.
Verbandsschiedsgericht: Für den nach zwölf Jahren zurückgetretenen Michael Hochstrasser (SV Wollishofen) wurde dessen Vereinskollege Daniel Juri neu ins Verbandsschiedsgericht gewählt, wo er auch gleich das Präsidium übernehmen wird. Neben Michael Hochstrasser traten auch Markus Baur und Giovanni Laube aus dem VSG aus, das neu nur noch fünf Mitglieder umfasst.
Förderpreis: Der von der Jugendschachstiftung Schweiz vergebene Förderpreis 2025 ging je zur Hälfte an den Schachverein Wollishofen für dessen vorzügliche Nachwuchsarbeit (so stieg beispielsweise ein Juniorenteam in der SMM von der 3. Liga in die Nationalliga B auf) und an WIM Or Shatil (die 16-Jährige vom CE Vevey spielt seit 2024 für die Schweizer Damen-Nationalmannschaft, mit der sie 2025 den Mitropa-Cup gewann, und ist die Nummer 1 im europäischen U18-Juniorinnen-Ranking).
Geschäftsstelle: Philipp Aeschbach wird ab 1. Juli neuer SSB-Geschäftsführer. Hierfür wird sein bisheriges Pensum von 50 auf neu 60 Prozent erhöht.
Hier finden Sie alle Unterlagen zur DV 2026.
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