Hands-on 2027 Bewerbungsphase gestartet in Mae Sot, Thailand; Neues Trainingscenter für Geflüchtete in Mae Sot 2027
Hands-on 2027 – Bewerbungsphase gestartet
Hands-on 2027 – Bewerbungsphase gestartet
Kann Planung und Bau soziales leisten? „Hands-on“ will zeigen: Ja! Bei dem Projekt der Stiftung Deutscher Architekten (SDA) realisieren junge Planerinnen und Planer größere Bauwerke – über die Grenzen von Europa hinaus. Von den ersten Vorüberlegungen über Aufmaß und Vorentwurfs-, Entwurfs- und Ausführungsplanung bis hin zur konkreten Realisierung: Gefragt sind hierbei fachliche sowie auch handwerkliche Fähigkeiten.
Hands-on geht 2027 bereits in die vierte Runde. Konkret soll Anfang des kommenden Jahres ein Trainingscenter für geflüchtete Kinder und Frauen in Thailand errichtet werden; in der Zusammenarbeit mit jungen Planer*innen. Zeitraum des Projektes: 13. Januar bis 21. Februar 2027.
Wie Planung und Bau vor Ort ablaufen sollen und welche Fähigkeiten die Teilnehmenden mitbringen sollten: Dazu gab eine Infoveranstaltung am 9. Juni Aufschluss. Das Interesse war groß – rund 100 interessierte Personen nahmen digital an der Videokonferenz teil.
„Wir sehen, dass im Studium teilweise wenig Zeit auf ‚echten‘ Baustellen verbracht wird. Auch deswegen bieten wir dieses Format bei der Stiftung Deutscher Architekten an“, erklärte Markus Lehrmann (SDA) einführend. Darüber hinaus biete das Stiftungsprogramm auch theoretische Workshops, Förderpreise sowie Stipendien an, so der Geschäftsführer der Stiftung Deutscher Architekten – Angebote, die den Architekturnachwuchs in NRW intensiv fördern sollen. Das Alleinstellungsmerkmal bei Hands-on, erklärte Lehrmann fortführend, sei gleichwohl die Möglichkeit „den Menschen über die Grenzen von Deutschland hinaus mit guter Architektur helfen zu können.“
Hands-on richte sich an Absolventinnen und Absolventen, Juniorarchitektinnen und -architekten und auch fortgeschrittene Studierende der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur sowie Stadtplanung. Insgesamt zwölf junge Planende sollen das Projekt 2027 in Thailand in Mae Sot begleiten. Erfahrungen im Lehmbau seien keine Voraussetzung für die Teilnahme.
„Dieses Angebot der Stiftung Deutscher Architekten wahrnehmen zu können; das ist eine einmalige Chance“, ergänzte Jan Glasmeier (Simple Architecture), der das Projekt 2027 leitend betreuen wird. Für ihn seien Flexibilität und die Eigenmotivation, etwas Gutes für die Menschen vor Ort hinterlassen zu wollen, wichtige Punkte, die den jungen Leuten abverlangt werden würden. Der Architekt gab außerdem Einblicke in die bereits realisierten Hands-on-Projekte. 2024 bis 2026 wurden hier – in Südostasien – mehrere Schulklassenräume für Schüler*innen und geflüchtete Kinder realisiert. Beim Bauprojekt 2027 sollen wieder vorrangig regionale Baumaterialien genutzt werden: So etwa Altholz, das auf dem Gelände in Mae Sot bereits vorhanden sei. Darüber hinaus sollen Erfahrungen im Lehmbau geschult werden - von der Produktion der Lehmsteine bis hin zur Verarbeitung im Mauerwerk.
Die Online-Infoveranstaltung Anfang Juni bot außerdem Raum für zahlreiche Rückfragen der jungen Planenden zum Projekt. - Auf die Frage „Wie werden die Aufgaben im Team verteilt sein?“, erläuterte Jan Glasmeier: „Im besten Fall kann jeder Teilnehmende auf der Baustelle auch das realisieren, was er bautechnisch ausprobieren möchte - und da mitanpacken, wo Hilfe gebraucht wird.“ Die jungen Planer*innen hätten somit auch die Chance, in allen Gewerken Erfahrung zu sammeln. Dazu werde das Projekt auch von lokalen Handwerken unterstützt, sodass auch (noch) unbekannte Bautechniken geschult werden können. Zudem wird Hands-on auch 2027 erneut vom Verein „socialarchitecture e.V.“ unterstützt.
Bewerben können sich Absolventinnen und Absolventen; kurz vor dem Abschluss stehende Studierende eines kammerfähigen Studiums (auch aus anderen Bundesländern, sofern ihr Wohnsitz oder Studienort in Nordrhein-Westfalen liegt) sowie Junior-Mitglieder der AKNW. Erforderlich sind ein Lebenslauf sowie ein Motivationsschreiben (max. eine Seite A4), in dem die Motivation, fachliche Kompetenzen und Projekterfahrungen dargelegt werden.
Die Bewerbung zum Projekt ist bis spätestens zum 29. Juni 2026, 9:00 Uhr per E-Mail zu senden an: hands-on@aknw.de .
Die Teilnahme an der Infoveranstaltung vom 9. Juni ist keine Bedingung für die Bewerbung. „Wir wollen Persönlichkeiten erreichen, die mitanpacken wollen - und die uns überzeugen können“, erklärte Markus Lehrmann (SDA) abschließend im Rahmen der Infoveranstaltung. Dazu sei im Auswahlverfahren von Hands-on 2027 auch verpflichtender ein Lehmbau-Workshop auf der Landesgartenschau Neuss am 5. August vorgesehen, um den Umgang mit dem Baustoff erproben zu können, und potenzielle Teammitglieder kennenzulernen.
Mehr Informationen zum Projekt unter: www.stiftung-deutscher-architekten.de
Beim Bauprojekt 2027 sollen wieder vorrangig regionale Baumaterialien genutzt werden.
Interessierte können sich bis zum 29. Juni 2026 (09:00 Uhr) für Hands-on 2027 bewerben.